Archive for the ‘Hundewissen’ Category

Tipps zur Stubenreinheit

Sonntag, Juni 27th, 2010

887701_12269350kleinWenn ein Welpe einzieht, steht jeder frischgebackene Hundehalter vor dem Problem „Wie bekomm ich meinen Hund schnell stubenrein?“.
Ein Welpe muss erst lernen, wo und bei welcher Gelegenheit er seine Geschäftchen verrichten darf. Bei der Lösung dieses Problems ist ganz klar an erster Stelle Ihre Aufmerksamkeit gefragt. Sie müssen die Situationen erkennen, in denen Ihr Welpe bald muss. Wie bei kleinen Kindern passiert es dem Welpen, dass er plötzlich und ohne Vorwarnung mal muss. Und schon plätschert es auf den guten Stubenteppich. Als Hundehalter stehen wir nun in der Pflicht, dass wir wissen müssen, wann der Welpe „müssen“ könnte – und entsprechend handeln, bevor das Unglück geschieht.

Generell sollte der Welpe alle zwei bis drei Stunden die Möglichkeit bekommen sich zu lösen. Ein wenig Flexibilität sollten Sie jedoch einplanen: Wecken Sie ihn nicht, wenn er gerade schläft, sondern warten Sie, bis er wach wird. Kleine Hunde brauchen auch ihren Schlaf. Das Letzte, was Sie vor dem Schlafengehen unternehmen sollten, ist der Gassigang. Und entsprechend ist das Erste nach dem Aufstehen der Gang mit dem Welpen.

Allgemein gilt: Ein Hund lernt schneller, besser, freudiger durch Erfolgserlebnisse als durch negative Erfahrungen.
Deshalb besteht Ihre Aufgabe nun darin, dass Sie agieren statt reagieren. Beobachten Sie Ihr Hundekind und passen auf, wann es unruhig wird. Dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass es an der Zeit ist, mit ihm raus zu gehen. Nehmen Sie dann Ihren Welpen mit nach draußen und setzen Sie ihn an den Ort, an dem er sein Geschäft – auch in Zukunft – verrichten soll. Wenn er sich dann löst, loben Sie ihn ausgiebig.

Situationen, in denen ein Welpe mal „muss“:

  • nach dem Fressen
  • nach dem Schlafen
  • während des Spielens
  • nach dem Spielen

Geschieht stattdessen das Unglück und er hält nicht dicht, sondern hinterlässt eine Pfütze auf dem Teppich, dann schimpfen Sie nicht mit ihmSie haben ja nicht aufgepasst! Ein „Nein!“ reicht völlig aus, um Ihr Missfallen an seinem Tun kundzutun. Nehmen Sie stattdessen Ihren Welpen umgehend hoch und gehen Sie mit ihm raus. Bringen Sie ihn dorthin, wo er eigentlich hätte machen sollen. Und wenn er sich tatsächlich noch einmal hinhockt und macht, dann loben Sie Ihn wieder ausgiebig. Manch Hund unterbricht auch das Pinkeln, wenn man ihn hochnimmt und dann raus trägt. Sobald man ihn dann absetzt, pinkelt er weiter. Dann bitte wieder doll loben!
Die Pfütze auf dem Teppich, die können Sie auch hinterher noch in Ruhe wegmachen. Es ist wichtiger für den Lerneffekt direkt mit dem Welpen raus zu gehen.

Gehen Sie lieber einmal zuviel als einmal zuwenig. Durch die Erfolgserlebnisse begreift der Welpe viel schneller welches Verhalten von ihm erwünscht ist.

Sollten Sie einmal nach Hause kommen und eine Bescherung vorfinden:
Es nützt überhaupt nichts, wenn Sie den Welpen nun ausschimpfen oder rügen. Nehmen Sie ihn stattdessen schleunigst mit nach draußen, damit er machen kann. Und loben Sie ihn, wenn es klappt.

Überhaupt, äußern Sie Ihren Unmut nur, wenn Sie ihn „in flagranti“ erwischen. Wenn es schon passiert ist, weiß der Welpe nicht, was er verkehrt gemacht hat. Er sieht nur „Herrchen/Frauchen ist böse“, aber den Grund versteht er nicht. Ignorieren Sie dann die Bescherung und gehen Sie mit ihm nach draußen. Vergessen Sie nicht das Lob, wenn das Geschäft erfolgreich draußen erledigt ist!

Bestrafung

546681_12769560kleinSollte Ihr Welpe sein Geschäft in der Wohnung gemacht haben, wird in älterer Hundeliteratur oft dazu geraten, man solle eine Zeitung zusammenrollen und dem Hund als Strafe einen Klaps geben. Wenn Sie also eine Zeitung zusammenrollen möchten, dann verpassen Sie nicht Ihrem Welpen den Klaps, sondern sich selbst. Denn Sie haben nicht aufgepasst.
Ebenso wird im Volksmunde dazu geraten, den Hund zur Strafe mit der Schnauze in die von ihm gemachte Pfütze zu tunken. Der Hund aber sollte nicht bestraft werden… wenn Sie trotzdem strafen möchten, dann bitte sich selbst. Ich vermute, Sie verstehen, worauf ich hinaus will: Den Hund mit der Schnauze in seinen Urin zu drücken, ist mehr als unangebracht!

Mit Aufmerksamkeit und gutem Timing werden Sie Ihrem Welpen schnell beibringen können, wo er machen darf. Bleiben Sie gelassen, freundlich und geduldig. Wie auch bei Kindern kann immer mal im Eifer des Gefechts ein Unglück geschehen. Wenn Sie aber am Ball bleiben, werden auch Sie bald ein Erfolgserlebnis haben.

Es ist von Hund zu Hund unterschiedlich, wie schnell er lernt stubenrein zu sein. Bei manchen Welpen klappt es innerhalb weniger Tage schon annähernd zu 100%, wogegen manch anderer Welpe vielleicht über Monate hinweg immer mal wieder „nicht dicht hält“. Auch hier ist es wie mit Kindern: Die einen lernen das Sitzen, Krabbeln, Laufen und Sprechen schnell und andere brauchen dafür eben länger.

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© Jill Peters  – www.visions-inside.de

Krankenversicherung für Haustiere – Tierkrankenversicherung

Freitag, Juni 18th, 2010

Seit einigen Jahren bieten verschiedene Versicherungsunternehmen Tierkrankenversicherungen an. Über Sinn oder Unsinn kann man streiten, Fakt ist, dass die Tiermedizin heutzutage wesentlich komplexer geworden ist und Tierarztrechnungen bei entsprechender Behandlung durchaus im 4-stelligen Bereich ausfallen können. Im folgenden werde ich die verschiedenen Versicherungsformen vorstellen und das Geschäft der Versicherung an sich darstellen.

Welche Tierkrankenversicherungen gibt es?

Operationskostenversicherung: Diese Versicherungsform tritt nur bei Operationen, die Ihre Katze benötigt in Kraft. Die vorhergehenden Untersuchungen, die zur Diagnosefindung dienen, sind in der Regel nicht enthalten, notwendige Nachuntersuchungen im direkten Zusammenhang mit der Operation schon. Die erforderlichen Medikamente die zur Nachbehandlung gehören, sind in einigen enthalten. Bei manchen Versicherungen wird eine zu zahlende Höchstsumme pro Jahr festgelegt, wenn Sie diese überschreiten, zahlen Sie den Rest selbst.

Vorteile:

  • meistens keine Altersbegrenzung beim Abschluss der Versicherung
  • geringere monatliche Beiträge als bei der Vollversicherung

Nachteile:

  • es werden nur die Operationskosten und die direkt damit zusammenhängenden Kosten erstattet.

Voll – Krankenversicherung: In dieser Versicherungsform werden im Gegensatz zur OP-Kosten-Versicherung mehr und andere Tierarztkosten übernommen. Je nach Tarif gibt es allerdings einen so genannten Selbstbehalt (Mindestsumme die der Tierhalter selbst trägt) oder eine jährliche Begrenzung für Tierarztkosten generell oder pro Diagnose beziehungsweise “Schadensfall”.

Vorteile:

  • es werden auch normale Untersuchungskosten oder Impfungen bezahlt
  • meist sind auch noch weitere “Spezialleistungen” mit eingeschlossen

Nachteile:

  • der monatliche Beitrag ist höher
  • Katzen und Hunde ab einem gewissen Alter werden nicht mehr versichert

Wie funktioniert eine Versicherung überhaupt?

An sich eine schöne Vorstellung: Ich zahle monatlich einen überschaubaren Betrag, dafür gibt mir die Versicherung immer das Geld für jede Tierarztrechnung. Nur so einfach funktioniert das nicht, Versicherungen sind keine wohltätigen Vereine, es ist ein klar kalkuliertes Geschäft.

Verallgemeinernd könnte man eine Versicherung mit einer Wette vergleichen. Sie „wetten“, dass Sie die Versicherung irgendwann in Anspruch nehmen müssen, die Versicherung wettet dagegen. Und in der Regel behält sie Recht, denn sonst würde sich das Geschäft für sie nicht lohnen. Das bedeutet, wenn man den Blick auf alle Tierkrankenversicherungen eines Versicherungsunternehmen wirft, muss die Versicherung nur bei einem ungleich kleineren Prozentsatz aller Versicherten mehr bezahlen, als sie an Beiträgen von Ihnen als einzelnem erhält. Versicherungen sind ein Massengeschäft.

Neben diesem Massenaspekt greifen noch weitere statistische Erfahrungswerte von Tierarztkosten im Allgemeinen. Sie nehmen Einfluss auf die Versicherungsbedingungen, diese können von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich ausfallen. Ziel von allen ist der Gewinn, der sich aus den Beiträgen aller Tierkrankenversicherungen aller Kunden zusammensetzt. Wenn eine Versicherung grundsätzlich keinen Gewinn bringen würde, würden sie sie nicht anbieten oder sie so modifizieren, bis sie Gewinn bringt. Damit sind wir bei den Versicherungsbedingungen.

Welche Versicherungsbedingungen gibt es?

Im Folgenden liste ich alle mir bekannten Bedingungen und Einschränkungen auf, die Sie in den Verträgen finden könnten. Für welche sich das Unternehmen entscheidet, hängt von ihren Experten ab.

Eintrittsalter: Vor allem bei der Vollversicherung gibt es eine Altersbegrenzung, ältere Tiere werden grundsätzlich nicht versichert, das Risiko ist zu hoch.

Andere Altersbegrenzungen: Bei manchen Versicherungen sinkt ab einem gewissen Alter des Tieres die Übernahmehöhe von 100 % auf 80 % oder weniger.

Rasseeinschränkungen: Manche Katzen- und Hunderassen leiden verstärkt unter bestimmten Erbkrankheiten oder sind statistisch gesehen anfälliger bzw. häufiger krank, entweder wird die Rasse nicht vollversichert, oder bestimmte Krankheiten werden aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Selbstbehalt: Manche Versicherungen zahlen erst ab einer festgelegten Eigenbeteiligung von Ihnen.

Kostenbegrenzung: Manche Versicherungen begrenzen die Kosten entweder pro Jahr, pro Bereich wie zum Beispiel Vorsorge oder pro Diagnose pro Jahr, alle darüber hinaus gehenden Kosten müssen Sie selbst tragen. Das gilt sowohl für die reine Behandlung, als auch für die Operationskosten.

Grundbedingungen: Häufig wird die Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Impfplanes zur Bedingung gemacht. Halten Sie eine Impfung nicht ein und Ihr Tier wird danach krank, kann die Versicherung die Kostenübernahme ablehnen.

Tierarztrechnung: Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) setzt sich aus einem so genannten Grundwert und einem Steigerungssatz zusammen. Manche Versicherungen zahlen nur den „einfachen Satz“ oder haben andere Einschränkungen in diesem Bereich.

Haltungsbedingungen: Bei manchen Versicherungen erhöht sich der Beitrag, wenn die Katzen zum Beispiel ungesicherten Freigang haben, da das das Risiko der Versicherung erhöht.

Leistungsumfang: Der ist von Versicherung zu Versicherung sehr unterschiedlich. Manche zahlen zum Beispiel auch den Tierheilpraktiker, manche schließen bestimmte Verfahren aus.

Versicherungslaufzeit: Es gibt Versicherungen die nur ein Jahr lang laufen und immer wieder verlängert werden können, es gibt aber auch Laufzeiten von 5 oder 10 Jahren. Längere Laufzeiten senken zwar etwas die Beiträge, binden Sie allerdings für diesen Zeitraum an diese Versicherung.

Leistungsbeginn: Nicht jede Versicherungsleistung beginnt mit Ihrer ersten Beitragszahlung, damit schützen sich die Versicherungen davor, dass Sie zum Beispiel von der anstehenden Zahnsanierung schon wissen und nur deswegen die Versicherung abschließen.

