Archive for the ‘Hundewissen’ Category

Welcher Hund passt zu mir?

Dienstag, November 8th, 2011

Welcher Hund passt zu mir? – Diese Frage ist eine der ersten, die Sie sich gründlich beantworten sollten, wenn Sie darüber nachdenken einen Hund in Ihr Leben einziehen zu lassen.

Gerade als künftiger Ersthundehalter hat man noch ganz andere Vorstellungen davon, wie der eigene Hund aussehen sollte. Genau dies, das Aussehen, sollte bei der Wahl der Rasse oder Mischung aber erst an zweiter Stelle stehen. An erster Stelle steht die Frage: Welchen Eigenschaften eines Hundes kann ich gerecht werden und welche Eigenschaften hat welcher Hundetypus?

Manche Konstellationen von Mensch und Hund können schon bald zu Konflikten im Zusammenleben führen. Im Interesse Ihres künftigen Hundes und in Ihrem eigenen Interesse informieren Sie sich am besten vorher über Eigenschaften und Bedürfnisse Ihrer „Traumrassen“.  Manche Hunde sind leicht zu erziehen und „anfängergeeignet“. Andere wiederum besitzen eine natürliches „Sturköpfigkeit“ und die Erziehung erfordert eine Menge „hündisches Fachwissen“ und Einfühlungsvermögen, das man als Ersthundehalter noch gar nicht besitzen kann. Schließlich müssen Sie als „Neuling“ im Zusammenleben mit Hunden noch genauso viel über das Verhalten und die Kommunikation mit dem Hund in der Praxis lernen wie ein Welpe, der noch erzogen werden muss. (weiterlesen…)

Otitis externa – Entzündung des äußeren Gehörganges

Donnerstag, Juni 23rd, 2011

Die Entzündung des äußeren Gehörganges des Hundes ist einer der häufigsten Gründe für einen Tierarztbesuch. Je nach Gegend ist sie zu 8-23 % der Anlass für einen Tierarztbesuch.

Die Ursache einer Otitis externa kann vielfältigen Ursprungs sein. Parasiten, Fremdkörper, Mikroorganismen und Wucherungen können die Entzündung auslösen. Bis Ihr Hund die typischen Symptome wie Kopfschütteln, vermehrtes Kratzen am Ohr und Kopf schiefhalten zeigt, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und die Infektion ist zu diesem Zeitpunkt bereits auf ihrem Höhepunkt.
Die Folgen der Otitis externa können schwerwiegend sein, wenn sie nicht umgehend gründlich behandelt wird: Zerstörung des Trommelfells, Infektion des Innenohrs, Gleichgewichtsstörungen – es kann sogar zu Taubheit und Entzündungen der Hirnhäute kommen.

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Das Hundehaufen – Ärgernis

Samstag, April 23rd, 2011

Die Hinterlassenschaften unseres Hundes sind häufig Anlass zur Verärgerung unserer Mitmenschen. Und ganz unter uns, haben Sie sich nicht auch schon einmal darüber geärgert, dass Sie in einen Hundehaufen getreten sind? Hundehaufen liegen in Vorgärten, in Parks und Einkaufsstraßen, sogar auf Kinderspielplätzen und sorgen für ständigen Unmut anderer Menschen. Als Hundehalter tragen wir die Verantwortung auch dafür, dass unser Hund sich nicht durch wohlplatzierte Häufchen unbeliebt macht. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass keiner unserer Mitmenschen sich durch unseren Hund und seine Häufchen belästigt fühlen muss.

Selbstverständlich ist es völlig natürlich, dass der Hund sich zum Lösen an den Straßenrand oder an Nachbars Vorgarten hockt, aber genauso natürlich ist auch die menschliche Abneigung gegen Hundekot. (weiterlesen…)

Clickertraining

Donnerstag, März 24th, 2011

Als “Click & Treat” oder auch Clickertraining bezeichnet man eine Methode zur Verhaltensbeeinflussung von Tieren. Sie basiert auf der Konditionierung des erwünschten Verhaltens unter Verwendung des Clickers, der als positiver sekundärer Verstärker dient.

