Die Rolligkeit einer Katze

maja128rollAls Rolligkeit wird bei einer Katze die Phase der Paarungsbereitschaft bezeichnet. In dieser Phase reibt sie sich mehr als sonst an allen möglichen Gegenständen, rollt sich auf dem Boden und streckt ihr Hinterteil in die Luft. Letzteres ist die Aufforderung an den Kater sie zu decken. Viele Katzen maunzen während dieser Zeit auch mehr und lauter als sonst. Manche Katzen neigen auch zum Spritzharnen in dieser Zeit. Viele essen in dieser Zeit auch weniger oder gar nicht.

Eine gesunde Katze kann ihre Geschlechtsreife und damit ihre erste Rolligkeit zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat erreichen. Das hängt nicht nur von den inneren Faktoren des Wachstums, sondern vor allem auch mit den äußeren Faktoren zusammen. Die Rolligkeit – auch bei erwachsenen Katzen -  also ihr hormoneller Zyklus wird auch durch die Länge des Tageslichtes beeinflusst. Bei Tageslichtlängen von über 14 Stunden pro Tag durchläuft sie immer wieder alle Stadien ihres Sexualzykluses (Wikipedia: Sexualzyklus), bei Tageslichtlängen von 8 bis 14 Stunden verlangsamt er sich und bei unter 8 Stunden Tageslicht am Tag fallen Katzen in ihre Geschlechtsruhe. Aus diesem Grund sind Katzen in unseren Breitengraden im Winter nicht rollig. Bei Wohnungskatzen kann aufgrund der künstlichen Beleuchtung diese Geschlechtsruhe nicht stattfinden.

Wichtig: Eine Katze kann nach der Geburt innerhalb von 1 – 4 Wochen wieder rollig werden! Continue reading

Krankenversicherung für Haustiere – Tierkrankenversicherung

Seit einigen Jahren bieten verschiedene Versicherungs-unternehmen Tierkrankenversicherungen an. Über Sinn oder Unsinn kann man streiten, Fakt ist, dass die Tiermedizin heutzutage wesentlich komplexer geworden ist und Tierarztrechnungen bei entsprechender Behandlung durchaus im 4-stelligen Bereich ausfallen können. Im folgenden werde ich die verschiedenen Versicherungsformen vorstellen und das Geschäft der Versicherung an sich darstellen.

Welche Tierkrankenversicherungen gibt es?

Operationskostenversicherung: Diese Versicherungsform tritt nur bei Operationen, die Ihre Katze benötigt in Kraft. Die vorhergehenden Untersuchungen, die zur Diagnosefindung dienen, sind in der Regel nicht enthalten, notwendige Nachuntersuchungen im direkten Zusammenhang mit der Operation schon. Die erforderlichen Medikamente die zur Nachbehandlung gehören, sind in einigen enthalten. Bei manchen Versicherungen wird eine zu zahlende Höchstsumme pro Jahr festgelegt, wenn Sie diese überschreiten, zahlen Sie den Rest selbst. Continue reading

Alternative Heilmethoden für Katzen

Die gleichen Alternativen zur Schulmedizin, die beim Menschen inzwischen erfolgreich eingesetzt werden, können oftmals auch bei Katzen angewandt werden. Manche dieser Praktiken hören sich – wenn man sich im Detail mit ihnen befasst – ziemlich unglaublich an, ihre Erfolge lassen sich aber nicht von der Hand weisen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die gängigsten Heilmethoden, die sich schon zigfach in der Heilung bei Katzen bewährt haben. Gerade bei chronischen Erkrankungen oder Krankheitsbildern wo die Schulmedizin nicht weiterkommt, sind die alternativen Heilmethoden erfolgreich. Das liegt vor allem an dem anderen Herangehen. Nicht wenige Tierärzte und auch Humanmediziner arbeiten inzwischen zum Beispiel mit Homöopathie oder Akupunktur.

Die Schulmedizin betrachtet Erkrankungen und betroffenen Organe oftmals isoliert, in vielen alternativen Heilmethoden wird die Katze als Ganzes betrachtet, ihre individuelle Geschichte, ihre Persönlichkeit, ihr seelisches Befinden und alle körperlichen Auffälligkeiten werden begutachtet und führen zu dem meist individuellen Heilmittel.

Eine wichtige Vorraussetzung dazu ist allerdings ein Profi – jemand der in diesen Methoden ausgebildet wurde -  der sie auch richtig anwenden kann! Wenn Sie sich für eine bestimmte Methode oder generell für die Konsultation eines Tierheilpraktikers interessieren, sind Empfehlungen eines guten THP’s von anderen Katzenhaltern das Beste. Denn so wie es „hervorragende und engagierte“ oder eben „uninspirierte“ Tierärzte gibt, so ist es auch bei allen anderen Heilberufen. Manche sehen es als Berufung, andere als reines Mittel um Geld zu verdienen und sonst nichts. Falls Sie niemanden kennen, der Ihnen jemanden oder einen Verband empfehlen kann, dann ist der einfachste Weg über Katzenforen, dort treffen sich viele Katzenfreunde und tauschen sich über alle Belange rund um die Katze aus, dort hilft man Ihnen auf jeden Fall weiter.