Sie sehen, es ist sehr wichtig sich das ganze Kleingedruckte – die Versicherungsbedingungen genau durch zu lesen und auseinander zu klamüsern was sie im Einzelnen bedeuten. Wenn Sie sich für eine Versicherung interessieren, lohnt sich der Vergleich der Bedingungen und der Kosten mehrere Versicherungen auf jeden Fall!

Tierkrankenversicherung – Sinn oder Unsinn?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, es spielen verschiedene Faktoren dabei eine Rolle. Das fängt mit Ihren eigenen Lebensumständen an und hört mit der Situation Ihres Tieres auf.

Wenn Sie zum Beispiel eine jüngere Katze mit einer bestimmten Erkrankung haben und davon ausgehen können, dass Sie trotz der Versicherungsbedingungen wahrscheinlich von der Versicherung profitieren könnten, dann macht sie auf jeden Fall Sinn.

Wenn Sie eine eher kränklichen Hund halten und über einen schmaleren Geldbeutel verfügen, dann wird Ihnen die Versicherung ein gutes Ruhepolster sein, immer für Ihren Hund alles Notwendige veranlassen zu können.

Letztendlich läuft es auf eine simple Rechenaufgabe hinaus:

12 x 20 Euro (durchschnittlicher Beitrag für Katzen) = 240 Euro pro Jahr

240 Euro x 15 Jahre (durchschnittliche Lebenserwartung) = 3600 Euro für 15 Jahre

zusätzlich + eventuellem Eigenbehalt oder Kosten, die die Leistungsgrenzen überschreiten

Am Besten rechnen Sie sich das mit den exakten Zahlen der in Frage kommenden Versicherung durch. Wenn Sie mehrere Tiere halten, gibt es oftmals einen Rabatt wenn alle bei der gleichen Versicherung versichert werden.

Eine überdenkenswerte Alternative zur Tierkrankenversicherung ist ein Sparbuch. Es setzt allerdings voraus, dass Sie zum einen jeden Monat eine Summe X darauf einzahlen und zum anderen so diszipliniert sind, dieses Geld ausschließlich für Tierarztrechnungen zu benutzen.

(c) Katja Tuszynski – www.wortwichtel.de

Die Hundesteuer

Freitag, Juni 18th, 2010

Artikel powered by petsnature.de

Wenn man sich dafür entscheidet mit einem Hund zusammenzuleben, dann gibt es Vieles zu bedenken. Jedoch dreht es sich nicht nur darum, welcher Hund, welche Rasse, Hündin oder Rüde, jung oder alt es sein soll, sondern es kommen auch noch andere Verpflichtungen hinzu.

Eine davon ist die Hundesteuer.

Erstmalig wurde die Hundesteuer als Luxussteuer in Deutschland um 1810 erhoben. Man ging davon aus, dass jemand, der sich ein Tier, welches kein Nutztier ist, leisten kann, auch über genügend Geld verfügt, dafür einen Sonderbeitrag zu bezahlen.  Heute hat sich die Luxussteuer zu einer Ordnungssteuer gewandelt, die unter anderem der Begrenzung der Hundeanzahl in einer Stadt dienen soll.

Die Hundesteuer ist eine direkte Steuer, denn der Hundehalter ist der Steuerträger und Steuerpflichtige. Besteuert wird die Hundehaltung.
Zu zahlen hat der Hundehalter: In einer Familie ist es der Wohnungs- oder Hauseigentümer bzw. –mieter, also der Haushaltsvorstand.  Diese Steuer wird als Jahressteuer pro gehaltenen Hund im Haushalt erhoben.

Die Hundesteuer wird von den Gemeinden erhoben; diese besitzen das Recht zu dieser Erhebung.  Der Steuersatz kann in den unterschiedlichen Gemeinden variieren, da die Gemeinde die Höhe des Steuerbeitrags als auch die Regelungen zu Befreiungsmöglichkeiten festlegt. Oftmals ist die Steuerhöhe für den zweiten und jeden weiteren Hund pro Haushalt höher angesetzt als beim Ersthund. Weiterhin kann der Steuersatz für bestimmte Hunderassen (sogenannte Kampfhundrassen) stark erhöht sein. Dies ist im Jahr 2000 vom Bundesverwaltungsgericht als grundsätzlich zulässig erklärt worden.

Für gewerbliche Zwecke gehaltene Hunde darf keine Hundesteuer erhoben werden. Dazu gehören beispielsweise Hunde mit denen gehandelt oder gezüchtet wird.
Für Blindenhund, Hütehunde, Therapiehunde etc. gibt es oft Steuerbefreiungen oder  –ermäßigungen , die jedoch von der jeweiligen Regelung der Gemeinde abhängig sind.

Es ist übrigens ein Gerücht, dass die von der Hundesteuer entstandenen Einnahmen der Gemeinde für die Hundekotbeseitigung eingesetzt werden. Sie als Hundehalter haben immer noch die Pflicht die Hinterlassenschaften Ihres Hundes zu entsorgen (ansonsten begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, die mittlerweile recht teuer werden kann). Die Gelder aus der Hundesteuer  fließen in die allgemeine kommunale Haushaltskasse.

Hier finden Sie eine Hundesteuer-Datenbank, in der die Steuersätze von rund 1000 Gemeinden eingetragen sind.

Als Beispiel für eine Hundesteuersatzung können Sie an dieser Stelle die Hundesteuersatzung der Landeshauptstadt Hannover vom 01.01.2005 (als pdf-Datei) finden.

Erkundigen Sie sich rechtzeitig nach dem Zeitpunkt, ab dem Ihr neuer Hund versteuert werden muss. Genaueres über den Erhebungszeitraum und den Steueranspruch erfragen Sie ebenfalls am besten bei Ihrer Gemeinde. Für Welpen gilt beispielsweise in Hannover, dass der Steueranspruch am ersten Tag des folgenden Kalendermonats entsteht, wenn der Welpe drei Monate geworden ist.

Als Nachweis für Ihre Steuerleistung erhalten Sie in der Regel eine Hundesteuermarke, welche unterwegs mitgeführt werden muss. Meistens wird diese Marke am Halsband des Hundes befestigt; ich selbst halte es jedoch so, dass ich die Hundemarke im Portemonnaie untergebracht habe, damit sie beim Toben und Rennen meines Hundes nicht doch einmal verloren geht.

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Quelle Fotos: www.sxc.hu

© Jill Peters  – www.visions-inside.de

Kostenfrage Hund

Samstag, Juni 12th, 2010

Die Anschaffung eines Hundes sollte vorher gut bedacht, aber auch berechnet werden. Oftmals unterschätzt oder übersieht man die Kosten, die ein Hund mit sich bringt. Sie müssen sich bewusst werden, dass nicht nur die Anschaffung, der Kauf selbst, eine Geldausgabe bedeutet.

Bei der Erstanschaffung (ein meiner Meinung nach unpassendes Wort für die Wahl eines vierbeinigen Partners) werden Sie folgende Kosten erwarten:

Der Hund selbst

Rassehund oder Mischling? – Bei einem guten Züchter werden Sie mit einem Minimum von 500 € Kaufpreis rechnen können. Die Preisangabe ist natürlich nach oben hin offen. Wie dieser Preis zustande kommt, erklärt Ihnen der Züchter sicherlich gerne.
Auch im Tierheim fällt eine Abgabegebühr für einen Hund an. Die Höhe des Betrags erfragen Sie am besten im betreffenden Tierheim oder Tierschutzorganisation selbst. Mit 100 € aufwärts können Sie aber rechnen.
In Inseraten in der Zeitung oder Aushängen beim Tierarzt werden oftmals Hunde aus privater Hand angeboten. Bei diesen Hunden handelt es sich meistens um Tiere, welche beispielsweise nicht mehr vom bisherigen Besitzer gehalten werden können oder aber um Nachwuchs, der nun alt genug ist, um in ein neues Zuhause zu ziehen. In den meisten Fällen sind dies meist Mischlinge oder Rassehunde ohne gültige Papiere, die durch einen „Unfall“ entstanden sind oder aber weil die Besitzer unbedingt mal Nachwuchs wollten.
Vielleicht hat aber auch ein Bauer in der Nachbarschaft junge Hunde, die er gerne verschenkt.
Für welchen Hund Sie sich entscheiden, liegt selbstverständlich in Ihrem eigenen Ermessen. Jedoch ist schon dieser Anfang eine sehr wichtige Entscheidung, die Sie gut durchdenken und abwägen sollten.

Für das heimische Wohlbefinden

Schlafplatz – Jeder Hund benötigt seinen festen Schlafplatz. Dieser sollte in einem ruhigen Bereich liegen und mit einem für den Hund bequemen Körbchen oder Hundematratze ausgestattet sein. Körbe benötigen in der Regel noch Decken oder Kissen, welche separat gekauft werden müssen. Zudem lohnt es sich ein Ersatzkissen oder –decke zu kaufen, falls das andere Stück mal in der Wäsche ist. Die Preise für Korb, Kissen, Decke und/oder Matratze sind sehr variabel. Es lohnt sich aber sicherlich in eine etwas bessere Qualität zu investieren, die dafür länger hält als manch Billigangebote. Mit 20 – 80 € können Sie auf jeden Fall rechnen.

Futterplatz – Der Hund sollte seinen Fressplatz an einer dafür bestimmten Stelle haben. Hier  finden sich dann die Futternäpfe. Diese gibt es in unterschiedlichen Versionen: Keramik, Plastik oder Metall. Wenn Sie sich für einen Welpen entschieden haben, bedenken Sie, dass dieser – abhängig von seiner Endgröße – später vielleicht auch mehr Futter und damit größere Näpfe benötigt.
Als Minimum benötigen Sie zwei Näpfe: einen als Futternapf und den anderen als Wassernapf.
Auch bei den Näpfen können die Preise stark variieren in Abhängigkeit von Größe und Material. Ab 3 € aufwärts für einen billigen Plastiknapf.

Indoor-Spielzeug – Ich mache hier einen Unterschied zu den Spielzeugen, welche auch für unterwegs und für draußen geeignet sind. Stofftiere und Ähnliches sind draußen, wo es sandig und nass sein kann, nicht wirklich tauglich. Beim Spielzeugeinkauf sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es auch hundetauglich ist:  Keine Kleinteile, die abgekaut und verschluckt werden können, kein Material, das schädlich für Hundemagen und –zähne (Abrieb!) ist.
Heutzutage gibt es Unmengen an Hundespielzeug zu kaufen. Sie können aber natürlich auch „Selbstgemachtes“ verwenden wie zum Beispiel ein ausrangiertes Geschirrspülhandtuch mit Knoten. Pro Spielzeug können Sie mit einem Startpreis von 3 € rechnen.

Futter – Ein gutes Hundefutter ist das A und O im Hundeleben. Auf dem Futtermittelmarkt finden Sie eine breitgefächerte Angebotspalette verschiedenster Sorten, Marken – und auch Qualitäten. Legen Sie viel Wert auf die Auswahl des richtigen Futters und Ihr Hund wird es Ihnen danken. Als Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Futters finden Sie in unserem Hunderatgeber in der Rubrik „Ernährung von Hunden“ viele nützliche Informationen und Kriterien zu den unterschiedlichen Futtersorten. Auch wenn ein artgerechtes Premiumfutter auf den ersten Blick teurer erscheinen mag als eine günstige Marke, so sparen Sie letztendlich doch, da gutes Futter besser bekömmlich ist und in geringeren Mengen gefüttert werden muss. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.
Mit 20 – 100 € im Monat (abhängig von Futter und Größe des Hundes können Sie kalkulieren.

Für unterwegs

Leine -  Eine Leine sollten Sie mindestens besitzen. Es empfiehlt sich jedoch über die Zeit wenigstens eine weitere Leine – auch als Ersatz, falls die erste Leine mal kaputt geht – anzuschaffen. Es gibt viele unterschiedliche Leinen: Sie unterscheiden sich in Länge, Material und auch der Handhabung – Entscheiden Sie, welche für Sie und Ihren Hund die richtige ist.
Eine einfache Leine kostet ab 10 € aufwärts.

Halsband/Geschirr -  Sie haben die Wahl vom bunten Nylonhalsband bis hin zum schlichten Lederhalsband.  Für einen Welpen, der später mal groß wird, könnte es nützlich sein ein Halsband, das „mitwächst“ (verstellbar ist) zu kaufen. Und wenn Sie ein Geschirr für Ihren Hund bevorzugen, so finden Sie auch hier eine große Auswahl, die eine Entscheidung nicht so leicht werden lässt. Würge- und Stachelhalsbänder sollten Sie gar nicht erst in Betracht ziehen! Günstige Halsbänder gibt es bereits schon für wenige Euro; Preise für Geschirre starten bei rund 15 €.

