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Der kleine grüne Glitterball

Mittwoch, August 11th, 2010

Ich habe vor einiger Zeit einen Dreierpack Glitterbälle für meine Katzen gekauft. Es gibt einen goldenen, einen lilanen und einen grünen. Bis auf die Farbe sind alle gleich. Doch ab der ersten Sekunde wird der grüne heiß und innig geliebt, die beiden anderen schnöde ignoriert. Kann das einer verstehen? Ich habe sogar an allen dreien gerochen, für meine Nase war kein Unterschied erkennbar.

Nun gut, spielen wir eben nur mit dem grünen Ball. Spielen heißt in diesem Fall, ich werfe, die Katzen rasen hinterher, stupsen ihn ein paar Mal an und gucken dann auffordernd zu mir. Ich tapere ihnen nach, schnapp mir den Ball und werfe ihn diesmal in die andere Richtung. Das Ganze kann sich schon fünfzehn Minuten lang hinziehen. Da die naturgegebene Form eines Balles rund ist, rollt er auch, ist ja schließlich der Sinn von runden dreidimensionalen Formen. Und manchmal rollen Dinge an schwerer erreichbare Stellen, wie zum Beispiel unters Sofa, unter die Kommode oder hinter die ganzen Blumentöpfe. Das bedeutet, dass ich mich bücken oder gar hinknien muss, um den Katzen das Weiterspielen mit ihrem Lieblingsball zu ermöglichen. Habe ich eigentlich schon meine chronischen Rückenschmerzen erwähnt? Aber was macht man nicht alles für die Katz!

Erstaunlich jedoch finde ich, dass bisweilen der Ball nicht dort ist, wo er eigentlich sein müsste. Nämlich da wo man ihn hat hinrollen sehen. Du bückst dich, kein Ball da. Du kniest dich hin, kein Ball zu sehen. Du stehst wieder auf, holst die Taschenlampe und einen langen dünnen Stab um anschließend auf dem Boden liegend denselbigen unter dem Sofa abzusuchen und findest alles Mögliche, nur nicht den verdammten grünen Glitterball. Hey, das kann doch gar nicht sein, denkst du dir und rekapitulierst noch einmal den kompletten Wurf- und Rollvorgang. Analysierst ganz logisch wohin der Ball von der Stelle des Auftreffens auf den Boden aus überall hin gelangen könnte. Anschließend suchst du systematisch alle in Frage kommenden Plätze ab. Womit wir wieder bei meinem Rücken wären. Mit zunehmendem Alter knacksen auch die Knie immer mehr. Außerdem werden deine Aktionen äußerst interessiert von deinen Katzen begutachtet, wenn sie nicht sogar mit helfen wollen und auch überall drunter kriechen. Am besten vor deine Nase. So das du nichts mehr sehen kannst. Falls du Glück hast findest du ihn an einer eigentlich fast unmöglichen Stelle. Hast du Pech, ist er unauffindbar. Im dritten Fall entdeckst du ihn in ein paar Tagen oder gar Wochen irgendwo anders in deiner Wohnung wieder. Einmal habe ich sogar ganz still und leise für mich meine Nachbarin verdächtigt den kleinen grünen Glitterball gestohlen zu haben, da er wirklich nirgendwo in der ganzen Wohnung zu finden war.

Das alles passiert natürlich nicht nur mit diesem einen Spielzeug. Nein, das geht mit allen erdenklichen kleinen Spielsachen, die die Katzen für sich entdeckt haben. Gelegentlich frage ich mich bei einigen Dingen, ob sie sie nicht etwa gefressen haben. Die Katze meiner Mutter tat dieses zum Beispiel mit dem Klebeschutz von einem Hühneraugenpflaster, das ihr herunter gefallen war. Dementsprechend argwöhnisch betrachte ich an den auf eine Vermisstenmeldung folgenden Tagen die Produktion im Katzenklo und selbstverständlich die mutmaßlichen Übeltäter selbst. Bisher habe ich zum Glück nie etwas Verdächtiges gefunden.

Weitere Theorien von mir beschäftigen sich mit den schwarzen Löchern im All oder mit Paralleluniversen. Kann es sein, dass irgendwie, wie weiß ich allerdings auch nicht, einzelne Spielzeuge der Katzen zeitweilig oder für immer auf diesen Wegen verschwinden? Dass irgendwelche Alienkatzen sich mit den Bällen und Mäusen unserer Katzen vergnügen? Es gibt viele  ungelöste Rätsel auf unserer Welt, diese gehört definitiv dazu.

Ach übrigens, den kleinen grünen Glitterball habe ich wieder gefunden. Er war nicht bei meinen Nachbarn, sondern zwischen Wand und hinterem Kommodenfuß im Schlafzimmer eingeklemmt. Wie der da wieder  hingekommen ist?

(c) Text: Katja Tuszynski

(c) Foto: www.sxc.hu

Ein Katzentag

Samstag, Mai 15th, 2010

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Morgens, nach dem Aufwachen, wird erstmal ausgiebigst gegähnt, gereckt und gestreckt was das Zeug hält. Es folgt ein orientierender Blick in die Runde, ob denn noch alles da ist wo es hingehört. Anschließend schnell dem Menschen und der anderen Katze Köpfchen geben, denn…

…jetzt wünschen die Herrschaften ihr Frühstück. Aber ein bisschen Beeilung bitte, sie haben heute noch viel vor!