Es gibt Tierheilpraktiker, die sich auf eine einzige der nachfolgenden Heilmethoden spezialisiert haben, andere haben sich im Laufe der Jahre mehrere erarbeitet. Das ist jedoch kein Kriterium der Qualität eines Tierheilpraktikers. Viel wichtiger finde ich persönlich die Einstellung des THP zu seinem Beruf und der Welt des Heilens an sich. Mir sind immer Menschen suspekt, die fast fanatisch auf die Richtigkeit ihres Weges pochen und alles andere ablehnen. Die Welt ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt keine absolute Wahrheit, für die Medizin bedeutet das für mich, dass es meistens mehrere Wege zur Heilung gibt, welcher Weg das ist hängt vom Patienten ab und nicht von der alleinigen Richtigkeit einer Heilungsmethode.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob dieser oder jener Tierheilpraktiker „gut“ oder für Sie der Richtige ist, vereinbaren Sie am besten ein unverbindliches und kostenloses erstes Gespräch, bei dem Sie alle Ihnen wichtigen Fragen stellen können und für Sie zufrieden stellende Antworten bekommen. Es ist für die Behandlung Ihrer Katze immer wichtig, dass Sie verstehen was ein Arzt oder ein Tierheilpraktiker sagt und Ihnen rät.

Homöopathie: Der Begründer der Homöopathie (lat: das Gleichartige) war der deutsche Arzt Samuel Hahnemann. Er setzte erfolgreich seine Theorie um, dass Pflanzen, die bestimmte Erkrankungen beim Gesunden hervorrufen, beim Kranken zur Gesundung führen. Sein Ähnlichkeitsprinzip lautet: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“  Da die Homöopathie dabei einen ganzheitlichen Ansatz hat, wird nicht nur das Symptom, sondern der ganze Mensch, das ganze Tier behandelt. Heutzutage arbeiten auch viele Ärzte zumindest teilweise mit homöopathischer Medizin. Es hat sich gerade bei hartnäckigen und oder chronischen Erkrankungen sehr bewährt.

Es gibt in der Homöopathie verschiedene Richtungen und verschiedene Behandlungsansätze. Von Tierärzten und vielen „Laien“ wird vor allem eine mehr symptomatische Behandlung durchgeführt, klassische Homöopathen arbeiten öfter mit der so genannten „konstitutionellen Therapie“. Meiner eigenen Erfahrung nach ist bei sehr komplexen und/oder schon lange andauernden Erkrankungen ein klassischer Homöopathieansatz oft wirkungsvoller, da er eine gute Chance auf dauerhaften Erfolg hat, vor allem auch bei traumatisierten Katzen.

Hier finden Sie einige Links mit vielen Informationen zur Homöopathie:

Homöopathische Hausapotheke eines klassischen Homöopathen

Katzensprechstunde

Verband Deutscher Tierheilpraktiker

Erklärungsversuch zur Homöopathie

Deutsche Homöopathie Union über Katzen und Homöopathie

Wikipedia zur Homöopathie

Bachblüten: Die zentrale These dieser Therapie ist die Annahme, dass jede körperliche Erkrankung auf einer seelischen Gleichgewichtsstörung beruht. Manche bezeichnen die Bachblüten auch als eine Art „pflanzliche“ Psychopharmaka. Im Gegensatz zur Homöopathie und ihrem Ähnlichkeitsprinzip, bilden die Bachblüten einen positiven Gegenpol zu den „negativen“ Gemütszuständen. Bachblüten werden gerade im psychischen Bereich, zum Beispiel bei Angst- oder Aggressionszuständen der Tiere, eingesetzt. Es hängt allerdings von der Schwere der Verhaltensauffälligkeiten ab, ob eine Behandlung mit Bachblüten oder eine konstitutionelle homöopathische Behandlung sinnvoller ist. Homöopathie wirkt meist intensiver.

Weitere Informationen liefern die folgenden Links:

Bachblüten in der Tierheilkunde

Wikipedia über Bachblüten

Schüßler Salze: Schüßler Salze sind homöopathisch dosierte Mineralsalze. Die Therapie geht von der Annahme aus, das jede gesundheitliche Störung auf einem Ungleichgewicht im Mineralhaushalt des Körpers beruht. Der homöopathische Arzt Schüßler distanzierte sich mit seiner Behandlungsmethode von der klassischen Homöopathie, er beruft sich auf physiologisch-chemische Vorgänge im menschlichen Organismus.

Wikipedia über Schüßler Salze

Schüßler Salze für Tiere

Akupunktur: Sie gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin und basiert auf einer sogenannten Fünf-Elemente-Lehre und der Lehre von den Meridianen im Körper. Sie wird in China schon seit rund 5000 Jahre erfolgreich angewandt, es ist die älteste bekannte Heilmethode. Meridiane sind „Leitlinien“ auf der Haut, in ihnen kreist die Lebensenergie mit ihren Anteilen „Yin und Yang“. Das sind zwei lebenserhaltende Kräfte, die Gegenpole bilden. Sind sie im Ungleichgewicht, wird das Lebewesen krank. Es gibt mehrere Hundert Akupunkturpunkte, die jeweils einem Organ oder einer Körperfunktion entsprechen. Für die Akupunktur werden sehr dünne und feine Nadeln verwendet, in mehreren Sitzungen wird das Gleichgewicht im Körper wieder hergestellt. Beim Menschen zeigen sich besondere Erfolge bei den Behandlung chronischer Schmerzpatienten wie zum Beispiel bei Migräne oder Athritis.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Yin und Yang

Wo kann Akupunktur helfen?

Akupunktur bei Tieren

Tier Akupunktur

Wikipedia über Akupunktur

In der modernen Variante wird nicht nur mit Nadeln, sondern alternativ auch mit einem Laser behandelt und auch in der Tiermedizin besonders bei Pferden eingesetzt:

Akupunktur mit einem Laser

Akupressur: Sie basiert auf den gleichen Prinzipien wie die Akupunktur, nur das statt Nadeln mit den Fingern Druck auf die Akupunkturpunkte ausgeübt wird. Sie kann nach Einweisung des Therapeuten auch zuhause beim eignen Tier gut durchgeführt werden. Sie ist hilfreich bei vielen „Störungen“ der Gesundheit, kann aber „Zerstörtes“ nicht wieder aufbauen.