Outdoor-Spielzeug – Wie beim Indoor-Spielzeug gilt: Es muss gefahrfrei sein (keine Teile, die sich verschlucken lassen oder die Zähne schädigen). Kongs, Bälle, Frisbee-Scheiben, Quietschetiere, Tauspielzeuge – das Angebot an Hundespielzeug ist riesig, wenn auch manchmal nicht unbedingt sinnvoll. Sie werden erst einmal ausprobieren müssen, was Ihr Hund gerne mag. Liebt er es hinter dem Ball hinterher zulaufen oder bevorzugt er doch lieber die Frisbee-Scheibe. Ein einfaches Spielzeug startet preislich ungefähr bei 3 €.

Autosicherung – Ihr Hund muss während der Fahrt im Auto gesichert sein; zu hoch sind die Gefahren (nicht nur für Ihren Hund), wenn Sie mal stark bremsen müssen oder gar einen Unfall erleiden. Vom Anschnallgurt über Hundegitter bis hin zur Hundebox – die Möglichkeiten seinen Hund während der Fahrt im Auto zu sichern sind heutzutage wesentlich ausgereifter als noch vor gar nicht allzu langer Zeit. Es kommt auf die Größe des Hundes und der Art Ihres Autos an, welche Möglichkeit für Sie am besten ist. Es gibt Geschirre speziell für diesen Zweck, mit dem Ihr Hund dann auf der Rückbank wie mit einem normalen Anschnallgurt angeschnallt wird. Auch gibt es Adaptergurte für ein normales Geschirr mit einem entsprechenden „Stecker“ zum Anschnallen. Sie können rund 20 € einkalkulieren – Treffen Sie Ihre Entscheidung hier nicht nach dem Preis, sondern nach der Qualität. Sicherheit geht vor! Alternativ Hundeboxen, die in den Kofferraum eines Kombis gestellt werden und in denen der Hund während der Fahrt sitzt. Für einen kleinen Hund ist die Box in der jeweiligen Größe natürlich günstiger. Die Preise fächern sich je nach Größe und Boxmodell zwischen 20 und 200 €.
Eine weitere Sicherung ist das Autohundegitter. Dieses soll den Bereich, in dem sich der Hund aufhält vom Fahrer- oder auch Insassenbereich trennen. Es gibt viele verschiedene Varianten, die unter anderem natürlich auch abhängig vom Fahrzeugtyp sind. Weiterhin unterscheidet man zwischen fest eingebauten Hundegittern und Typen, die sich leicht wieder demontieren oder wegklappen lassen. Auch hier gilt, dass Qualität und Sicherheit Vorrang vor dem Preis haben.

Für die Pflege

Bürsten, Kämme – Nicht nur langhaarige Hunde benötigen regelmäßige Fellpflege. Die Wahl der richtigen Bürsten und Kämme ist abhängig von der Fellbeschaffenheit. Das Angebot ist groß und Sie werden bestimmt das richtige „Werkzeug“ finden. Die Preise starten hier bei rund 5 € pro Bürste.

Zeckenzange – Ist und bleibt wohl leider ein Muss in einem Hundehaushalt. Auch wenn Sie Ihren Hund prophylaktisch mit Flohhalsband und/oder Spot-On vom Tierarzt ausstaffieren, früher oder später wird er trotzdem mal eine Zecke haben.  Allerdings ist dies auch eine Anschaffung, die in der Regel im Hundeleben nur einmal zu tätigen ist (vorausgesetzt Sie verklüngeln die Zeckenzange nicht). Es gibt unterschiedliche Modelle, deren Preis bei rund 2,50 € beginnt.
Im Onlineshop von Petsnature finden Sie beispielsweise den Zeckenhaken.

Floh- und Zeckenschutz – An diesem Punkt scheiden sich manche Geister. Während die einen rein biologische Mittelchen bevorzugen, bestehen die anderen auf Mittel vom Tierarzt. Es gibt Halsbänder mit unterschiedlichen Stoffen, welche die Parasiten abwehren oder abtöten sollen oder aber Tabletten und Spot-Ons, die über den Hundekörper wirken. Entsprechend dieser Unterschiede ist es schwierig eine genauere Preisangabe zu machen, da zusätzlich auch die Hundegröße bei einigen Mitteln eine Rolle spielt. Ungefähr können sie aber mit 10- 20 € rechnen.

Krallenschere – Die Krallenschere ist wie die Zeckenzange ebenfalls eine einmalige Anschaffung. Es gibt sie in verschiedenen Größen und sie kostet ab 4 € aufwärts. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen, wie Sie Ihrem Hund bei Bedarf selbst die Krallen schneiden können. Das spart dann die Tierarztkosten auf lange Sicht.

Optionale Fellpflegemittel -  Manche Hunderassen bedürfen einer aufwändigeren Fellpflege als andere. Dazu gibt es eine Reihe von Shampoos und Pflegemitteln auf dem Markt. In der Regel jedoch sollte ein Hund nur bei Bedarf gewaschen werden, wenn er sich zum Beispiel mal wieder in etwas Unappetitlichem gewälzt hat. Dann sollten Sie ein Shampoo verwenden, welches auf das Tier zugeschnitten ist (frei von Parfumstoffen und Ähnlichem). Kostenpunkt: rund 4 €

Hundefriseur – So manch ein Hund – abhängig von Rasse und Fell – bedarf auch regelmäßigen Friseurbesuchen.  Wie oft es notwendig ist und wie teuer der Friseurbesuch wird, besprechen Sie am besten mit dem Hundefriseur direkt.

Beim Tierarzt

Der Tierarzt berechnet seine Preise anhand der Gebührenverordnung für Tierärzte, kurz GOT. Welchen Satz er nimmt, steht dem Tierarzt frei – er kann ihn nach eigenem Ermessen wählen. Natürlich macht es auf der Rechnung große Unterschiede, wenn er den dreifachen statt des einfachen Satzes nimmt. In der Regel lässt der Tierarzt bei dieser Wahl auch die Umstände mit einfließen: Handelt es sich um eine einfache Tätigkeit oder ist sie mit mehr Aufwand verbunden? Ist der Tierarztbesuch während oder außerhalb der normalen Sprechzeiten? Aber auch die Umgänglichkeit des Patienten kann den Preis beeinflussen.
Suchen Sie Ihren Tierarzt nicht nach seinen Preisen, sondern nach seinem Können aus.
Besprechen Sie deshalb immer vorher, wie teuer Sie der Tierarztbesuch zu stehen kommen kann, damit Sie gewappnet sind.

Gesundheitscheck – Ich selbst habe es bei dem Einzug meiner Hunde jeweils so gehalten, dass ich sie meinem Tierarzt vorgestellt habe. Zwecks kurzer Allgemeinuntersuchung und Besprechung des Impfstatus, Notwendigkeit einer Entwurmung etc.. Eigentlich wollte ich zugleich dem Tierarzt seinen künftigen Patienten vorstellen und umgekehrt. Denn man wird sich in den kommenden Jahren durchaus immer wieder mal begegnen.

Impfung – Bei einem Welpen steht die notwendige Grundimmunisierung ins Haus. Mit dieser beginnt in der Regel schon der Züchter, wenn der Welpe ca. sechs Wochen alt ist. Kann je nach Impfschema variieren. Erwachsene und grundimmunisierte Hunde sollten höchstens einmal im Jahr nachgeimpft werden. Besprechen Sie dieses Thema direkt mit Züchter und Tierarzt und informieren Sie sich selbst über Impfungen und Impfschutz, um die richtige Entscheidung für Ihren Hund treffen zu können.
Die Kosten sind abhängig vom Impfstoff und wogegen alles geimpft werden soll.  Dazu kommen die Kosten für Beratung, Untersuchung des Hundes und Impfbescheinigung. Nicht unter 30 €.

Ggf. Entwurmung – Bei einem Verdacht auf Wurmbefall empfiehlt es sich erst einmal den Hundekot untersuchen zu lassen. Nicht gleich mit der Chemiekeule klotzen, sondern zuerst den Verdachtsmoment abklären. Der Preis für die Wurmkur ist abhängig vom Medikament und vom Gewicht des Hundes. Er startet bei unter 10 €, kann aber auch die 20 € überschreiten.

Ggf. Kennzeichnung – Sollte Ihr Hund mal „verloren gehen“ ist es wichtig, dass er gekennzeichnet ist. Dies erfolgt heutzutage über ein kleines Chipimplantat, welches unter die Haut „gespritzt“ wird. Eine weitere Methode ist die Tätowierung. Dabei wird meist in die innere Seite des Ohrs eine Ziffer-Zahlenkombination tätowiert. Die Tätowierung kann aber auch an anderer Stelle wie beispielsweise Oberschenkelinnenseite angebracht werden. Chip und Tätowierung dient der Identifikation Ihres Hundes. Die Daten können zudem kostenlos bei TASSO, dem zentralen Haustierregister, hinterlegt werden, so dass nach einer Verlustmeldung der Besitzer des Hundes bei Wiederauffinden schnell ermittelt werden und der Hund schnell wieder nach Hause kann.

Ggf. Kastration – Vielleicht leben Sie mit Ihrer Hündin in einer Großstadt oder vielleicht hat Ihr Rüde schon früh Probleme mit anderen Rüden. Gründe für eine Kastration sind vielfältig, so dass die Kastration Ihres Hundes durchaus schon bei der Anschaffung einkalkuliert werden muss. Die Preise für die Kastrations-OP können unterschiedlich sein, orientieren sich aber natürlich auch an der GOT (Gebührenverordnung für Tierärzte). Auch hier gilt: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, wie hoch die anstehenden Kosten sind und auch, ob die Nachsorge im Preis inbegriffen ist.
Für eine Hündin ist der Kastrationspreis höher als für einen Rüden, da es sich bei ihr um einen Eingriff innerhalb des Bauchraumes handelt, während beim Rüden die Hoden oberflächlich unter der Haut erreichbar sind. Der Preis ist unter anderem abhängig von Narkose und Narkosemittel, Gewicht des Hundes und OP-Aufwand.  Rüde ab ca. 120 €, Hündin ab 250 €.

Unvorhergesehene Tierarztkosten – Wenn Ihr Hund krank wird, einen Unfall hat – nichts davon ist vorhersehbar und einkalkulierbar. Die hier entstehenden Kosten können ganz schnell in die Höhe schießen. Und wenn sowas auch noch am Wochenende bzw. außerhalb der Sprechzeiten passiert, werden die Kosten noch höher. Sie tun gut daran, wenn Sie eine Geldrücklage für solche Fälle haben. Legen Sie zum Beispiel ein kleines Sparbuch an, auf das Sie diese Rücklagen einzahlen. So sind Sie für die unvorhergesehenen Momente wenigstens etwas gewappnet. Schnell entstehen bei Notfällen Kosten von mehreren Hundert Euro.

Pflichten

Hundesteuer – Sie sind als Hundehalter dazu verpflichtet die Haltung Ihres Hundes (und jedes weiteren Hundes) zu versteuern. Die Hundesteuer ist eine Ordnungssteuer, die von den Gemeinden erhoben wird. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Gemeinde, wie hoch die Hundesteuer dort angesetzt wird.  Die Höhe der Hundesteuer ist abhängig von der Regelung und Satzung der Gemeinde Ihres Wohnorts.  Je nach Gemeinde und Hund können sich die Kosten auf 20 € bis 250 € pro Jahr belaufen. Ausnahme: Manche Gemeinden erheben eine höhere Hundesteuer für sogenannte Listenhunde.

Haftpflichtversicherung – Eine Haftpflichtversicherung für Ihren Hund abzuschließen ist zwar keine Pflicht, sollte aber vernünftigerweise trotzdem gemacht werden. Im Schadensfall können für Sie schnell hohe Kosten entstehen. Sei es durch Sachbeschädigung durch Ihren Hund oder einen Hundebiss – Schmerzensgelder, Behandlungskosten und Schadensersatz sind unberechenbare Kosten, die Sie durch den Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung im überschaubaren Rahmen halten können.  Bei der Wahl der für Sie richtigen Hundehaftpflichtversicherung achten Sie bitte auf den Leistungsumfang, den Deckungsbetrag und ob ein Selbstbehalt (Selbstbeteiligung im Schadensfalle) besteht. Ab rund 40€ pro Jahr.

Hundeschule – Für eine gute Erziehung und vor allem Sozialisierung Ihres Hundes ist der Besuch einer Hundeschule Gold wert. Auch Sie können hier im Umgang mit dem Hund und über den Hund selbst viel lernen. Eine Investition, die sich für Sie lohnen wird. Fragen Sie direkt bei Hundeschulen in Ihrer Umgebung nach den Preisen. Rechnen können Sie mit rund 10 € pro Stunde, abhängig von der Art des Kurses und ob Gruppen- oder Einzeltraining.