Bei dem Clicker handelt es sich um ein kleines Gerät, welches den meisten von uns noch als Kinderspielzeug, dem sogenannten “Knackfrosch”, bekannt ist. Es ist in der einfachsten Form eine kleine Box, in der ein Streifen Federstahl integriert ist, welcher durch Druck ein knackendes, klickendes Geräusch verursacht.
Er dient beim Clickertraining als Hilfsmittel, über welches Sie mit Ihrem Hund kommunizieren. (weiterlesen…)

Ungehorsam: Die häufigsten Gründe

Donnerstag, August 26th, 2010

407793_7177klein1Sie rufen und rufen und Ihr Hund kümmert sich nicht um Sie, sondern spielt und stöbert ungerührt weiter? Sie sagen einmal “Sitz” und es passiert nichts? Sie sagen nochmal “Sitz” und Ihr Hund schaut Sie an und wedelt, statt sich hinzusetzen? An dieser Stelle können Sie nachlesen, warum das der Fall ist und wo der Fehler in Ihrer Erziehung liegen könnte:

1. Ihr Hund ist nicht schwerhörig

Ein einziger Ruf genügt, wenn er das Kommando beherrscht. Solange Sie wiederholt nach ihm rufen, teilen Sie ihm ja mit, dass Sie da sind und auf ihn warten oder gar ihm hinterherlaufen. Er nimmt sie nicht für voll, denn mehrmaliges Rufen untergräbt Ihre Autorität. (weiterlesen…)

Zahnpflege beim Hund

Freitag, August 6th, 2010

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Wie wir Menschen aus eigener Erfahrung meist wissen, können Zahnprobleme und Zahnarztbesuche äußerst unangenehm sein. Deshalb sollte – genau wie unser menschliches Gebiss -  das Hundegebiss von kleinauf kontrolliert und gepflegt werden.

Es empfiehlt sich schon beim Welpen frühzeitig zu üben und ihn daran zu gewöhnen, dass man seine Zähne, Maulhöhle und Zahnfleisch regelmäßig inspiziert. Auf diese Art und Weise ist es zugleich möglich den Zahnwechsel von den Milchzähnen zum festen Hundegebiss  zu kontrollieren und gegebenenfalls – sofern erforderlich – Maßnahmen zu ergreifen (Tierarztkontrolle).

Nicht nur Mundgeruch und Zahnstein werden durch regelmäßige Kontrolle und Pflege gemindert oder gänzlich vermieden, auch lassen sich Verletzungen im Maulhöhlenbereich schneller entdecken, wenn man diesen regelmäßig kontrolliert. Durch Spiele (Toben mit Mensch und Hund) und durch ungeeignete Spielzeuge (Stöcke!) kann es oft zu Verletzungen der Maulhöhle und abgebrochenen Zähnen kommen. Schmerzhafte Entzündungen können entstehen, Zahn und Zahnfleisch können geschädigt werden und unser Hund kann nur noch schlecht fressen und krank werden.

Der anfangs noch weichere Zahnbelag verhärtet sich durch die im Speichel enthaltenen Mineralien und wird zu Zahnstein. Hier setzen sich nun noch leichter Futterreste ab: Futterreste und Zahnbeläge bilden ein gutes Milieu für Bakterien. Durch die Bakterien kommt es schnell zu Entzündungen. Die Bakterien haben so eine Eintrittspforte in den Hundeorganismus: Sie können sich im Körper ausbreiten und Organe wie Herzklappen, Leber und Nieren befallen. So kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen mit irreperabler Schädigung der Organe kommen.

Durch die Zahnsteinbildung und die Entzündungen wird der Zahnhalteapparat angegriffen, die Zähne lockern sich und können ausfallen. Bei manch einem Hund mit Zahnstein werden dessen Zähne nur noch vom Zahnstein selbst „gehalten“ und bedürfen einer Entfernung durch den Tierarzt.

Hat sich erst einmal Zahnstein gebildet, so kann dieser nur durch den Tierarzt entfernt werden. Die Zahnsteinentfernung erfolgt unter Narkose und ist – wie jeder operative Eingriff – immer eine Belastung für das Tier. Nicht zu vergessen sind die Kosten, die für den Hundehalter dadurch entstehen. Die Zahnpflege sollte also nicht unterschätzt oder gar unterlassen werden.