Akupressur bei Tieren

Tellington Touch: Die Tellington Touch – Methode ist ein  System von sanften manuellen Berührungstechniken am Körper, speziellen Führtechniken und lernfördernden Hindernissen. Sie wurde von Linda Tellington Jones 1975 für eine gewaltfreie Arbeit mit Pferden begründet. Im Laufe der Jahre wurde schnell klar, dass sie bei Hunden, Katzen und Kleintieren auch einsetzbar ist.

Die Tellington Touch – Methode erleichtert die Kommunikation mit den Tieren und wird in den Bereichen des Verhaltens, der Gesundheit und der Ausbildung eingesetzt. Die Tellington Touches bestehen aus verschiedenen Kreisbewegungen und Lifts, die mit den Fingern und der Hand am ganzen Körper ausgeführt werden. Das Ziel liegt in der Aktivierung von Zellfunktionen. Die Folge ist dann eine Lösung der Verspannung, eine Verminderung der Berührungsängste, eine Linderung von Schmerzen und eine beschleunigte Heilung.

Mit dieser Methode kann man seinem Tier mehr Selbstsicherheit geben, unerwünschte Verhaltensweisen verändern, Angstreflexe abbauen, Widerstände reduzieren und seine Beziehung zum Tier vertiefen. Ein Gesamtziel ist das Tier zum agieren zu bringen, anstatt das es zum Beispiel aus Angst nur reagiert.

Außerdem wird noch mit Führtechniken und lernfördernden Parcours gearbeitet. Damit kann das Tier lernen sich effizienter zu bewegen und neue Bewegungsabläufe zu erlernen. Seine Konzentration und sein Focus auf seinen Menschen wird erhöht.

Weitere Information zum Tellington Touch:

Wikipedia über Tellington Touch

Tellington Touch Team

Anwendungsbereiche

Kinesiologie: Diese Alternativmedizin beruht auf der Annahme, dass sich Erkrankungen auf der Schwächung bestimmter Muskelgruppen manifestieren (griechisch kinesis = Bewegung). Teilweise stützt sie sich auch auf die Lehre der Meridiane. Sie wird gerne als zusätzliche Diagnosefindung von Heilpraktikern eingesetzt.

Wikipedia über Kinesiologie

Kinesiologie bei Tieren

Bioresonanztherapie: Diese Therapie geht von der Annahme aus, dass jedes Lebewesen, jedes Organ eigene elektromagnetische Schwingungen hat. Mit einem eigens für diese Therapie entwickelten Gerät, werden diese Schwingungen gemessen. Jedes Störung in der Gesundheit verändert diese Schwingungen, das Gerät kann sowohl ungesunde Schwingungen messen – Diagnoseverfahren – als auch in Form einer Behandlung korrigieren – Heilverfahren.

Wikipedia über Bioresonanztherapie

Bioresonanztherapie bei Tieren

Reiki: Reiki stammt von den japanischen Worten Rei = Kosmos und Ki = Lebensenergie ab. Es ist eine Art Geisteskraft-Behandlung oder auch therapeutische Energiebehandlung, die von seriösen Reiki-Lehrern bei ernsthaften Erkrankungen „nur“ als Zusatzbehandlung eingesetzt wird. Reiki kann Blockaden und Verspannungen lösen, Selbstheilungskräfte anregen und ähnliches. Es wird auch bei Tieren eingesetzt:

Wikipedia über Reiki

Reiki für Tiere

Meine  persönlichen Erfahrungen mit einigen dieser alternativen medizinischen Wege sind sehr positiv und überraschend. Deshalb empfehle ich sie nicht rundweg abzulehnen, nur weil sie mit unseren heutigen wissenschaftlichen Mitteln in ihrer Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden können. Allerdings rate ich von Eigenversuchen und Selbstdiagnostik ab, auch diese ganzen Verfahren bedürfen eines darin ausgebildeten Therapeuten. Schließlich würden wir ja auch nicht zu einem selbsternannten „Arzt“ gehen, der nirgendwo in der klassischen Medizin ausgebildet wurde.

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© Katja Tuszynski

Futtermittelunverträglichkeit

In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der Futtermittelunverträglichkeit, zum einen die Futtermittelintoleranz, zum anderen die Futtermittelallergie. Im Folgenden finden Sie eine genaue Definition der beiden Unverträglichkeiten, Wege der Diagnose und den erfolgreichsten Behandlungsansatz.

Der folgende Artikel wurde zwar speziell für Katzen geschrieben, gilt aber für Hunde gleichermaßen.

Futtermittelintoleranz

Der Begriff „Intoleranz“ meint medizinisch eine Stoffwechselstörung aufgrund unzureichender Verarbeitung zugeführter Substanzen. In Bezug auf eine Futtermittelintoleranz bedeutet es die Störung des normalen Verdauungsprozesses bei Nahrungsaufnahme ohne Beteiligung des Immunsystems.