Sie sehen, es kommt gerade zu Beginn der Hundefreundschaft, des Zusammenlebens, zu höheren Kosten als vermutet. In der heutigen Zeit ist die Hundehaltung leider nicht für jedermann ohne Weiteres erschwinglich. Vielleicht hat dies aber auch den positiven Aspekt, dass man sich dreimal überlegt, ob man sich einen Hund leisten kann oder nicht. Benachteiligt sind ganz klar Mensch (wenn er sich den geliebten Hund nicht mehr leisten kann) und Hund (wenn Mensch sich unüberlegt Hund angeschafft hat und dann wieder abgibt, weil er mit den Kosten nicht klar kommt).

Menschen, die unerwartet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und sich vielleicht ihren langjährigen Hundekumpel nicht mehr leisten können, können Hilfe und Unterstützung bei Vereinen wie der Tiertafel Deutschland e.V. finden.

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Quelle Fotos: www.sxc.hu & Wikimedia Commons

© Jill Peters 2009 – www.visions-inside.de

Welcher Hund passt zu mir?

Sonntag, Mai 30th, 2010

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Welcher Hund passt zu mir? – Diese Frage ist eine der ersten, die Sie sich gründlich beantworten sollten, wenn Sie darüber nachdenken einen Hund in Ihr Leben einziehen zu lassen.

Gerade als künftiger Ersthundehalter hat man noch ganz andere Vorstellungen davon, wie der eigene Hund aussehen sollte. Genau dies, das Aussehen, sollte bei der Wahl der Rasse oder Mischung aber erst an zweiter Stelle stehen. An erster Stelle steht die Frage: Welchen Eigenschaften eines Hundes kann ich gerecht werden und welche Eigenschaften hat welcher Hundetypus?

Manche Konstellationen von Mensch und Hund können schon bald zu Konflikten im Zusammenleben führen. Im Interesse Ihres künftigen Hundes und in Ihrem eigenen Interesse informieren Sie sich am besten vorher über Eigenschaften und Bedürfnisse Ihrer „Traumrassen“.  Manche Hunde sind leicht zu erziehen und „anfängergeeignet“. Andere wiederum besitzen eine natürliches „Sturköpfigkeit“ und die Erziehung erfordert eine Menge „hündisches Fachwissen“ und Einfühlungsvermögen, das man als Ersthundehalter noch gar nicht besitzen kann. Schließlich müssen Sie als „Neuling“ im Zusammenleben mit Hunden noch genauso viel über das Verhalten und die Kommunikation mit dem Hund in der Praxis lernen wie ein Welpe, der noch erzogen werden muss.

Lauffreudige Hunde wie beispielsweise viele Jagdhunderassen benötigen entsprechend Bewegung. Ist es Ihnen nicht möglich dem Hund viel Auslauf bei stundenlangen Spaziergängen, Joggen oder ähnlichem zu bieten, wird Ihr Hund bald unausgelastet sein. Das kann dann dazu führen, dass ein Zusammenleben mit ihm sehr getrübt wird, denn der Hund wird sich einen Ausgleich suchen, der Ihnen wahrscheinlich nicht gefallen wird. Ein unausgelasteter Hund kann Blödsinn anstellen: Ihre Wohnung auf den Kopf stellen, Sie nerven, wenn Sie gerade etwas anderes Wichtiges machen wollen – und er wird nicht mehr unbedingt auf das hören, was Sie ihm sagen.

Sind Sie ein Mensch, der sich vielleicht nicht durchsetzen kann oder dieses erst noch in der Hundeerziehung lernen muss, dann wird Ihr Hund Ihnen bald auf der Nase herumtanzen. Bei einem kleinen Hund haben Sie dann „nur ein kleines, lästiges Problem“, bei großen Hunderassen kann dies zu einem großen, fatalen Problem werden.

Einige Hunderassen sind von Natur aus sehr selbstständig. Man denke dabei beispielsweise an Herdenschutzhunde, welche für ihren Arbeitseinsatz daraufhin gezüchtet wurden, dass sie selbstständig die Herde bewachen und genauso selbstständig entscheiden müssen, wann der Schutz der Herde erforderlich ist. Sie sollten entsprechende Eigenschaften mitbringen, wenn Sie sich für einen solchen Hund entscheiden: Viel Einfühlungsvermögen und Geduld gepaart mit konsequenter und umsichtiger Erziehung.
Kurz gesagt: Sie benötigen viel Wissen über die Eigenschaften Ihres Hundes  und müssen dieses Wissen auch richtig umsetzen und kommunizieren können.

Auch gibt es viele Hunde, die sehr lern- und bewegungsfreudig sind und nicht nur viel laufen wollen, sondern auch „Aufgaben für ihren Kopf“ benötigen. Zum Beispiel ein Border Collie, der sensibel, intelligent und sehr agil ist. Seine Aufgabe in der „Hundearbeitswelt“ ist ursprünglich (und auch heute noch) das Hüten und Treiben von Viehherden (vornehmlich Schafe, aber auch Rinder und Gänse).  Sie können sich sicherlich denken, dass dies ein Hund ist, mit dem Sie viel unternehmen müssen. Sie sollten selbst entsprechend sportlich und aktiv sein, damit Sie diesem Hund gerecht werden können. Dann steht einer tollen gemeinsamen Zukunft nichts im Wege.

Ein anderer Gesichtspunkt bei der Wahl des künftigen Hundes ist Ihre Umgebung. Wohnen Sie in einer Stadtwohnung oder auf dem Land?  Wohnen Sie ebenerdig oder im vierten Stock? Gerade große und agile Hunde benötigen mehr Platz und das täglich mehrfache Treppensteigen kann gesundheitsschädlich für sie sein. In einer Stadtwohnung ist es auf längere Sicht betrachtet besser, wenn Ihr Hund nicht zu groß ist. Am Besten ist eine Größe, die nicht zu schwer ist, damit Sie Ihren Hund gegebenenfalls auch tragen können, um Gesundheitsschäden vorzubeugen. Gleiches gilt auch für den kranken Hund, der selbst schlecht oder gar nicht laufen kann – und letztendlich auch für den alten Hund, der nicht mehr gut zu Fuß ist. Für Welpen und heranwachsende Hunde ist regelmäßiges Treppensteigen gesundheitlich ein Tabu, da sich durch diese Belastung Gesundheitsschäden im Bewegungsapparat entwickeln können, mit deren Folgen Ihr Hund (und Sie) dann sein ganzes Leben zu kämpfen hat.

Ein weiterer Aspekt ist die Nachbarschaft. Haben Sie sich für eine Hunderasse entschieden, die ihre Lebhaftigkeit gerne lautstark zur Schau stellt, dann könnten Sie schnell ein Problem mit Ihren vom Gebell genervten Nachbarn haben. Nicht jeder Nachbar ist hundefreundlich. Aus eigener Erfahrung kann ich selbst nur sagen: „Stellen Sie sich gut mit Ihren Nachbarn, wenn es um Ihren Hund geht.“ Sonst kann das tägliche Gassi gehen zu einem Spießrutenlauf werden.

Sie haben Kinder? Dann müssen Sie nicht nur Ihren Hund erziehen, sondern auch die Kinder, wenn es um den Umgang zwischen Kind und Hund geht. Eine gute Sozialisierung des Hundes mit Kindern, Hunden, anderen Tieren und anderen Menschen sollte selbstverständlich sein – ganz unabhängig von der Wahl der Hunderasse. Aber es gibt Hunderassen, welche besonders kinderfreundlich sind – und es gibt Hunderassen, die nicht unbedingt gerne mit Kindern toben wollen, sondern lieber ihre Ruhe haben.

Einen kurzen Überblick über Hunderassen, ihren Charakter und ihre Erziehung finden Sie übrigens in unserer Hunderassen-Datenbank.

Darüber hinaus wird jeder seriöse Hundezüchter sich die Zeit nehmen und Sie über die von ihm gezüchtete Rasse informieren und beraten. Es kann auch gut sein, dass er Ihnen von Ihrer Traumrasse abrät, weil er als erfahrener Kenner der Rasse mögliche Probleme schon im Vorfeld erkennen kann. Wenn Sie Ihr Interesse vertiefen wollen, so gibt es mittlerweile sehr viel Lektüre speziell über einzelne Rassen auf dem Markt, Homepages im Internet und auch so mancher Hundehalter auf der Straße erzählt Ihnen gerne etwas über seinen Hund. Fragen kostet zumindest nichts.

Eins kann man jedoch nie: Pauschalisieren. Letztendlich ist jeder Hund ein Individuum. Das bedeutet, dass nicht jeder Hund genau seiner Rassebeschreibung entspricht. Die Rassemerkmale können immer nur Anhaltspunkte über den Hund geben, jedoch muss nicht jeder Hund genau so sein, wie die Rasse beschrieben wird. Es gibt genügend Jagdhunde, die nicht schussfest sind oder ängstliche und sensible Hunde einer Rasse, welche als „wesensfest mit stoischem Gemüt“ gilt. Lassen Sie sich auch diesbezüglich von dem Züchter Ihrer Wahl beraten; er kennt seine Tiere am Besten.

Aber auch bei einem Mischling kann man vorher in etwa abschätzen, mit wem man es zu tun bekommt. Bei Welpen ist in der Regel zumindest die Mutterhündin ihrem Besitzer bekannt und womöglich auch der Vater. Anhand ihrer Eltern erhält man die ungefähre Vorstellung über die spätere Größe der Welpen. Bei manchen Mischlingen lassen sich auch die Ursprungsrassen noch erahnen, so dass sich auch hier vorläufige Schlüsse über Charakter und Temperament der Welpen ziehen lassen. Der Besitzer kann zudem Auskunft über die Mutterhündin, ihre Vorlieben und ihr Verhalten geben.

Die Wahl des Hundes  darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden in Hinsicht darauf, dass Sie schließlichmit Ihrem Hund die nächsten zehn, fünfzehn Jahre auskommen und leben wollen. Diese Jahre können sich sonst für Sie und Ihren Hund sehr unglücklich gestalten, wenn Sie beispielsweise schlecht zu Fuß sind, mitten in der Stadt wohnen und Ihr Hund ein Husky ist, der zwar wunderschöne blaue Augen hat und toll aussieht, aber kreuzunglücklich und unausgelastet ist, weil Sie ihm in seinen Bedürfnissen nicht gerecht werden können.

Gerne stehen wir Ihnen in unserem Forum von Petsnature für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Sie sind herzlich eingeladen!


Quelle Fotos: www.sxc.hu, Jill Peters

© Jill Peters 2009 – www.visions-inside.de

Staupe

Dienstag, Mai 18th, 2010

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Als frischer Hundehalter beim ersten Tierarztbesuch mit dem neuen vierbeinigen Familienmitglied erfährt man spätestens davon, dass der Hund gegen „Staupe“ geimpft werden müsse. Als ich selbst mit meinem ersten Hund beim Tierarzt zwecks Impfung war, konnte ich mit dem Begriff „Staupe“ nichts anfangen. Kurze Informationsbroschüren, die im Wartezimmer auslagen, berichteten von einer gefährlichen Krankheit, die zum Tode führen kann, weshalb eine Impfung dagegen unabdingbar sei. Gut, man impft dann dagegen halt mit, denn man will ja nur das Beste für seinen Hund. Auch wenn es einem selbst so unwahrscheinlich erscheint, dass der eigene Hund jemals davon betroffen sein könnte.
In Berlin während meines Veterinärmedizinstudiums zog mein zweiter Hund bei mir ein, und mein Tierarzt vor Ort riet mir aufgrund des höheren Infektionsdruckes in einer Großstadt mit vielen Hunden auf engem Raum nicht nur zu der Grundimmunisierung gegen Staupe (erste und zweite Impfung), sondern sicherheitshalber zu einer auf die beiden ersten Impfungen folgenden dritten Impfung. „Sicher ist sicher.“
Mit einem halben Jahr hat mein Hund trotzdem Staupe bekommen. Trotzdem deswegen, weil er dreimal geimpft war und es meinem Hund doch gar nicht passieren könne, dass er sich infiziert, wie ich damals dachte. Auch wenn die Staupe in den letzten Jahren eine rückläufige Erkrankung ist, zu 100% ist man eben doch nicht dagegen geschützt und in der letzten Zeit gewinnt sie wieder an Bedeutung.

Ein kurzer Überblick:
Als Staupe (auch Carrésche Krankheit, Canine Distemper) wird eine Viruserkrankung bezeichnet, die Hundeartige (Canidae) befällt. Darunter fallen neben dem Hund auch Füchse, Kojoten, Wölfe. Auch andere Tierarten sind empfänglich für den Erreger.
Die Infektionskrankheit ist hochkontagiös (= hochgradig ansteckend) und septikämisch (Septikämie = Sepsis, Blutvergiftung; Vorhandensein der Erreger im Blut als Ursache für die Erkrankung des gesamten Organismus) und führt Katarrhen der Schleimhäute, zum Teil auch zu Veränderungen im Zentralnervensystem (ZNS). Das Symptomenbild im Verlauf der Krankheit wird zudem durch bakterielle Sekundärinfektionen modifiziert und beeinflusst.
Ausgelöst wird die Staupe durch einen Morbillivirus („Hundestaupevirus“, engl.: Canine distemper virus) aus der Familie der Paramyxoviridae.