Foto 1: Strahlend weißes Gebiss eines Hundes Foto 2: Starker Zahnstein bei einem Hund
Foto 1: Strahlend weißes Gebiss eines Hundes Foto 2: Starker Zahnstein bei einem Hund

Wie sorge ich für ein gesundes Hundegebiss?

1.    Die Wahl des richtigen Futters

Das Fleischfresser-Gebiss unseres Hundes ist dazu geschaffen rohe Fleischstücke auseinander zu reißen und zu zerkleinern. Dies erfordert einen gewissen Kraftaufwand und den Einsatz des kompletten Gebisses.  Unser Hund benötigt folglich Nahrung, die er auch noch kauen/zerkleinern muss.

Nassfutter allein ist zumeist in einer Form, bei welcher der Hund kaum „was zu beißen“ hat und es schnell runterschlingen und abschlucken kann. Dabei setzen sich leicht Futterreste an und zwischen den Zähnen ab und bieten Bakterien einen guten Nährboden. So kommt es schnell zu Entzündungen und Zahnsteinbildung.

Trockenfutter sorgt durch seine festere Konsistenz für ein besseres Ablösen von Futterresten und Zahnbelägen beim Kauen. Mittlerweile gibt es auf dem Futtermittelmarkt entsprechende Sorten, die als besonders zahnpflegend gelten. Doch auch hier darf man sich nicht allein auf die Zahnpflege mittels Futter verlassen, denn die Bröckchen werden nicht lange gekaut, sondern schnell abgeschluckt.

BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) bietet dem Hundegebiss die natürliche Zahnpflege durch das Füttern von rohen Fleischstücken und Knochen. Diese Art der Fütterung ist die beste Methode, um den Beißerchen unseres Hundes die beste Pflege angedeihen zu lassen.

Frischfleisch zum Bestellen

Essensreste vom Tisch sind auf Dauer nicht artgerecht für Hunde. Sie benötigen für ein gesundes Hundeleben ein Futter, welches ihrem Närstoffbedarf angepasst ist. Zudem enthalten viele Lebensmittel, die für den Menschen geeignet sind, Stoffe, die für den Hund wiederum ungesund bis schädlich sein können. Das bekannteste Beispiel dafür ist Schokolade, welche Theobromin und Zucker enthält. Theobromin ist für den Hund giftig und kann im schlimmsten Fall sogar bis zum Tod führen. Dass Zucker schädlich für Zähne ist, weiß heutzutage auch jedes Kind.

Weiterführende Artikel zum Thema “Ernährung von Hunden” finden Sie an dieser Stelle.

Foto 3: Hund mit Büffelhautknochen2.    Kauartikel als Zahnpflege

Büffelhautknochen, Kauröllchen, Schweineohren und vieles mehr – all diese Knabbersachen sorgen nicht nur für eine schöne Beschäftigung unseres Hundes, er trainiert zugleich seine Kaumuskulatur und pflegt sein Gebiss. Durch das oftmals hingebungsvolle Herumkauen auf den Kauartikeln werden Futterreste und Zahnbeläge gelöst und das Gebiss gereinigt.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Kauartikel nicht zu klein und zu weich ist; sonst wird er zu schnell und vielleicht im Stück herunter geschluckt,  womit die Zahnreinigung durch das Kauen hinfällig wird. Vermeiden Sie das Füttern von Knochen, welche splittern können (= gekochte Knochen, besonders Geflügelröhrenknochen). Durch den Erhitzungsprozess bei der Zubereitung wird den Knochen Wasser entzogen und lässt sie porös und brüchig werden, so dass sie beim Zerkauen splittern und im Verdauungssystem des Hundes großen Schaden anrichten können.

Hochwertige Kauartikel

3.    Kauspielzeuge

Im Fachhandel für Tierbedarf gehört auch Spielzeug, welches „gut für die Zähne“ ist, zur großen Produktpalette. So finden sich dort Bälle, Ringe, Kongs und vieles andere aus Natur-Kautschuk oder Vollgummi, mit und ohne Noppen und Rillen, mit und ohne Geschmack, welche den Hund zum Draufrumkauen animieren. Weiterhin gibt es Kau- und Spielseile aus Hanf oder Baumwolle. Das Angebot ist vielfältig, so dass für jeden Hund was dabei sein sollte. So kann der Hund seine Zähne selbst pflegen, sogar spielerisch.