Futtermittelallergie

Bei der Futtermittelallergie kommt es zusätzlich noch zu einer Immunantwort. Das bedeutet, dass das Immunsystem der Katze den Allergie auslösenden Stoff wie auf einen Krankheitserreger reagiert und es kommt zu einer Überreaktion des Körpers. Continue reading

Stomatitis bei Katzen

Eine Stomatitis ist eine Entzündung der Mundschleimhaut, sie wird unterschieden zur Gingivitis, bei der nur das Zahnfleisch entzündet ist. Eine Stomatitis ist meistens ziemlich schmerzhaft für die Katze und eine erfolgreiche Heilung sehr schwierig. Sie kann bei Katzen jeden Alters und beiderlei Geschlechts auftreten, manche Tierärzte sind der Meinung, dass Rassekatzen öfter betroffen sind. Wenn andere Partien der Maulhöhle auch entzündet sind, spricht man vom Feline Gingivitis-Stomatitis-Pharyngitis-Komplex (GSP). Folgende Erkrankungen können mit einer Stomatitis zusammen auftreten:

  • Gingivitis = Zahnfleischentzündung
  • Gingivahyperplasie = Schwellung oder Wucherung des Zahnfleisches
  • Konkremente = Zahnstein
  • Parodontitis= Entzündung des Zahnhalteapparates
  • Faucitis = Entzündung der Falten im Gaumenzungenbogen
  • Pharyngitis = Entzündung des Rachens
  • FORL = Feline odontoklastische resorptive Läsionen
  • Glossitis = Zungenentzündungen
  • Palatitis = Gaumenentzündungen
  • Ostitis = Knochenentzündung, in diesem Fall des Kieferknochens

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Kastration von Katzen – wichtiges Thema

Kastration ist für Tierfreunde ein wichtiges Thema, mit dem sich jeder gründlich auseinander setzen sollte. Die Kastration von Mensch und Tier an sich hat eine lange Geschichte, wer sich einlesen mag findet bei Wikipedia so einiges:

Wikipedia über die Geschichte der Kastration

In der heutigen Zeit und in Bezug auf Katzen gibt es mehrere wichtige Gründe, warum sich der Mensch für eine Kastration entscheiden sollte, doch erst will ich genauer erläutern, was Kastration bedeutet.

Was ist eine Kastration?

Unter einer Kastration wird die vollständige operative Entfernung der Drüsen verstanden, die die Sexualhormone produzieren. Beim Kater sind das die Hoden, bei der Katze die Eierstöcke. Manche Tierärzte entfernen bei Katzen zusätzlich noch die Gebärmutter.

Diese Sexualhormone steuern bei Katzen den Sexualzyklus (Rolligkeit) und beim Kater sorgen sie für die Zeugungsfähigkeit (Samenproduktion) und ein ausgeprägteres Revierverhalten. Mehr über die Rolligkeit von Katzen finden Sie in meinem Artikel:

Die Rolligkeit einer Katze

Die Kastration ist bei Katern eine simple Operation, die Hodensäcke werden ca. 1 cm lang aufgeschnitten, die Hoden selbst entfernt und die Samenstränge verschlossen. Bei Katzen ist sie etwas komplizierter, da die Eierstöcke in der Bauchhöhle liegen.

Wichtig: Bitte nicht Kastration mit Sterilisation verwechseln. Bei einer Sterilisation würden der Katze lediglich die Eileiter durchtrennt werden, die Folge ist ein weiterhin bestehender Sexualzyklus ohne Zeugungsfähigkeit. Deswegen werden (und sollten auch nicht) heutzutage Sterilisationen bei Katzen nicht mehr durchgeführt!

Medizinische Gründe für eine Kastration

Wenn eine rollige Katze nicht gedeckt wird, wird sie solange es draußen länger hell ist, immer wieder rollig werden. Die Rolligkeit wird von der Tageslichtdauer beeinflusst. Bei ungedeckten Katzen kann sich die Rolligkeit „verselbstständigen“ und zu einer Dauerrolligkeit führen. Bei Wohnungskatzen kann das elektrische Licht auch in der Winterzeit zur Rolligkeit und Dauerrolligkeit führen.

Studien haben ergeben, dass die veränderte Hormonproduktion bei einer Dauerrolligkeit und auch generell bei unkastrierten Katzen wesentlich häufiger zu einem Gesäugekrebs oder Gebärmuttererkrankungen führt.

Der zweite medizinische Grund liegt sowohl bei Katern, als auch bei Katzen im Verhalten. Nicht kastrierte Tiere haben ein ausgeprägteres Revierverhalten, was verschiedene Folgen haben kann:

  • Harnmarkieren des potenten Katers – der Urin riecht sehr stark!
  • Harnmarkieren der potenten Katze
  • Unsauberkeit der Katze, da sie durch die Sexualhormone sehr gestresst ist
  • Störung der Gruppenharmonie bei mehreren Katzen
  • Gewichtsabnahme bei Katzen, mitunter sehr stark
  • Verhaltensveränderungen, da einzig die Fortpflanzung im Fokus liegt
  • Schreien und Rufen der Katzen um Kater anzulocken
  • andere Stressreaktionen

Dieses andere Verhalten betrifft sowohl Katzen die alleine beim Menschen leben, als auch Katzen die zu mehreren gehalten werden. Besonders schwierig kann es werden, wenn kastrierte und unkastrierte Katzen zusammenleben. Paul Leyhausen – der bekannte Verhaltensforscher – beschreibt eine gewisse Grundwertigkeit bei Katzen, in der die unkastrierten Tiere immer etwas „höher“ liegen.

Seriöse Katzenzüchter lassen deswegen aus diesen medizinischen Gründen ihre älteren Katzen, die nicht mehr zur Zucht „verwendet“ werden, kastrieren.

Heutzutage ist für einen gut besuchten Tierarzt eine Kastration eine absolute Routineoperation, die nur in den aller seltensten Fällen schwere Komplikationen mit sich bringt. Bedingung dafür ist es natürlich, dass man die Anweisungen des Tierarztes für die Zeit nach der Operation auch einhält.