Das Wirtsspektrum:
Nicht nur unsere Hunde sind empfänglich für das Hundestaupevirus. Alle Caniden sind empfänglich, d.h. sie können sich infizieren und auch daran erkranken. Zu den Caniden, den Hundeartigen, gehören: Hund, Wolf, Fuchs, Schakal, Kojote und Dingo. Weiterhin sind verschiedene Arten von Kleinbären (Procyonidae) wie Waschbären, Katzenbären und Wickelbären empfänglich als auch die Familie der Mustelidae, zu der Frettchen, Nerz, Wiesel und Skunks gehören.
In den 80er Jahren trat bei den Robben in der Nordsee eine mit vielen Todesfällen verlaufende Seuche auf, die durch ein Morbillivirus (Phocine distemper virus, PDV), welches dem Hundestaupe-Erreger sehr ähnelt, verursacht wurde. Zur gleichen Zeit herrschte unter den arktischen Füchsen und Huskys eine Staupeepidemie, so dass eine Verbindung zwischen Erregern und Infektion der Tiere nahe liegend erscheint.

Greenpeace: Seehunde – Wehrlos gegen Virusinfektion

Der Verdacht, dass das Staupevirus der Erreger der Multiplen Sklerose (MS) als auch der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) des Menschen ist, hat sich nicht bestätigt.

Das Virus
Das Hundestaupevirus ist ein Morbillivirus, welches mit dem Rinderpest- und Masernvirus verwandt ist. Bei diesem Virus handelt es sich um ein behülltes Virus mit einem helikalen Kapsid.
Es gehört zu der Familie der Paramyxoviridae und verursacht eine multisystemische Erkrankung über eine an Leukozyten gebundene Virämie.
Die Virushülle ist mit Spikes besetzt, welche anders als andere Paramyxoviren keine Hämagglutinin-, Neuramininidase- und hämolytische Aktivität aufweisen. Die innenliegende RNA (Ribonukleinsäure) ist einzelsträngig und nicht segmentiert. Die Virusvermehrung (Replikation) findet im Zytoplasma und an der Zellmembran infizierter Zellen statt.
Die Größe des Virus beträgt 100-300 nm, und sein pH-Optimum liegt bei 7,0.

Schematische Darstellung eines Morbillivirus, ViralZone
Taxonomie des Canine Distemper Virus
Genom-Code des Canine Distemper Virus

Die Infektion
Entscheidend für die Art der Infektion sind die Ausscheidungswege, die Ausscheidungsdauer und die Überlebensfähigkeit des Erregers außerhalb seines Wirtes. Aufgrund von Forschungsergebnissen  kann man folgende Aussagen treffen: Die Ausscheidungsdauer ist mit ein bis zwei Monaten verhältnismäßig kurz und demnach existieren vermutlich nur wenige latente Virusträger. Das Virus ist wärmeempfindlich, aber kälteresistent. Da es auch empfindlich gegenüber alkalischem Milieu ist, bietet sich eine 3%ige Natronlauge zur Desinfektion an. Außerhalb des Tierkörpers ist das Hundestaupevirus nicht lange überlebensfähig. Die größte Rolle bei der Art der Ansteckung kommt der direkten Infektion über die Schleimhäute des Respirationstraktes und Konjunktiven zu (Tröpfcheninfektion). Die Ansteckung über Schnuppern (Kot/Urin), Decken, Futter, Zwinger spielt aufgrund der geringen Überlebensdauer des Virus außerhalb seines Wirtsorganismus eher eine geringe Rolle. Eine Übertragung über die Plazenta im Mutterleib ist möglich. Jedoch führt nicht jede Infektion zu einem Ausbruch der Erkrankung.

Die Immunität
Ob ein Hund nach einer Infektion auch an Staupe erkrankt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist der Immunitätsstatus des Individuums, welcher unter anderem auf der passiven Übertragung von maternalen Antikörpern (über die Plazenta; Kolostralmilch), einer durchgemachten Infektion oder auch einer Impfung gegen Staupe basiert.
Weiterhin spielt das Alter des Hundes eine Rolle: mit zunehmendem Alter des Hundes sinkt die Empfänglichkeit für Staupe. So liegt die Staupeempfänglichkeit bei Hunden im Alter von vier bis sechs Monaten bei rund 75%, wogegen sie bei Hunden im Alter von sechs bis zehn Jahren nur noch bei rund 4% beträgt. Diese absinkende Rate ist Folge der aktiven Immunisierung (Impfungen und auch natürlich durchgemachte Infektionen ohne Krankheitsausbruch). Eine fehlende Grundimmunität basiert auf der Isolation des Hundes, der so keinerlei Kontakt zu dem Virus bekommt und deshalb keine Abwehr aufbauen kann. In nicht-immunen Beständen kann es bei einer Infektion zu einer seuchenartigen Ausbreitung der Staupe mit hoher Letalität kommen, welche gleichermaßen alte als auch junge Tiere betrifft.
Ein weiterer Faktor ist das Klima: Dieses kann sich sowohl günstig als auch ungünstig  auf die körpereigenen Abwehrkräfte auswirken. So können unter raueren Klimabedingungen die Schleimhäute des Hundes gereizt sein oder aber auch das Virus in der Umwelt besser überleben (Kälteresistenz).
Ob eine Rassendisposition besteht, ist umstritten. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, als dass man eine genetische Vererbbarkeit der Anfälligkeit gegenüber Staupe belegen könne.
Auch ist die körperliche Verfassung des Hundes ein weiterer Faktor, von dem die Staupeempfänglichkeit beeinflusst wird. Stress, erhöhte Leistungsanforderungen, andere Erkrankungen und auch Parasitenbefall begünstigen die Staupeempfänglichkeit. Mangelernährung kann beispielsweise zu bestimmten Nährstoffdefiziten führen, was sich nachteilig auf die Bildung von Antikörpern auswirkt.

Die Pathogenese
Frühestens drei Tage nach der Infektion erfolgt die septikämische Verbreitung des Virus: über die Blutbahn gelangt das Virus in den gesamten Körper und die einzelnen Organen. Hierbei weist das Staupevirus keine spezielle Affinität zu bestimmten Organen auf, sondern sammelt sich im mesenchymalen retikulohistiozytären und lymphatischen Gewebe an. Auch in Gehirn und Liquor findet sich der Virus, wobei der Liquor nur als Virusträger fungiert und die Virusvermehrung im Gehirn von statten geht. Im Blut erfolgt der Virustransport an Erythrozyten gebunden und in den unterschiedlichen Zellfraktionen (Leukozyten).
Mit Beginn der Virämie (oder etwas verzögert) tritt Fieber auf. Der Allgemeinzustand des Hundes ist angeschlagen; er ist matt.
Anfänglich kommt es zu einer kurzzeitigen Leukopenie. Es folgt eine Verarmung an Lymphozyten und Retikulumzellhyperplasie. Leukozytose, Neutrophilie und Lymphopenie sind die Folge. An den Organen kommt es zu entzündlichen degenerativen Prozessen. Das Virus vermehrt sich. Nach einem kurzen fieberfreien Intervall tritt nun erneut eine zweite Fieberphase ein.

Ist der Hund nicht in der Lage ausreichend neutralisierende Antikörper zu bilden, so kann es zu einer verlängerten Virämiephase kommen, die den Krankheitsverlauf vorantreibt und in der Regel tödlich endet.

Das Krankheitsbild und die Symptome
Die Inkubationszeit beträgt drei bis sieben Tage. Zeitgleich zu dem ersten starken Fieberschub (bis zu 41°C) treten die ersten Symptome auf: Der Hund ist schlapp und hat einen geminderten oder gar keinen Appetit. Zudem sind die Tonsillen gerötet und geschwollen und Bindehäute als auch Nasenschleimhäute sind entzündet; die Augen tränen und die Nase läuft.
Nach wenigen Tagen tritt eine scheinbare Verbesserung ein: das Fieber geht zurück und der Appetit kehrt wieder. Doch dies hält nur für wenige Stunden bis zwei Tage an und es kommt zu einem zweiten Fieberanstieg, der allerdings nicht so hoch ist wie der vorhergehende.

Das Erscheinungsbild des weiteren Krankheitsverlaufes wird durch bakterielle Sekundärinfektionen modifiziert: aus der wässrigen Bindehautentzündung kann aufgrund von Bakterien eine eitrige Entzündung werden und die Entzündung kann sich auf Hornhaut und Iris ausweiten (Keratitis, Iritis).

Das Fell wird matt und stumpf, fällt aus. Ausschläge (Exantheme) und Pusteln können auftreten (vermehrt an Unterbauch und in Gehörgängen).
Bei schwerem Krankheitsverlauf kann es am ganzen Körper zu Schuppenbildung kommen, Schwellung und Haarausfall an Augenlidrändern (sogenannte „Brillenbildung“); die Nase ist trocken und rissig mit trockenen Auflagerungen. Auch an den Ballen der Pfoten kann es zu einer Veränderung kommen: Sie werden spröde, hart und rissig und es bilden sich hyperkeratotische Auflagerungen. Dies nennt man „Hard-Pad-Syndrom“. Bei betroffenen Tieren stellen sich meistens auch zentralnervöse Störungen ein.

Typisch sind respiratorische Symptome: es treten katarrhalische Entzündungen der oberen Atemwege auf. Augen- und Nasenausfluss deuten auf diese Entzündungen hin; Bindehäute und Nasenschleimhäute sind gerötet und gereizt. Der Hund niest und/oder hustet, hat Atemnot und deutliche Atemgeräusche. Aus dieser Symptomatik kann sich durch eine Sekundärinfektion eine Bronchopneumonie entwickeln.

Auch der Verdauungsapparat ist meist mit betroffen. Der Appetitlosigkeit und Tonsillitis können Erbrechen und Durchfall folgen, welche zu einer starken Abmagerung, Dehydratation und folglich auch körperlicher Entkräftung führen.

Bei Junghunden, die sich während einer Staupeerkrankung im Zahnwechselalter befinden, kann es zu dauerhaften Schädigungen des Ersatzgebisses kommen. Die Schmelzbildung wird beeinträchtigt und die Zähne weisen dauerhaft furchen, grübchen- und punktförmige Eindellungen auf (“Staupegebiss”).

Im Verlauf der Erkrankung weist das Blutbild starke Veränderungen auf, die in Abhängigkeit mit den Sekundärinfektionen variieren können. Jedoch lassen die Veränderungen des Blutbildes prognostische Hinweise auf den Verlauf und auf etwaige Komplikationen im Krankheitsverlauf zu.

Zentralnervöse Störungen können im Verlauf der Krankheit auftreten, aber auch noch nach bereits ausgestandener und abgeheilter Allgemeinstaupe. So kann es beispielsweise zu  Schläfrigkeit, allgemeiner psychischer Abstumpfung oder Erregungszuständen des Hundes kommen, welche sich durch unmotiviertes Heulen und Aggressivität äußern können. Sehfähigkeit, Geruchs- und Gehörsinn können beeinträchtigt werden oder gar vollkommen ausfallen.
Am Häufigsten äußern sich die zentralnervösen Störungen jedoch durch Bewegungsstörungen (Motilität). Zwanghafte Bewegungsabläufe, unkoordinierte Bewegungen als auch Muskelzuckungen (sogenannte Tics oder Myoklonien, „Staupetick“) und Krampfanfälle (in unterschiedlicher Stärke und Häufigkeit, auch epileptiform) können auftreten.

Petsontour.de: Fotos vom “Staupegebiss”, eitriger Konjunktivitis und Hyperkeratose der Ballen (Hard-Pad-Syndrom)

Der Verlauf und die Formen
Die Staupe kann akut, subakut oder chronisch verlaufen.
Man unterteilt sie anhand ihrer dominierend auftretenden Symptome in verschiedene Formen:

  • Katarrhalische Staupe
  • Respiratorische Staupe
  • Gastrische Staupe
  • Pneumonische Staupe
  • (Zentral-)nervöse Staupe
  • Hard-Pad-Syndrom

Oftmals geht im Krankheitsverlauf die eine Form in die nächste über.

Die Prognose
Die Prognose ist auch bei einer Staupe mit nur leichtgradigen Symptomen immer vorsichtig zu beurteilen.
Da es nicht möglich ist, den Erreger direkt anzugehen, bleiben der Verlauf und der Ausgang der Krankheit unkontrollierbar und unvorhersehbar.
Zentralnervöse Komplikationen können zudem auch nach der Abheilung der allgemeinen Staupe auftreten.
Die pneumonische und vor allem die zentralnervöse Form haben die ungünstigste Prognose. Heilungen oder zumindest Symptomfreiheit können jedoch auch hier erreicht werden; allerdings besteht im Verlauf der Krankheit oftmals die Notwendigkeit einer frühzeitigen Euthanasie.