Nach dem Essen müssen allerdings zuerst die vorderen Pfoten und der Kopf gesäubert werden, am besten auf einem exponierten Platz, der hell, warm, etwas weiter oben und zentral gelegen ist. Und lieber Mensch, mach jetzt bitte nicht so viele Geräusche, die uns Katzen in unserer Konzentration stören könnten.

Der erste Kontrollgang des Tages ruft. Steht alles wirklich noch an seinem Platz? Auf jeden Fall muss jede Ecke neu kratzmarkiert werden, damit hier niemand auf dumme Gedanken kommt!

maja235300Einer erfolgreichen Überprüfung des Reviers folgt der Abbau überschüssiger Energie. Dazu rennt und tobt Katze durch die ganze Wohnung. Rauf aufs Sofa und wieder runter, um die Ecke in den Flur und wieder zurück, den Kratzbaum hinauf, kurz innehalten um die Krallen zu schärfen und ein lautes “miauorgh” auszustoßen und wieder hinunter, abermals übers Sofa und flugs ins Schlafzimmer bis aufs Fensterbrett. Dort wirft Katze einen sekundenschnellen Blick hinaus und weiter gehts.  Katze flitzt dem Menschen vor die Füße und ab in Küche die anderen Katzen über den Haufen rennen.

Durchs Toben auf den Geschmack gekommen findet Katze, dass es nun Zeit ist zu Spielen und teilt dieses ihrem Menschen vehement mit. Es folgt eine Jagd nach dem Band durch die Wohnung, danach wird den geworfen Mäusen hinterher gesprungen. Dem schließt sich der Kampf mit dem Federwedel an und die Maus am Gummiband wird lang gezogen.

Derart animiert rasen jetzt alle Katzen, eine der anderen hinterher. Auflauern, bespringen, den anderen niederringen, sich gegenseitig in den Nacken beißen und wieder und wieder und wieder.

Nach der ganzen Toberei ist Ausruhen angesagt. Zeit zum Dösen und Träumen, denn auch im Traumland warten aufregende Dinge. Der Mensch ist in der Zwischenzeit zur Arbeit gegangen.

Auf das erfrischende Schläfchen folgt die Fellpflege. Es wird ausgiebig jeder Quadratzentimeter mit der Zunge und den Zähnen bearbeitet. Eine Pediküre darf nicht fehlen und der Schlafplatz wird gewechselt. Mal gucken ob Katze hier in der Sonne noch besser schlafen kann. Zwischendurch wird natürlich ab und zu das Katzenklo besucht und ordentlich durchgepflügt. Ordnung muss schließlich sein!

Wenn der Mensch abends mit vollen Tüten nachhause kommt, wird er kurz begrüßt, bevor Katze sich voller Inbrunst auf die Taschen stürzt. Jedes einzelne Stück wird genauestens inspiziert bevor Mensch es wegräumen darf. Katze will ja schließlich informiert sein.

Zeit fürs kätzische Abendbrot. Mmhhh ist das lecker. Und wieder putzen.

Doch was ist das? Der Mensch hat sich vor seinen Computer gesetzt. Das geht doch nicht. Nenenene. Katze zeigt ihm sehr deutlich, dass sie jetzt spielen will. Also spielen. Wie gehabt.

Wenn die Katzen wieder zusammen die Wohnung unsicher machen, darf der Mensch kochen. Ab und zu wird geguckt was er da macht. Riecht ja gut. Sobald das Essen auf dem Tisch steht, muss Katze natürlich schnuppern kommen. Und wird zur allerliebsten Katze auf der Welt. So was Süßes hat Mensch noch nicht gesehen. Doch, gestern Abend, aber eigentlich kein Vergleich. Auf jeden Fall ist es unmöglich die Katze nicht auch mal probieren zu lassen.

lil69x300Später, beim Fernsehen, ist Schmusen angesagt. Katze dreht sich ab und zu, damit wirklich jeder Körperteil drankommt. Der Motor wird angeschmissen und losgeschnurrt. Lieblingsstelle ist natürlich der Bauch. Deshalb ab auf den Rücken, Vorderpfoten hoch strecken zum Luft treteln, Hinterpfoten einknicken. Und schnurren. Das tut gut. Dem folgt wieder eine genießerische Fellpflege, die Menschenhand gleich mit. Bis Katze wegschlummert.

Nachher, bevor der Mensch schlafen gehen will, noch einen letzten Kontrollgang durchs Revier, etwas müde spielen lassen, das Nachtleckerli genießen und ab ins Bett. Mensch liegt ja schon. Also rauf auf die Beine, Kuhle zurecht trampeln und ankuscheln. Mann, war das ein Tag. Und nun schlummern alle behaglich und träumen von ihren nächsten Abenteuern.

(c) Text + Fotos: Katja Tuszynski – little big cat