Tierschutz – Gründe für eine Kastration

Aus der Perspektive unserer Tiere leben wir in einer schlechten Welt. In ganz Europa steigt die Katzenpopulation an. Das betrifft nicht nur die so genannten Strassen- und Bauernhofkatzen, sondern auch die ursprünglich als Hauskatze gehaltenen. Das rasante Ansteigen der Katzenzahlen in Tierheime unterstreicht dieses.

Jede nicht kastrierte Katze kann ein bis mehrmals im Jahr durchschnittlich 3 Kitten pro Wurf zur Welt bringen. Das hat die Folge, dass frei lebende Katzengruppen (ausgesetzte Katzen, Straßenkatzen, Bauernhofkatzen, streunende Katzen u. a.) stetig größer werden. Einige Tierschutzvereine haben sich deswegen auch aus Kastrationsaktionen dieser „verwilderten“ Katzen spezialisiert.

Jeder Katzenhalter, der nun seine freilaufende oder seine Wohnungskatze absichtlich oder aus Versehen decken lässt, „produziert“ weiteren „unerwünschten“ Nachwuchs, denn oftmals sind es gerade diese Katzen, die ausgesetzt oder in schlechte Hände vermittelt werden oder unsere Tierheime füllen.

Es ist völlig natürlich, dass jeder Mensch seine Katze für die Schönste hält. Auch der Wunsch eine Geburt und die Aufzucht des Nachwuchses mit zu erleben ist absolut normal und verständlich. Dennoch vermindert jedes Kitten, dass nicht gezeugt und geboren wird, das Leid der schon lebenden und unglücklichen Katze, die im Tierheim ihr Dasein fristet oder gar auf der Strasse ums überleben kämpft. Weitere Informationen rund um die Kastration von Katzen wie Kosten, Ablauf und noch anderes finden Sie im nachstehenden Portal:

Kastration

Ich persönlich kennen keinen Grund, der gegen eine Kastration spricht, dagegen viele – wir hier dargelegt – die dafür sprechen. Die Gesundheit unserer eigenen Katzen – körperlich wie geistig – und bei einem Blick auf die gesamte Katzenbevölkerung in Europa, das Streben nach besseren Lebensumständen für alle Katzen sind dem gegenüber sehr viele und wichtige Gründe.

Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, laden wir Sie herzlich in unser Forum ein: Forum von Petsnature

© Katja Tuszynski

Tierarztbesuch – am Besten gut vorbereiten!

Gerade mit Katzen ist oftmals ein Tierarztbesuch nicht einfach, da fast jede Katze mit Angst auf das „zwangsweise“ Verlassen ihres Reviers reagiert. Natürlich gibt es die berühmten Ausnahmen, die relativ gelassen den Tierarztbesuch über sich ergehen lassen, doch meistens ist es mit Stress für Mensch und Tier verbunden.

Oft sind wir Menschen schon vor dem Termin aufgeregt, weil wir noch vom Ablauf des letzten Tierarztbesuches erschreckt sind oder am liebsten unserer Katze das alles ersparen würden. Das heißt, ein wichtiger Stressfaktor für unsere Katzen können wir selbst sein. Je ruhiger und gelassener wir sind, desto stressfreier wird es auch für die Katze. Eine enorme Hilfe dafür ist ein planvolles Vorgehen.

Planung des Tierarztbesuches

Uhrzeit: Es gibt zwei Dinge bei der Uhrzeit zu beachten, zum einen ist die Gefahr einer langen Wartezeit – womöglich noch mit vielen anderen Tieren, die die Katze ängstigen – bei Terminen zu Beginn der Sprechstunde nicht so sehr gegeben. Zum anderen sollten auch Sie nicht abgehetzt nach Hause kommen und mit einem Eiltempo Ihre Katze einladen müssen. Hier gilt ganz klar, in der Ruhe liegt die Kraft.

Transportkorb I: Nicht jeder Korb ist gleich gut für seinen Zweck geeignet. Am besten sind Körbe, die sich sowohl von vorne, als auch von oben öffnen lassen. Ein weiterer Vorteil sind entweder Netze vor den Öffnungen oder so breite Gitter, das eine Pfote durchpasst, denn so manch eine Katze schürft sich die Pfoten an zu schmalen harten Spalten auf. Gut ist auch, wenn es die Möglichkeit gibt, dass Sie durch einen Reißverschluss oder breit genügende Gitterabstände, die Hand zu Ihrer Katze in den Korb kriegen.

Transportkorb II: Katzen haben einen sechsten Sinn, sie spüren Ihre Anspannung und fürchten sich dementsprechend auch. Deswegen wird es in vielen Haushalten eine wilde Hatz die Katze zu fangen und in den Transportkorb zu bugsieren. Das sollte in jedem Fall vermieden werden!  Es hilft den Korb – sofern er irgendwo verstaut ist – schon Tage vorher als weiteres Katzenmöbelstück in den Raum zu stellen. Ein Füttern oder Spielen im selbigen schafft ein entspanntes Verhältnis der Katze zu diesem Korb. Wenn es möglich ist, ist es am Besten, wenn der Korb im Alltag als ein Ruheplatz integriert ist.

Transportkorb III: Wenn die Abfahrtszeit näher rückt, empfiehlt es sich ganz in Ruhe die Katze mit Spielzeug oder mit Leckerli in den Korb zu locken. Das ist gerade für ängstliche Katzen sehr wichtig. Sie wird schon beim Tierarzt genug Stress erleben, dass braucht sie nicht auch noch zu Hause in ihrem Revier mit Ihnen! Ich wiederhole: Je gelassener Sie sind, desto spielerischer kriegen Sie die Katze in den Korb.