Die Diagnose
Die Diagnose lässt sich zumeist schon anhand der klinischen Symptomatik und des Krankheitsverlaufes stellen. Hierbei spielt der Übergang von einer zu Beginn wässrigen (serösen) Entzündung von Bindehäuten und/oder Nasenschleimhäuten zu einer eitrigen (mukösen) Entzündungsform eine tragende Rolle.
Alter und Impfstatus spielen bei der Diagnosestellung keine Rolle, da Impfdurchbrüche (Erkrankung trotz Impfung) häufiger vorkommen als angenommen.
Durch PCR (Polymerase-Kettenreaktion ist der Nachweis viraler RNA aus Blut, Liquor cerebrospinalis, Harn oder Konjunktivalabstrichen möglich.
Auch mittels Nachweis zytoplasmatischer Einschlusskörperchen lässt sich die Diagnose sichern. Abstriche von der Nickhaut („drittes Augenlid“) können mittels histologischer Färbung Aufschluss geben. Weiterhin kann man in mittels direktem Immunofluoreszenztest einen direkten Antigennachweis im Abstrich von Konjunktiven oder Tonsillen durchführen.
Die Abstriche können frühestens ab dem 5. Tag und bis zu 3 Wochen nach der Infektion durchgeführt werden.
Blut- und Urinuntersuchung spielen diagnostisch keine Rolle, da Blut- und Harnstatus in Abhängigkeit mit den Sekundärinfektionen stark variieren können und keinen eindeutigen Aufschluss über eine Staupeerkrankung zulassen. Jedoch sind diese Untersuchungen hilfreich für Prognose und Überwachung des Krankheitsverlaufes.

Elektronenmikroskopische Fotos: Intrazytoplasmatische Einschlusskörperchen / Antigen

Die Differentialdiagnose
Im Zuge der Diagnosefindung gilt es im Falle der Staupe einige Infektionskrankheiten und auch Organkrankheiten auszuschließen, die mit einer ähnlichen Symptomatik einhergehen.
Dazu gehören unter anderem:

  • Toxoplasmose – staupeähnlicher Verlauf mit Enzephalitis- und pneumonischen Symptomen
  • Leptospirosen – hier herrschen eher Nieren- als auch Lebersymptome vor, entzündliche Schleimhautprozesse fehlen gänzlich
  • Gastrointestinale Erkrankungen – es treten im Gegensatz zu der Staupe durchaus Nierenstörungen auf, wenn auch nicht unbedingt deutlich, sondern eher diskret
  • Bakterielle Septikämien – sind vor allem bei Welpen von der Staupe abzugrenzen
  • Akute Tonsillitiden (Mandelentzündung) anderen Ursprungs sind auch erst einmal staupeverdächtig
  • Bindehautentzündung und Rhinitis – hier ist stets an die Staupe zu denken

Die Prophylaxe
Der Gehalt neutralisierender Antikörper im Blutserum (AK-Titer) wird als Maß für die Immunität eines Hundes gegenüber Staupe gewertet. Ein AK-Titer von mindestens 1:100 gewährleistet ausreichend Immunität.
Die Antikörper-Bildung wird durch Schutzimpfungen in Gang gesetzt. Man unterscheidet die Form der passiven Schutzimpfung und die der aktiven Impfung.
Die passive Immunisierung gewährleistet einen schnellen, dafür aber nicht langanhaltenden Impfschutz. Dabei wird ein Immunserum verwendet, welches den schon „fertigen“ Antikörper gegen die Krankheit enthält. Diese Maßnahme wird nur eingesetzt bei akut gefährdeten Hunden, welche beispielsweise auf Ausstellungen sind oder in einem Ferienheim untergebracht werden – Orte, an denen ein Kontakt mit infizierten Hunden möglich wäre.

Bei der aktiven Immunisierung hingegen bekommt der Hund den Virus in apathogener (nicht krankmachend) Form, in abgetöteter Form oder in Teilen injiziert und bildet dann erst selbst im Laufe der kommenden Tage selbstständig die neutralisierenden Anitkörper gegen die Staupe. Dadurch dauert es einige Zeit bis der Impfschutz sich entwickelt, da der Körper die Antikörper selbst herstellen muss. Dieser Impfschutz hält im Vergleich zu der passiven Schutzimpfung über lange Zeit. Auch noch nach mehreren Jahren sind Antikörper nachweisbar, jedoch sinkt ihre Anzahl im Laufe der Zeit und damit auch unter den als sicher geltenden AK-Titer von 1:100.

Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission Vet. Für Hunde – Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (pdf)

Die Therapie
Es gibt derzeit kein Medikament, mit dem man den Virus direkt unter Kontrolle bekommen kann. Zwar tauchen auf dem Tierarzneimittelmarkt immer wieder neue Medikamente auf, welche beinahe wirksam sein könnten, aber diese verschwinden genauso schnell wie sie aufgekommen sind wieder in der Versenkung.
Die derzeit einzige Möglichkeit der Staupe einigermaßen Herr zu werden ist der Einsatz von Antiserum (wie bei der passiven Schutzimpfung) und Gammaglobulinkonzentraten. Wirksam ist es allerdings nur, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden, damit sich keine Organschädigungen und nervale Komplikationen ausbilden. Dann wäre die Immuntherapie sinnlos. Aber auch eine rechtzeitige Therapie führt nicht immer zum Erfolg.
Entsprechende Antibiotika werden ebenfalls eingesetzt zur Bekämpfung der Sekundärinfektionen. Lediglich bei der fieberfreien nervösen Staupeform wird kein Antibiotikum verwendet.
Abhängig von der körperlichen Konstitution sollte viel Wert gelegt werden auf richtige, gut Ernährung, notfalls künstliche Ernährung. Weitere Therapieformen werden je nach Symptomatik (Organerkrankungen) gewählt.

Ein kurzes Schlusswort
Mein Hund zeigte zum Glück nur leichte respiratorische Symptome wie Husten und Tonsillitis. Keinerlei Medikament schlug richtig ab und mein damaliger Tierarzt rätselte, was der Ursprung sei, bis ihm eine Bemerkung seines Professors bezüglich der Staupe in den Sinn kam “Hunde gucken dann auch manchmal seltsam, wie geistesabwesend.” Aufgrund dieses Satzes schickte er uns gleich in die Kleintierklinik Düppel der FU Berlin, wo Happy gezielt Stagloban bekam. Nach wenigen Wochen mit Inhalieren und regelmäßigen Immunglobulin-Gaben war sie wieder wie neu.

Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben oder sich einfach nur darüber austauschen wollen, laden wir Sie herzlich in unser Forum ein: Forum von Petsnature


Quellen:
Ekkard Wiesner, Regine Ribbek – Wörterbuch der Veterinärmedizin
Freudiger, Grünbaum, Schimke – Klinik der Hundekrankheiten

© Jill Peters 2009 – www.visions-inside.de

Kommunikation mit dem Hund

Samstag, Mai 15th, 2010

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Die Grundlage für ein glückliches Zusammenleben mit einem Hund ist, dass man richtig mit ihm kommuniziert. Wir Menschen verständigen uns untereinander auf eine ganz andere Weise als Hunde es unter sich tun. Um mit unserem Hund reden zu können, müssen wir uns nun auf seine Ebene begeben: Wir müssen zuerst einmal verstehen, was unser Hund uns mitteilt. Wir müssen die Hundesprache lernen, damit wir ihn begreifen. Auf diesem Erkennen und Verstehen baut die Hundeerziehung auf: Um unserem Hund etwas beizubringen – ihm mitzuteilen, was wir von ihm wollen – ist es notwendig, dass wir seine Sprache verstehen. Und es ist genauso notwendig, dass wir seine Sprache auch sprechen können.

Der amerikanische Autor Edward Hoagland formulierte dieses Prinzip treffend in zwei Sätzen:
In order to really enjoy a dog, one doesn’t merely try to train him to bei semi-human. The point to fit is to open oneself to the possibility of becoming partly a dog.

Übersetzung:  Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie doch stattdessen mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.

Was genau ist eigentlich Kommunikation?

Der Begriff “Kommunikation” stammt aus dem Lateinischen communicare und bedeutet soviel wie „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen“. Er beschreibt eine Sozialhandlung, in die mehrere Lebewesen (mindestens zwei) einbezogen sind. Kommunikation ist ein Austausch, ein gegenseitiges Geben und Nehmen von Informationen. Durch die Sozialhandlung Kommunikation werden gemeinsam Hindernisse überwunden, die sich alleine nicht bewältigen lassen. Kommunikation dient der Problemlösung.
Bei der Kommunikation beeinflusst einer (Sender) das Verhalten eines anderen (Empfänger) durch Signale. Signale können optischer, akustischer oder chemischer Herkunft sein. Optische Signale sind Formen, Bewegungen, aber auch Farben. Sprache und Lautäußerungen zählen zu den akustischen Signalen und unter chemischen Signalen kann man sich beispielsweise Pheromone vorstellen.

In den meisten Fällen verläuft die Kommunikation scheinbar selbstverständlich, sie ist alltäglich. Bei Misserfolgen und Missverständnissen, die auf Probleme mit der Kommunikation basieren könnten, sollte man die eigene Kommunikation hinterfragen: Gerade bei der Kommunikation mit dem Hund, bei der wir Menschen „hündisch“ sprechen und unser Hund dies verstehen soll, kann es schnell zu Missverständnissen kommen. In so einem Fall obliegt es dem Mensch seine Zeichengebung zur Kommunikation nochmals zu überdenken.

Wie spricht der Hund?

Unser Hund spricht eigentlich ununterbrochen mit uns.  Ein Hund redet mit seinesgleichen verhältnismäßig wenig über die Lautsprache, sondern er setzt vornehmlich die Körpersprache ein. So hält er es auch mit uns. Er verfügt über ein ausgeprägtes und feines System von Kommunikationsmöglichkeiten, die weit über das normale Bellen hinaus gehen.

Körpersprache

Zur Körpersprache gehören Körperhaltung, Mimik und Bewegungen, wie beispielsweise das Schwanzwedeln. Schon mit einer kleinen Bewegung kann uns der Hund viel sagen: Ein kurzes Lecken mit der Zunge über die eigene Hundenase, ein Blick zur Seite, ein leichtes Wedeln mit der Rute – all dies sind vom Hund an uns ausgesendete Signale. Diese gilt es zu erkennen und vor allem zu verstehen, damit die Kommunikation und damit letztendlich auch das Zusammenleben mit unserem Hund erfolgreich verlaufen.

Lautsprache

Auch die akustischen Verständigungssignale beschränken sich nicht nur auf das gewöhnliche Bellen. Unser Hund beherrscht zum Beispiel verschiedene Arten des Bellens, die jeweils unterschiedliche Bedeutungen haben. Zum Bellen gesellen sich Jaulen, Winseln, Brummen, Knurren, Fiepen, Quietschen, Japsen und so weiter und so fort. Haben Sie schon einmal darauf geachtet, wie vielfältig die Lautsprache Ihres Hundes ist?

olfaktorische Wahrnehmung

Aufgrund unserer im Vergleich zu Hunden recht unsensiblen Nasen entfällt diese Form der Kommunikation zwischen Hund und Mensch. In manchen Fällen ist dies auch wohl ganz gut so, man bedenke, dass Hunde so manch einen Geruch toll finden, der bei uns eher Übelkeit erzeugt. Ihr Hund hat sich doch bestimmt auch schon mal in etwas Unappetitlichem gewälzt, oder? Darüber hinaus sind olfaktorische Signale unter Hunden ein wichtiges Mittel zur innerartlichen Kommunikation: Urinmarken werden gesetzt, der Kotgeruch verrät Vieles über Fütterungszustand und Gesundheit eines Hundes, Rüden lassen sich durch den Geruch läufiger Hündinnen betören, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Rundum, unser Hund ist ein hochsoziales Wesen mit außerordentlichen Fähigkeiten. Sein Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten ist ein eindeutiger Beweis. Seine Sprache können wir Menschen lernen, indem wir unsere Augen offen halten und unseren Hund mit einem gewissen Einfühlungsvermögen beobachten.
Die Herausforderung besteht nicht nur in der Vielfalt der Signale unseres Hundes, sondern auch in der Deutung: Oftmals erliegen wir Menschen hier der Versuchung die Signale „auf Menschenart“ zu interpretieren und unseren Hund vermenschlichen.
Menschliche Gefühle wie Rache, Reue, Scham, schlechtes Gewissen usw. kennt unser Hund nicht. „Er hat es getan, obwohl er weiß, dass er das nicht darf“ ist eine vermenschlichende Interpretation: In so einem Fall kommt es schnell zu Missverständnissen in der Kommunikation. Im schlimmsten Fall wird der Hund nun bestraft und weiß gar nicht, wofür er eigentlich bestraft wird. Diesem Missverständnis ist aber bereits eine Fehlkommunikation vorausgegangen: Der Mensch hat entweder dem Hund nicht klar machen (signalisieren) können, dass das unerwünschte Verhalten eben unerwünscht ist oder er hat ihn gar durch seine aktuelle Signalgebung zu diesem Verhalten animiert. Jetzt muss man sich selbst an die eigene Nase fassen und versuchen den Grund zu erkennen.