4.    Zahnbürste, Zahnpasta und Co.

Extra für den Hund gibt es spezielle Zahnpasten, -bürsten und –pflegemittel, denn unsere herkömmlichen – menschlichen – Zahnpflegeartikel sind für den Einsatz am Hund ungeeignet. Sie enthalten Komponenten, die auf unsere menschlichen Bedürfnisse ausgerichtet sind und auf den Hund unangenehm und schädlich wirken können. Ebenso hat Zahnpasta aus dem Humanbereich die Eigenschaft zu schäumen. Im Gegensatz zu uns Menschen kann der Hund den Schaum nicht ausspucken und schluckt in ab. Dadurch kann es zu Darmstörungen kommen.

Für unseren Hund sind geruchs- und geschmacksneutrale Mittel besser geeignet. Im Tierbedarfhandel sind spezielle Pasten und Lösungen mit Fleischaroma und/oder –geschmack erhältlich, welche auf eine bessere Akzeptanz bei unserem Hund stoßen.  Die Zahnputzmittel enthalten ähnlich wie bei unseren menschlichen Produkten Stoffe, durch die Zahnbeläge und Futterreste leichter gelöst werden. Auf den gesäuberten und glatten Oberflächen der Zähne können Bakterien sich nicht mehr festsetzen Als Werkzeug kann man spezielle anatomisch angepasste Bürsten und „Zahnpfleger“-Fingerlinge nutzen, welche ebenfalls im Fachmarkt erhältlich sind.

Üben Sie schon frühzeitig die Zahnpflege mit Ihrem Hund – auch Ihr Tierarzt wird es Ihnen danken, wenn Ihr Hund es schon kennt, dass man ihm ins Maul schaut.

MicroMed Zahnreiniger

Wie auch beim Menschen kommt es bei der Zahnpflege auf die Regelmäßigkeit an: Reinigen Sie ein bis zwei Mal in der Woche die Zähne Ihres Hundes (bei Bedarf auch über 3-5 Tage täglich hintereinander) und lassen Sie Maul und Zähne alle sechs bis zwölf Monate von einem Tierarzt kontrollieren.

Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben oder sich einfach nur darüber austauschen wollen, laden wir Sie herzlich in unser Forum ein: Forum von Petsnature


Bildquellen: Foto 1: Rebekah Pavlovic auf flickr.com, Foto 2: Wikimedia Commons, Foto 3 + Vorschaubild: ishane auf flickr.com, Foto 4: www.sxc.hu

© Jill Peters 2010 

Futtermittelunverträglichkeit

Freitag, Juli 23rd, 2010

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In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der Futtermittelunverträglichkeit, zum einen die Futtermittelintoleranz, zum anderen die Futtermittelallergie. Im Folgenden finden Sie eine genaue Definition der beiden Unverträglichkeiten, Wege der Diagnose und den erfolgreichsten Behandlungsansatz.

Der folgende Artikel wurde zwar speziell für Katzen geschrieben, gilt aber für Hunde gleichermaßen.

Futtermittelintoleranz

Der Begriff „Intoleranz“ meint medizinisch eine Stoffwechselstörung aufgrund unzureichender Verarbeitung zugeführter Substanzen. In Bezug auf eine Futtermittelintoleranz bedeutet es die Störung des normalen Verdauungsprozesses bei Nahrungsaufnahme ohne Beteiligung des Immunsystems.

Futtermittelallergie

Bei der Futtermittelallergie kommt es zusätzlich noch zu einer Immunantwort. Das bedeutet, dass das Immunsystem der Katze den Allergie auslösenden Stoff wie auf einen Krankheitserreger reagiert und es kommt zu einer Überreaktion des Körpers.