Fahrt zum Tierarzt: Die meisten Katzen maunzen mehr oder weniger laut auf der Fahrt zum Tierarzt. Reden Sie mit ihr, erklären Sie ihr, wohin Sie fahren und warum das notwendig ist. Zeigen Sie ihr Verständnis für ihre Angst, ohne Sie in dieser zu bestärken.

Angstkatzen: Wie schon gesagt, fast jede Katze hat Angst, wenn es zum Tierarzt geht. Allerdings gibt es nicht wenige Katzen, die überdurchschnittlich viel Angst und Stress erleben. Um ihnen zu helfen gibt es verschiedene schulmedizinische und alternative Mittel, die das Stresslevel Ihrer Katze senken. Bitte sprechen Sie VOR dem Tierarztbesuch mit dem Arzt oder einem Tierheilpraktiker über den Einsatz eines solchen Mittels und lassen sich beraten, welches für Ihre Katze am besten passt.

Beim Tierarzt: Sofern Ihre Katze zu den nicht wenigen Angstkatzen gehört, ist es wichtig, dass Ihr Tierarzt schon vorher von Ihnen darüber informiert wird. Am besten sprechen Sie vorher mit ihm ab, weshalb Sie kommen und fragen ihn, wie er mit Ihrer Katze die Untersuchung gestalten will.

Eine sehr gute Alternative ist inzwischen der „mobile Tierarzt“. Diese Ärzte kommen zu Ihnen nach Hause und können vielen Untersuchungen, Behandlungen und selbst kleine Operationen bei Ihnen vor Ort durchführen. Die meisten Katzen reagieren sehr positiv auf das Wegfallen des Weges. Eine Ausnahme bilden jedoch besonders sensible Katzen, die durch diesen Tierarztbesuch das Sicherheitsgefühl in ihrem Revier verlieren, sie sind allerdings wirklich eher die Ausnahme.

Ihre Vorbereitung auf den Tierarztbesuch

Ein weiterer wichtiger Punkt für den Sie zufrieden stellenden Ablauf beim Tierarztbesuch, ist Ihre Einstellung. Als Katzenhalter ist man oftmals mit dem “Fachchinesisch” eines Tierarztes überfordert und hat das Gefühl nur „Bahnhof“ zu verstehen.

Ein Tierarzt erbringt Ihnen und Ihrer Katze gegenüber eine Dienstleistung und Sie sind derjenige, der sie bezahlt. Sie bezahlen ihn für sein Fachwissen, deswegen gehört es auch zu seinen Pflichten, Ihnen alles so zu erklären, dass Sie es verstehen. Heutzutage ist das für viele Tierärzte selbstverständlich geworden, aber eben nicht für alle. Deswegen fragen Sie bitte immer so lange nach, bis Sie wirklich alles verstanden haben. Am besten lassen Sie sich auch immer alle Untersuchungsergebnisse schriftlich in Kopie mitgeben, dann haben Sie bei komplexeren Themen auch immer die Chance sich von einem anderen Fachmann eine zweite Meinung geben zu lassen.

Sie haben die Verantwortung für Ihre Katze, nicht Ihr Tierarzt. Sie müssen auf  der Grundlage des von ihm zur Verfügung gestellten Wissens entscheiden, nicht er. Gerade bei größeren Eingriffen oder schwereren Erkrankungen ist eine zweite Meinung oder schlichtweg mehr Hintergrundwissen, wie wir es in Form dieses Ratgebers bieten wollen, sinnvoll und wichtig. Denn Sie können nur Entscheidungen treffen, wenn Sie ausrechend informiert sind, die Lage richtig einschätzen können.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, dass man sich auf einen Tierarztbesuch vorbereitet. Stellen Sie sich am Besten vorher eine Liste mit den Fragen zusammen, die Sie dem Tierarzt stellen wollen. Schreiben Sie sich dies ruhig alles auf und nehmen Sie die Liste mit zum Tierarzt. So können Sie sich sicher sein, dass Sie all das erfragt haben, was Sie wissen wollen.

Vorschläge für Fragen an Ihren Tierarzt:

Wie lautet die Diagnose? Diese Frage ist eine der wichtigsten Fragen. Allerdings lässt sie sich meist nicht sofort beantworten, denn für die Diagnosefindung müssen in vielen Fällen einige Untersuchungen durchgeführt werden. Ihr Tierarzt sollte jedoch in der Lage sein, Ihnen zu erklären, in welche Richtung seine Untersuchungen gehen und warum sie notwendig sind. Deswegen kann man diese Frage ruhig öfters stellen.

Welche (anderen) möglichen Erkrankungen kommen in Frage? Nicht immer sind alle Symptome so eindeutig, dass nur eine einzige Krankheit in Frage kommt. Es ist gut, wenn Sie darüber informiert werden, auf welche Dinge Sie achten müssen. Letztendlich sind wir Lebewesen keine Autos, wo man nur an einer Schraube drehen muss und alles funktioniert wieder. Es ist also völlig normal, wenn gerade zu Beginn einer Untersuchung mehrere Diagnosen im Raum stehen, der Job Ihres Tierarztes ist es, mit Ihnen zusammen nach der richtigen zu fahnden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Behandlungsformen. In manchen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff von Nöten; viele Fälle lassen sich medikamentös behandeln. Auch Strahlentherapien und Verhaltens-/Psychotherapien haben Einzug in die heutige Tiermedizin gefunden. Und ein weiteres breites Spektrum für die Heilung bieten die Alternativmedizin und die Naturheilkunde. Ich persönlich schätze Tierärzte, die sich vor der Alternativmedizin nicht verschließen und in der Lage sind die Situation der Katze ganzheitlich zu betrachten.