Wie spricht der Mensch?

Sprache

Wir müssen nicht bellen und knurren; genauso wenig wird unser Hund unseren menschlichen Wortschatz erlernen.  Unser Hund „kennt“ seinen Namen und ein paar kurze Kommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Aus“. Was er nicht versteht, sind lange Sätze wie „Lässt du das mal bleiben. Geh besser in deinen Korb und leg dich da hin. Im Augenblick stehst du mir gerade im Weg.“ Je nach Ihrer Stimmlage wird Ihr Hund Sie eher verständnislos angucken, sich vielleicht freuen, weil Sie mit ihm reden oder sich aber trollen, weil Sie so ärgerlich klingen. Verstanden hat er Ihre Worte aber gar nicht.
Er versteht gelernte kurze Kommandos sowie Ihren Tonfall und die Lautstärke, die Sie anwenden. Sie können sich davon ganz leicht selbst überzeugen, wenn Sie mit liebevoll säuselnder Stimme Ihrem Hund die unmöglichsten Schimpfworte erzählen. Er wird sich freuen. Auch wird es Sie vielleicht überzeugen, dass Ihr Hund nicht kommen mag, wenn Sie Ihn – vom Warten bereits ärgerlich – mit wütender Stimme rufen.

Körpersprache

Auch wir Menschen können mit unserer Körperhaltung und Bewegungen mit unserem Hund kommunizieren. So lernt ein Welpe schneller das Kommando „Hier“, wenn man sich hinhockt (und sich damit auf die Ebene des Welpens, auf Augenhöhe quasi, begibt) und auffordernd spielerisch lockend auf seinen Oberschenkel klopft, während man ihm ein freundlich-fröhliches „Hiiihiiiier“ entgegen trällert.
Beim Training in vielen Hundeschulen wird die Körpersprache bewusst eingesetzt: Kommandos werden mit bestimmten eindeutigen Handzeichen verknüpft. So wird das „Sitz“-Kommando beispielsweise mit einem Sichtzeichen wie dem erhobenen Finger verknüpft und der Hund bekommt als Zeichen zum Sitz-Machen gleich zwei Signale: Das Stimmkommando und den erhobenen Zeigefinger.
Aber auch unbewusst vermitteln wir durch Körpersprache unserem Hund viel. Er kann unsere Stimmung an unserer Körperhaltung, an der Intensität unserer Bewegungen ablesen und spürt, wenn wir angespannt sind.

Es kann für Sie eine Hilfe sein, wenn Sie sich in die Perspektive Ihres Hundes versetzen. Stellen Sie sich vor, wie Sie auf Ihren Hund wirken: Mit Körperhaltung und Bewegung, sowie Stimmlage und –lautstärke. Denken Sie daran, dass Ihr Hund, wenn er vor Ihnen steht, in der Regel gerade mal auf Ihre Beine schauen kann! Oftmals kann man so schon Missverständnisse in der Kommunikation aufklären bevor sie überhaupt entstehen. In der Hundeschule übernimmt der Hundetrainer diese Aufgabe. Er beobachtet Sie und Ihren Hund, kann Fehler in der Kommunikation erkennen und diese korrigieren.

Wenn Sie die Sprache Ihres Hundes gelernt haben und wissen, wie Sie für ihn deutliche Signale aussenden, dann steht einem glücklichen Zusammenleben kaum noch etwas im Wege.

Wenn Sie sich über das Thema gerne weiter austauschen wollen, dann sind Sie herzlich in unserem Forum willkommen: Forum von Petsnature


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Giftige Pflanzen

Donnerstag, Mai 13th, 2010

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Die Vergiftung (Intoxikation) ist ein krankhafter, den Organismus schädigender Prozeß, der auf die Wirkung von Toxinen (mikrobielle, chemische, pflanzliche und tierische Gifte) zurückgeht.

Kaum ein Hunde- oder Katzenhalter ist sich dessen bewusst, wieviele Gefahrenquellen einer möglichen Vergiftung sich daheim in Haus und Garten verbergen. Die verschiedensten Pflanzen zieren unsere Wohnzimmer, den eigenen Garten oder den Balkon. Uns Menschen ist es vielleicht bewusst, dass man diese Pflanzen nicht essen sollte, doch unsere Tiere treibt es so manches Mal dazu. Blätter werden abgezupft und zerkaut, ganze Pflanzen aus der Erde gerupft und Beeren und Früchte gefressen. Aber nicht alles ist gesund für unser Tier. Viele dieser Pflanzen enthalten Giftstoffe unterschiedlichster Art, deren Genuss zu Vergiftungen sogar mit Todesfolge führen kann.

Giftige Pflanzen für Hund und / oder Katze

Adonisröschen (Adonis vernalis)
Hauptwirkstoff: Glykosid
Symptome: Erbrechen, blutiger Durchfall; Benommenheit, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, bei entsprechend starker Vergiftung Herzstillstand

AlpenveilchenAlpenrose, Azalee (Rhododendrom spp.)
Hauptwirkstoff: Andromedotoxin
Symptome: Gastrointestinale Reizung, arterielle Hypotonie, Tachy- oder Bradykardie, zentralnervöse Erregungs- und Lähmungserscheinungen, periphere Muskellähmungen.

Alpenveilchen (Cyclamen persicum)
Hauptwirkstoff: Saponine, vor allem Cyclamin
Symptome: Übelkeit, Reizung Magen-Darm-Trakt, Brechdurchfall, Schwindel, Fieber, Krämpfe; Tod bei entsprechender Vergiftung  durch Atemlähmung

Amaryllis, Ritterstern (Hippeastrum spp.)
Hauptwirkstoffe: Alkaloid Lycorin
Symptome: Übelkeit und Erbrechen, starker Schweißausbruch, erhöhter Speichelfluß, Benommenheit und Durchfall, Lähmungen, Nierenschädigung. Hautreizungen durch Kontakt.

Anemone (Anemone nemorosa)
Hauptwirkstoff: Protoanemonin
Symptome: Speichelfluss, Magen-Darm-Reizung mit Erbrechen, Krämpfe, blutiger Urin; bei tödlicher Dosis (Hund: 20 mg/kg KGW) Tod durch Kreislaufkollaps, Atemlähmung)

Aronstab (Arum maculatum)
Hauptwirkstoffe: Glykosid (Arin), ätherisches Öl, Alkaloid (Aroin), Saponin (Aronin), Nitril-Glykosid, unlösliche Calciumoxalatkristalle.
Symptome: Erbrechen und Durchfall, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen.Leber- und Nierenschäden möglich.

Begonie, Schiefblatt (Begonia)
Je nach Art ungiftig bis giftig.
Hauptwirkstoffe: Calciumoxalat, Oxalsäure, Leucoanthocyane; Knollenbegonie: Oxalsäure und Cucurbitacin.
Symptome: Erbrechen, Durchfall (nach Aufnahme von Knollenbegonie: blutiger Durchfall). Calciumoxalatnadeln reizen Mund- und Rachenschleimhaut: mechanische Schädigung mit Brennen.

Berglorbeer, Kalifornischer Lorbeer (Umbellularia californica)
Hauptwirkstoffe: vermutlich Andromedotoxin und Arbutin; in Europa kultivierte Pflanzen enthalten die Toxine wahrscheinlich nicht oder nur in geringen Konzentrationen.
Symptome: Appetitlosigkeit, Depression, Speicheln, Erbrechen, Übelkeit, Kolik, Inkoordination, Tympanie, Schwäche, Muskelzuckungen.

Birkenfeige (Ficus benjamina)
Hauptwirkstoffe: Milchsaft der Ficus-Arten: Harz, Kautschuk, Furocumarine, flavonoide Verbindungen, Proteine.
Symptome: Erbrechen, Durchfall. Bei großen Mengen Krämpfe und Lähmungen

Blauer Eisenhut, Fuchswurz, Giftkraut, Mönchskappe (Aconitum napellus)
Stark giftig. Letale Dosis (Hund): 2-5g der Wurzelknolle
Hauptwirkstoffe: Diterpenalkaloide, wie zum Beispiel Aconitin, Aconin, Hypaconitin, Mesaconitin, Napellin, Neolin, Neopellin.
Symptome: Speicheln, Parästhesien, Kälteempfindlichkeit, Erbrechen, Erregung, Herzrhythmusstörungen, evt. Sehstörungen, Krämpfe, Durchfall und Kolik, z.T. ZNS-Symptome wie Unruhe, Angstäusserung, Polyurie, Mydriasis, Hypothermie, zuletzt Bradykardie, Lähmung von Zunge, Gesichts- und Extremitätenmuskulatur, Kreislauflähmung, Tod durch Atemlähmung.
Kontakt mit der Haut wirkt lokal betäubend.

Blauregen (Wisteria sinensis)
Hauptwirkstoffe: Wistarin (Glycosid), toxisches Harz, Allantoinsäure, Lectine.
Symptome: Vomitus, Diarrhoe, Mydriasis (Erweiterung der Pupille), Kreislaufstörungen.

ChristroseBrunfelsie (Brunfelsia)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Alkaloide
Symptome: Gastrointestinale Reizung, zentralnervöse Erregung.

Christrose (Helleborus niger)
Sehr stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Saponingemisch Helleborin, Ranunculoside (Protoanemonin).
Symptome: Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Mydriasis, zentralnervöse Erregung, Lähmung.

Christusdorn, Stechplame (Ilex aquifolium)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Purin-Alkaloide (Ilicin, Ilixanthin), Rutin, Ursolsäure, Theobromin, α-Amyrin, β-Amyrin, Bauerenol, Uvaol, Triterpene, Saponine, Tannin, Farbstoffe, unbekannte Giftstoffe.
Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schläfrigkeit

Clematis, Waldrebe (Clematis spp.)
Hauptwirkstoffe: Protoanemonin
Symptome: Gastroenteritis, blutiger Urin, evt. Krämpfe und Lähmungen.

Dieffenbachie (Dieffenbachia)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Calciumoxalatkristalle, freie Oxalsäuren, cyanogene Glykoside (Triglochinin), Alkaloide, Saponin, proteolytische Enzyme.
Symptome: starke Reizung des Mauls, Reizung von Magen, Darm und Hals. Schluckbeschwerden, Atemnot, Verlust der Stimme, blutiger Durchfall.

Drachenbaum (Dracaena spp.)
Hauptwirkstoffe: Saponine
Symptome: Lokale Reizung durch Saponine, Gastroenteritis.

Eberesche, Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Schwach giftig.
Hauptwirkstoffe: Parasorbinsäure
Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Speicheln.

Efeu, Eppig, Wintergrün (Hedera helix)
Hauptwirkstoffe: Saponine α- und β-Hederin, Falcarinol, Didehydrofalcarinol und Sesquiterpene.
Symptome: Speicheln, Erregung, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Lähmung.

Eibe (Taxus baccata)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Alkaloidgemisch Taxin, Biflavonoide; cyanogene Glycoside
Symptome: Ataxie, Bradykardie, Dyspnoe, Muskeltremor, Seitenlage und zentrale Krämpfe, die zum Kollaps und Tod führen. Erbrechen, Unruhe, Durchfall, Hypotension, Mydriasis, manchmal Abort.

Einblatt, Blattfahne (Spathiphyllum floribundum)
Hauptwirkstoffe: Unlösliche Calciumoxalatkristalle, Oxalsäure.
Symptome: Speichelfluss, erbrechen, Durchfall, Blutungen (Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Gebärmutter), Atemnot, Schluckbeschwerden.

Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata)
Hauptwirkstoffe: Saponine
Symptome: Gastroenteritis, chronische Damentzündungen

Engelstrompete, Trompetenbaum (Beaucarnea und Datura suaveoleons)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Scopolamin, L-Hyoscyamin, Atropin. Höchster Gehalt zur Blütezeit.
Symptome: Erregung oder Depression, Durst, trockene Schleimhäute, Schluckbeschwerden, Mydriasis, Sehstörungen, Tachykardie / Bradykardie, Blähungen, Verstopfung, Kolik, Hyperthermie, Inkoordination, Krämpfe, Lähmungen, Tachypnoe, Tod.

Fensterblatt (Monstera deliciosa)
Hauptwirkstoffe: Unlösliche Calciumoxalatkristalle, Oxalsäure.
Symptome: Speichelfluss, erbrechen, Durchfall, Blutungen (Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Gebärmutter), Atemnot, Schluckbeschwerden.