Für Mensch wie Tier gilt gleichermaßen, das etwas was man jahrelang gerne ißt und gut verträgt plötzlich eine Allergie auslösen kann. Die Ursachen einer Allergie können in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel erbliche Veranlagung, Einfluss von Umweltgiften, veränderten Lebensgewohnheiten und vielem anderen liegen. Die Medizin ist noch dabei das Gebiet der Allergien zu erforschen, eine Übersicht über die herkömmlichsten Theorien finden Sie bei Wikipedia:

Ursachen allergischer Erkrankungen

Symptome von Futtermittelunverträglichkeiten

Wichtig: Die nachstehenden Symptome entstehen auch bei vielen anderen Erkrankungen, wenn Ihre Katze eines oder mehrere dieser Symptome zeigt, heißt das nicht automatisch, dass sie eine Futtermittelunverträglichkeit hat. Diese Diagnose sollte auf jeden Fall immer ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker stellen!

Außerdem gibt es unterschiedliche Stärken der körperlichen Reaktionen, manch eine Katze muss sehr leiden, einer anderen macht es kaum zu schaffen. Wie immer gilt: ein Lebewesen ist kein Auto – deswegen kommt es bei jedem zu unterschiedlichen Verlaufsformen.

Folgende Symptome können ein Indiz für eine Futtermittelunverträglichkeit sein, egal ob die Katze nur eines oder mehrere zeigt:

  • Erbrechen, das nur bei bestimmten Futtersorten auftritt
  • Durchfall, der sich nach Futterumstellung bessert
  • Blähungen bei bestimmten Futtersorten
  • Bauchschmerzen
  • Juckreiz, häufig vor allem im Gesicht, an den Ohren und an den Pfoten
  • Schuppige Haut
  • Haarausfall, oft auffällig jenseits des Fellwechsels
  • Entzündete oder gerötete Haut
  • schlechter Appetit bis hin zur Abmagerung
  • Teilnahmslosigkeit
  • Wachstumsstörungen bei jungen Katzen
  • Heuschnupfenähnliche Symptome wie Niesen, Husten, Schnupfen oder roten Augen

Auslöser von Futtermittelunverträglichkeiten

Die Tierfutterindustrie hat genau so wie die menschliche Nahrungsindustrie in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Wandel erlebt. Während es früher nur geringe Auswahl gab, gibt es heute zum einen sehr viel mehr Futterhersteller und zum anderen hat jede Firma die unterschiedlichsten Produkte für verschiedene Bedürfnisse im Angebot. Außerdem ist unsere westliche Welt auf einer Art „Chemietrip“, Produkte müssen sehr lange haltbar sein, es gibt künstliche Aromen und jede Menge anderer künstlicher Futterzusatzstoffe wie Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder Stabilisatoren.

Erstaunlicherweise sind diese nur bei einem geringeren Teil der Katzen Unverträglichkeit auslösend, der größere Teil reagiert auf bestimmte Eiweißstoffe (Proteine) von einigen Fleisch- oder Getreidesorten. Kohlehydrate kommen als Auslöser auch vor. Die bekanntesten Allergie- und Intoleranzauslöser sind:

  • Rindfleisch
  • Milchprodukte
  • Geflügel
  • Eier
  • Fisch
  • Lammfleisch
  • Schweinefleisch
  • Pferdefleisch
  • Getreide- oder Sojaprodukte

Bestimmte Faktoren unterstützen eine Futtermittelunverträglichkeit, wie die eben schon erwähnten künstlichen Futterzusatzstoffe. Verschiedene Medikamente können eine Unverträglichkeit auslösen, das gleiche gilt für Parasiten und Pilzsporen. Wenn diese Faktoren wegfallen, lassen auch die Unverträglichkeitsreaktionen nach.

Weiterhin gibt es einige Katzenrassen, bei den Futtermittelunverträglichkeiten häufiger vorkommen als bei anderen.

Diagnose einer Futtermittelunverträglichkeit

Es gibt inzwischen zwei Wege um grundsätzlich eine Unverträglichkeit relativ sicher festzustellen. Der eine 100 %ige ist eine Ausschlussdiät über viele Wochen hinweg, der andere ist ein Labortest (Blutuntersuchung), der jedoch auch Falschergebnisse liefern kann. Auf Futtermittelallergien spezialisierte Tierfachärzte greifen deswegen immer auf die Ausschlussdiät zurück.