Wie lange dauert die Behandlung? Manche Therapien erstrecken sich über einen längeren Zeitraum, bei anderen handelt es sich um eine einmalige Tablettengabe. Für nicht wenige Erkrankungen ist es wichtig, die Medizin bis zum Ende zu geben und nicht bei scheinbarer Gesundung der Katze sie abzusetzen. Nebenbei ist es auch für Sie nicht unerheblich zu wissen, welche Folgekosten (Medikamente, weitere Behandlungen) entstehen können.

Welche Medikamente setzt der Tierarzt ein? Lassen Sie sich aufklären, welche Medikamente Ihre Katze bekommt und wofür/wogegen diese eingesetzt werden. So können Sie selbst besser nachvollziehen, was gemacht wurde und werden soll, so dass Sie – sofern Sie sich eigenständig selbst weiter informieren wollen – genau Bescheid wissen, sollten Sie nach der bisherigen Behandlung gefragt werden (beispielsweise in Forendiskussionen). Fragen Sie auch nach möglichen Nebenwirkungen und wie Sie damit umgehen sollen.

Wie lautet die Prognose? Nicht nur bei schweren Erkrankungen ist die Frage nach dem möglichen Krankheitsverlauf und seiner Entwicklung eine sehr wichtige Frage, deren Antwort man verantwortungsvoll behandeln muss und welche im Falle der schweren Erkrankung über Leben und Tod entscheiden kann. Je mehr Sie wissen und verstehen, desto weniger „Ungewisses“ kann Sie ängstigen. Je aufgeklärter Sie über alle Fakten sind, desto sicherer werden Sie sich fühlen um in zukünftigen Situationen angemessen zu reagieren.

Wieviel kostet die Behandlung? Diese leidige Frage sollten Sie heutzutage ruhig im Vorfeld stellen, denn Behandlungskosten können schnell in die Höhe schießen. Nicht jeder Katzenhalter kann die entstehenden Kosten aus dem Ärmel schütteln und sollte die Gelegenheit haben die Finanzierung zu organisieren. So fallen Sie mit dem Erhalt der Rechnung auch nicht aus allen Wolken, wenn die Behandlung abgeschlossen ist. In vielen Tierarztpraxen ist es Usus, dass die Behandlung direkt im Anschluss bezahlt werden soll. In Notfällen oder bei einer Therapie, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, erkundigen Sie sich am besten über Zahlungsmöglichkeiten – so zeigen Sie zugleich auch Ihre Zahlbereitschaft. Viele Tierarztpraxen und -kliniken lassen sich inzwischen auf Ratenzahlungen ein. Informieren Sie sich rechtzeitig und besprechen Sie es mit Ihrem Tierarzt.

Zusammenarbeit mit Kliniken oder anderen Tierärzten/Tierheilpraktikern? In manchen Fällen kann eine Zusammenarbeit mit Fachtierärzten, -kliniken oder auch Tierheilpraktikern hilfreich sein. Sollten Sie sich dafür entscheiden jemand weiteres “an Bord” zu holen (sei es für eine Zweitmeinung oder für eine spezielle Therapieform) und zu der Behandlung Ihrer Katze hinzu zu ziehen, besprechen Sie das bitte immer mit Ihrem Tierarzt, damit keine Missverständnisse entstehen. Fragen Sie ihn auch direkt, ob er bereit ist mit dem Kollegen oder Tierheilpraktiker zusammen zu arbeiten. So vermeiden Sie Konflikte und können später wieder ohne “schlechtes Gewissen” zu Ihrem Tierarzt gehen.

Verstehen Sie eine der Antworten nicht, fragen Sie ruhig nach, auch nach der Schreibweise von Krankheits- und Medikamentennamen. Es ist völlig normal, wenn man die Fachbegriffe nicht sofort versteht und/oder schreiben kann, schließlich hat ihr Tierarzt für sein Können und Wissen lange studieren müssen, niemand kann von Ihnen erwarten, dass Sie das alles in 5 Minuten auswendig können und verstanden haben.

Mögliche Fragen Ihres Tierarztes

Eine weitere Vorbereitung für Ihren Tierarztbesuch ist die Ihre Schilderung des Zustandes Ihrer Katze. Je mehr Informationen Sie dem Tierarzt liefern können, desto mehr helfen Sie ihm bei seiner Arbeit. Damit Sie nichts vergessen, lohnt sich auch hier eine kleine Liste zu erstellen. Dazu bringen Sie am besten das Impfbuch und sofern vorhanden alte Untersuchungsergebnisse mit. Folgende Punkte wird der Tierarzt wissen wollen:

  • Name, Rasse, Alter (Geburtsdatum)
  • Geschlecht (kastriert oder nicht)
  • Gewicht – Ihre Katze kann auch vor Ort gewogen werden, wenn es erforderlich ist wie beispielsweise für die Medikamentendosierung.
  • Wann war die letzte Impfung und wogegen? (Impfausweis)
  • Wann war die letzte Entwurmung und welches Medikament wurde eingesetzt?
  • Stammt Ihre Katze aus dem Ausland? Wenn ja, woher? Es gibt einige Erkrankungen, die durch Erreger, die im Ausland häufiger als bei uns vorkommen, hervorgerufen werden.
  • Haben Sie Zecken- oder Flohbefall an Ihrem Hund festgestellt? Diese kleinen Biester können auch Krankheiten übertragen; so kann die Zecke zum Beispiel Überträger der Borreliose sein.
  • Welche Beschwerden hat Ihre Katze und wie äußern sie sich?
  • Wann sind die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wie oft und zu welchem Zeitpunkt treten die Beschwerden auf?
  • Hat Ihre Katze etwas Außergewöhnliches gefressen? Die Antwort ist gerade bei akuten Fällen mit Vergiftungserscheinungen wichtig.