Ficus-Arten wie Gummibaum, Feigenbaum (Ficus spp)
Hauptwirkstoffe: Milchsaft der Ficus-Arten: Harz, Kautschuk, Furocumarine, flavonoide Verbindungen, Proteine.
Symptome: Erbrechen und Durchfall. Bei großen Mengen Krämpfe und Lähmungen.

Roter FingerhutFingerhut (Digitalis pururea)
Stark giftig. Letale Dosis (Hund): 5g trockene Blätter.
Hauptwirkstoffe: Glycoside: Gitoxin, Digitoxin; Aglycone (Genuine), Digitoxigenin, Gitoxigenin; Steroidsaponine: Digitonin, Gitonin; Gerbstoffe, Flavonderivate und andere Stoffe.
Symptome: Erbrechen, blutig-wässriger Durchfall, Atemnot, Benommenheit, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Taumeln, Tremor, Krämpfe. Tod durch Herzstillstand.

Flamingoblume (Anthurium scherzerianium)
Hauptwirkstoffe: Unlösliche Calciumoxalatkristalle, Oxalsäure.
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Blutungen (Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Gebärmutter) Atemnot.

Fliegenpilz (Amanita muscaria)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Ibotensäure, Muscimol, nur unbedeutende Mengen von Muscarin.
Symptome: Cholinerge oder anticholinerge Erscheinungen. Cholinerge Symptome: Bradykardie, Speichelfluss und Schweissausbrüche, evt. Miosis beim Hund (Katze Mydriasis). Anticholinerge Symptome: Tachykardie, trockene und warme Haut, Mydriasis (Katze Miosis). Weitere Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Mattigkeit, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Darmkrämpfe, Ileus, motorische Störungen, Atemnot; später Hyperaktivität, Erregbarkeit, Sinnestäuschungen, schliesslich tiefer Schlaf. Psychose.

Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis L.)
Hauptwirkstoffe: Calciumoxalate und andere Scharfstoffe.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Kolik.

Gartentulpe (Tulipa gesneriana)
Hauptwirkstoffe: Tulipin, Tuliposid A und B, Lectin.
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Kolik, Gewichtsreduktion.

gefleckter Schierling (Conium maculatum)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Alkaloide: Coniin, gamma-Conicein, Conhydrin, Pseudoconhydrin, Methylconiin.
Symptome: Unruhe, Muskelschwäche, Inkoordination, Muskelzittern, Speichelfluss, Tränensekretion, Mydriasis, Atemnot, bläuliche Schleimhäute, Erregung gefolgt von Depression, vermehrter Harndrang, Gastroenteritis, Kolik, Tympanie, Puls erst verlangsamt, dann beschleunigt, fortschreitende Lähmung, je nach Dosis Erholung oder Tod durch Atemstillstand.

Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium L.)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: L-Hyoscyamin, Atropin (D,L-Hyoscyamin), Scopolamin.
Symptome: Erregung, Schluckbeschwerde, trockene Schleimhäute, Pupillenerweiterung und Sehstörungen, Durchfall sowie Herzrhythmusstörungen.

Goldregen (Laburnum anagyroides)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Quinolizidin-Alkaloide: Cytisin, Laburnin, Laburnamin, N-Methylcytisin.
Symptome: Tod eines Tieres innert 60 Minuten nach Kauen einen Goldregenastes. Hunde erbrechen meistens aber sofort, so dass es nicht zur Toxinresorption kommt.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: über 20 Alkaloide (Colchicin, Colchicein, Colchicosid, Demecolcin)
Symptome: Kolik, Speichelfluss, Apathie, schwankender Gang, Zähneknirschen, Erbrechen, gelblich-brauner, grünlich-schleimiger oder blutiger Durchfall, vermehrtes Urinabsetzen, blutiger Urin, Kreislaufstörungen bis Kollaps, Anurie, Hypothermie, Lähmung. Tod kann nach 1-3 (bis 7) tägiger Dauer durch Atemlähmung eintreten (Letalität: 25-50%).

Hortensie (Hydrangea spp)
Hauptwirkstoffe: Glycosid Hydrangin, Hydrangenol und Saponine.
Symptome: Magen- und Darm- sowie Kreislaufstörungen.

Immergrüner Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Alkaloidgemisch: Buxin (Cyclobuxin) und  Buxanin, Buxatin, Buxandrin.
Symptome: Erbrechen, Starker (teilweise blutiger) Durchfall, Bauchschmerzen, Dehydration, Kollaps, Ataxie, Schwindel, Konvulsionen, Schluckbeschwerden wegen oropharyngealer Lähmung, Parese/Paralyse des ZNS, Koma, Tod durch Atemlähmung.

Kirschlorbeer, Zierlorbeer (Prunus laurocerasus)
Stark giftig.
Hauptwirkstoff: cyanogenes Glycosid (= Prunasin)
Symptome: Speichelfluss, Dyspnoe, Blähungen, Taumeln, Festliegen, Konvulsionen, Blut und Schleimhäute hellrot, Krämpfe, Lähmung; im Extremfall Tod innerhalb weniger Sekunden praktisch ohne vorangehende Symptome.

Klivie (Clivia miniata)
Hauptwirkstoffe: Alkaloide, vor allem Lycorin (47%), Clivimin und Clivatin.
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, bei grösserer Dosis zentrale Lähmung.

Korallenbaum, -kirsche,-strauch (Solanum pseudocapsicum)
Hauptwirkstoff: Alkaloid Solanocapsin
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Kolik.

Kroton, Wunderstrauch, Krebsblume (Codiaeum variegatum)
Hauptwirkstoff: Vermutlich Phorbolester.
Symptome: Speichelfluss, Maulschleimhautläsionen, Erbrechen, Durchfall.

Maiglöckchen Convallaria majalis)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe. Glykoside: Convallatoxin, Convallosid, Convallamarin; Saponine: Convallarin, Convallarinsäure; Azetidin-Carbonsäure (toxische Aminosäure).
Symptome: Schläfrigkeit, Erbrechen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, Atemnot, Krämpfe, Tod durch Herzstillstand.

Mistel, Drudenfuß (Viscum album)
Hauptwirkstoffe: Viscotoxine (Polypeptide), Viscumin (Lectine).
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Polyurie, Hypothermie, Ataxie, Mydriasis, Hyperästhesie, Muskelzuckungen, Todesfälle.

Oleander (Nerium oleander)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Herzaktive Glykoside Oleandrin, Neriosid.
Symptome: Erbrechen, Kolik, Durchfall (evt. blutig), Schleimhautirritation, Tachypnoe, Mydriasis, Herzrhythmusstörung, kalte Extremitäten, Tod durch Herzlähmung.

Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus)
Hauptwirkstoffe: Alkaloide Lycorin (Narcissin), Galanthamin, Oxalate.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Kolik, Schweissausbruch, Herzrhythmusstörungen, Ataxie, Krämpfe, Zittern, Bradykardie, Hypotonie. Todesfälle bei Hund  beschrieben.

Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Steroidglycoside vom Cardenolid-Typ (Evonosid, Evobiosid, Evomonosid), Alkaloid (Evonin), Lectine, Triterpene.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Kolik, Krämpfe, Kreislaufstörungen.

Philodendron (Philodendron ssp.)
Hauptwirkstoffe: Unlösliche Calciumoxalatkristalle, Oxalsäure
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Blutungen (Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Gebärmutter), Atemnot, Schluckbeschwerden.

Purpurtute (Syngonium podophyllum)
Hauptwirkstoffe: Unlösliche Calciumoxalatkristalle, Oxalsäure.
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Blutungen (Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Gebärmutter), Atemnot, Schluckbeschwerden.

RitterspornRittersporn (Delphinium consolida)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Diterpenoidalkaloide: Delphinin, Methyllycaconitin, Delphisin, Delphinoidin, Delcosin, Delsonin, Lycoctonin, Elatine, und viele andere.
Symptome: Speichelfluss, Magen- Darmentzündungen, Durchfall, Muskelschwäche und Muskelzuckungen, Bewegungsstörungen, Benommenheit und Blutdruckabfall. Bei entsprechend schwerer Vergiftung kann der Tod durch Atemlähmung eintreten.

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Saponine (Aescin, Aescigenin); Coumarin-Glycoside (Aesculin, Aesculetin); Flavonole (Quercetin); Proanthocyanidine (kondensierte Tannine).
Symptome: Angst, Unruhe, Erbrechen, Kolik, Durchfall, Durst, Mydriasis, Muskelzuckungen, Bewusstseinsstörungen, eventuell Koma, Tod.

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Hauptwirkstoffe: Alkaloide Galanthamin und Lycorin.
Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verengung der Pupillen; in Einzelfällen Fieber und starker Speichelfluss. Bei sehr großen Mengen Lähmungserscheinungen und Kollaps möglich.

Stechpalme (Ilex aquifolium),
Stark giftig. Ca. 20 Beeren können für einen Hund tödlich sein.
Hauptwirkstoffe: Purin-Alkaloide (Ilicin, Ilixanthin), Rutin, Ursolsäure, Theobromin, α-Amyrin, β-Amyrin, Bauerenol, Uvaol, Triterpene, Saponine, Tannin, Farbstoffe, unbekannte Giftstoffe.
Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schläfrigkeit.

Thuja, Lebensbaum (Thuja occidentalis)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: Ätherisches Öl mit dem Monoterpen Thujon, Tropolonen und dem Lignanderivat Picatsäure; Bitterstoffe, Gerbstoffe.
Symptome: Gastroenteritis, Krämpfe, Leber- und Nierenschädigung mit Polyurie und Oligurie.

Tollkirsche (Atropa Belladonna)
Stark giftig.
Hauptwirkstoffe: L-Hyoscyamin, Atropin (D,L-Hyoscyamin), Scopolamin und andere Tropanalkaloide.
Symptome: erhöhte Atemfrequenz, beschleunigter Herzschlag, Erregung, Tobsucht, Durst, trockene Schleimhäute, Verstopfung, Pupillenerweiterung, Lähmung, Tod durch Atemlähmung möglich.

Weihnachsstern (Euphorbia pulcherrima)
Hauptwirkstoffe: Unbekannt. Die meisten Zuchtformen sind gering toxisch, jedoch können vereinzelt hochgiftige Formen auftreten.
Symptome: Gastroenteritis mit Erbrechen, evt. Unterkühlung, Zittern, Lungenödem.

Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica)
Hauptwirkstoffe: Scharfstoffe, wenig Leucocyanidin, unlösliche Calciumoxalatkristalle, Oxalsäure.
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Blutungen (Zahnfleisch, Magen-Darm-Trakt, Gebärmutter), Atemnot, Schluckbeschwerden.

Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cypressis)

Hauptwirkstoffe: Triterpensaponine und Diterpenester (Ingenole und Phorbolester), Euphorbon, weitere unbekannte Wirkstoffe.
Symptome: Blutiger Durchfall, Erbrechen, Kolik, Taumeln, Krämpfe, Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen, blutiger Harn.

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Weitere, für Tiere giftige Pflanzen, die zu unseren Lebens- oder Genussmitteln gehören:

Avocado (Persea americana)
(grüne) Tomaten (Solanum lycopersicum)
(grüne) Paprika (Capsicum)
Knoblauch (Allium sativum)
Tabakpflanze (Nicotiana tabacum)
Zwiebel (Allium cepa)

Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig, sondern beinhaltet nur die gängigsten Pflanzenarten und demonstriert so die Vielfalt giftiger Pflanzen.

Bei jeglicher Vergiftung ist tierärztliche Hilfe notwendig, denn die Folgen der Vergiftung sind für den Laien nicht einschätzbar: Bei Verdacht einer Vergiftung suchen Sie bitte umgehend mit Ihrem Hund bzw. Ihrer Katze Ihren Tierarzt auf. Wenn möglich, packen Sie auch eine Probe der vermutlich gefressenen Substanz ein, damit Ihr Tierarzt erkennen kann, um welche Art der Vergiftung es sich handelt und somit eine gezielte Behandlung durchführen kann.

Um dem vergifteten Tier schnell helfen zu können, ist es hilfreich die Pflanzen zu kennen oder identifizieren zu können. Nicht jeder Hundehalter ist aber zugleich ein Botaniker oder zumindest ein Hobbygärtner, der über ein gewisses Know-How im Bereich der Pflanzen verfügt.

Eine Hilfe bei der Identifikation der betreffenden Pflanze bieten beispielsweise diese umfangreichen Sammlungen von Fotos und Bildern:
Bewie.de, BioLib Online und Botanikus.de

Mehr Informationen über Giftpflanzen und andere Giftstoffe finden Sie auf den Seiten des Instituts der Veterinärpharmakologie und -Toxikologie der Universität Zürich

Auf Wikipedia finden Sie im Bedarfsfall diese Liste mit Giftnotrufnummern.


Bildquelle: Wikimedia Commons

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