Bei Durchfallerkrankungen macht es durchaus Sinn gleich eine frische Kotprobe – Röhrchen gibt es in der Apotheke – mitzubringen.

Diese Fragen lassen sich durchaus weiter individuell nach Art der auftretenden Beschwerden ihrer Katze ergänzen. Wenn Sie sehr besorgt sind, kann es für Sie selbst eine Hilfe sein, wenn Sie sich auf diese Fragen konzentrieren und Ihre Gedanken so von der Sorge ablenken. Und vor allem sind Sie mit diesen Vorbereitungen eine große Hilfe für den Tierarzt, welcher aus den Antworten schon einen guten Weg zur Diagnose und Behandlung finden kann. Notieren Sie sich ruhig auch Eindrücke und Gefühle wie z. B. Katze wirkt ängstlicher oder Katze wirkt ruheloser, auch diese Hinweise können sehr nützlich sein.

Die Wahl des Tierarztes

Leider sind nicht alle Tierärzte gleich gut. Für mich ist vor allem seine Leidenschaft zu seinem Beruf und die Liebe zu Tieren wichtig. Es ist ja in allen Berufsbildern so, die Brötchen eines Bäckers aus Berufung schmecken besser, als des Bäckers, der nur irgendeine Backmischung nimmt; ein Anwalt, der an einen glaubt und für die Rechte seines Mandanten voller Überzeugung kämpft ist besser, als einer der alles nach Schema F abarbeitet.

Doch wie findet man einen guten Tierarzt? Empfehlungen von Tierfreunden sind da immer hilfreich. Ausserdem kann man auch vor seinem Besuch schon mit dem Tierarzt telefonieren und einige Punkte seiner generellen Einstellung abfragen. Ein weiterer Pluspunkt ist in meinen Augen, wenn ein Tierarzt offen für alternative Behandlungswege ist. In den heutigen Zeiten des Internets haben schon viele Tierärzte auch eine Homepage und die sagt einiges über sie aus. Ich persönlich finde es gut, wenn die Internetseite das Praxistteam und seine Räume vorstellt, alle Leistungen gut beschrieben sind und interessante und nützliche Informationen für den Tierhalter angeboten werden. Im folgenden Link zeige ich exemplarisch eine Tierarztseite, die ich unter den genannten Aspekten überzeugend finden:

Vetzentrum.de

Wenn Sie alle diese Punkte berücksichtigen, den Tierarztbesuch ausführlich planen, schaffen Sie sowohl für Ihre Katze, als auch für sich selbst einen guten Rahmen, in dem Sie beide sich sicher und wohl fühlen werden.

Auch in unserem Forum stehen wir Ihnen gerne mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature

© Katja Tuszynski  – www.marcating.de

© Foto: www.sxc.hu

Flöhe bei Katzen und Hunden

Flöhe – ein kurzes Wort, ein kleines Wesen, aber ein großer Schrecken. Es sind Plagegeister für Mensch und Tier, vor allem weil die Entfernung aus der Wohnung mit einigem Aufwand verbunden ist. Ein mit Flöhen befallenes Tier sollte immer sofort behandelt werden, da die Bisse durchaus schlimme Folgen haben können:

  • Juckreiz der Bissstellen
  • Entzündung der Bissstellen durch aufkratzen
  • Allergische Reaktionen auf Flohspeichel
  • Ansteckung mit Bandwürmern deren Träger Flöhe sind
  • Ausbreitung der Flöhe in der ganzen Wohnung

Wenn Sie bei Ihrer Katze oder Ihrem Hund verdächtige dunkle Punkte sehen, gibt es einen einfachen „Schnelltest“ um Flöhe relativ sicher zu diagnostizieren. Kämmen Sie ein paar dieser Punkte auf ein feuchtes Küchentuch und zerreiben diese. Wenn die Punkte dann rötlich oder bräunlich werden, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Flöhe, da der Flohkot aufgrund eines „Farbstoffes“ auf dem feuchten Tuch so reagiert. Wenn Sie sich unsicher sind, dann bitte schnell zum Tierarzt gehen.

Beim Tierarzt gibt es auch gute Spot-On-Präparate, die die Flöhe meistens erfolgreich eliminieren. Doch leider reicht das alleine nicht aus, da in der Regel nur 10 % aller Flöhe auf dem Tier leben, der Rest hat sich in Ihrer Wohnung verteilt. Das Umfeld Ihrer Katze oder Ihres Hundes (insbesondere alle Schlafplätze) muss mehrmals gründlich gesäubert werden, die Nutzung von Umgebungssprays oder ähnlichem wird empfohlen. Wenn Sie dabei auf Chemie verzichten wollen, können Sie anstelle dessen auch auf Kieselgur zurück greifen, das ist allerdings eine recht staubige Angelegenheit. Nach drei bis vier Wochen empfiehlt sich eine nochmalige „Einnebelung“ der Wohnung, damit man auch die Flöhe erwichst, die vorher noch im Eistadium waren und nun geschlüpft sind.

Und kämmen Sie sicherheitshalber Ihre Katze und Ihren Hund in diesen Tagen regelmäßig mit einem Flohkamm aus um sicher zu gehen, dass da nicht noch ein paar Flöhe herumhüpfen.

Weitere Informationen zu Flöhen und anderem Kleinstgetier sowie erfolgreichen Putzmethoden finden Sie bei zuhause.de

Foto: Katja Tuszynski