Ausschlussdiät

Labortest Futtermittelallergie

Bis zur eindeutigen Diagnose einer Futtermittelintoleranz oder –allergie ist es ein langer Weg, da verschiedene andere (Haut)Erkrankungen die gleichen Symptome zeigen. Es ist deswegen sehr wichtig, die anderen möglichen Erkrankungen auch auszuschließen. Rein theoretisch kann man anhand bestimmter Blutwerte erkennen, ob es sich generell um eine allergische Reaktion handelt, da die körperliche Abwehrreaktion des Immunsystems diese Blutwerte ansteigen lässt. In wie weit das in Tierarztpraxen eine gebräuchliche Untersuchung ist, kann ich nicht sagen.

Wie immer, wenn etwas häufiger als früher auftritt – egal aus welchem Grund – wird es auch zu einer Art „Modeerscheinung“. In meiner langjährigen ehrenamtlichen Arbeit sind mir leider schon einige Fälle begegnet, in denen ein Tierarzt ohne gründliche Untersuchung und ohne Ausschlussdiät eine Futtermittelallergie diagnostizierte und dem Katzenhalter dringend sein Spezialfutter empfahl und verkaufte. Das ist nicht der richtige Weg, er kann auch zu einer Falschdiagnose führen, weil anderes übersehen wurde.

Natürlich ist eine Ausschlussdiät eine etwas anstrengendere Zeit, vor allem wenn man mehrere Katzen hat. Doch nur so können zweifelsfrei das Vorhandensein einer Allergie und ihre Auslöser bestimmt werden.

Behandlung

Die sicherste Behandlung ist ein völliges Weglassen der auslösenden Stoffe. Je nach dem worauf Ihre Katze überreagiert ist es einfacher oder komplizierter das umzusetzen.

Die Futtermitteletiketten geben oftmals die Formulierung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Getreide“ an. Um wirklich zu wissen, was in einem Futter enthalten ist bleibt nur der Weg des direkten Nachfragens beim Hersteller übrig. Doch von manchen Futterproduzenten bekommt man keine exakte Antwort, das kann zwei Gründe haben:

  • die Rezeptur wechselt je nach kostengünstigem Angebot im Einkauf
  • der Hersteller will diese Auskunft aus anderen Gründen nicht öffentlich machen

Eine Hilfe bieten wir Ihnen mit unseren drei Artikeln zum besseren Verständnis des Futtermitteletiketten – Chinesisch:

Futtermitteletiketten-Teil-I

Futtermitteletiketten-Teil-II

Futtermitteletiketten-Teil-III

Gerade für Katzen mit schweren Allergien gegen Hauptbestandteile vieler Futtermittel wie zum Beispiel Rind ist BARFen das sicherste Mittel der Wahl um wirklich eine Kontrolle darüber zu haben, was im Napf Ihrer Katze landet:

BARFen – Biologisch artgerechte Rohfütterung für Katzen

Selbstgekochte Katzennahrung

Wichtig: Beim BARFen ist darauf zu achten, dass die Supplemente auch keine Allergieauslöser enthalten!

Einige Hersteller bieten  spezielle Fertigfutterdiäten in verschiedenen Qualitäten an.

In der alternativen Medizin finden sich weitere Behandlungsansätze, sie ist vor allem sehr hilfreich in Zeiten der allergischen Reaktion.

Für weitere Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne in  unserem Forum mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature

© Katja Tuszynski  – www.wortwichtel.de

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Quellen:

Wikipedia: Futterallergie

Tierklinik: Ratgeber

Hundstage – Vorsicht: Hitzestau!

Freitag, Juli 16th, 2010

564772_80465030klein1Wenn das Thermometer in diesen Tagen langsam immer weiter hinauf klettert, die 25°C-Marke übersteigt und die Sonne erbarmungslos vom Himmel lacht, freut sich manch Mensch, doch unsere Haustiere in der Regel nicht. Im Körper des Tieres entsteht schnell ein Wärmestau, der sich rasch zu einem für das Tier lebensgefährlichen Hitzschlag wandeln kann.

Katzen besitzen nicht – wie wir Menschen – am ganzen Körper Schweißdrüsen. Sie haben lediglich zwischen Sohlen- und Zehenballen Schweißdrüsen, welche vornehmlich zum Markieren (Duftstoff) eingesetzt werden. Katzen können, wenn es heiß ist, nicht so sehr wie Menschen schwitzen, um Hitze abzugeben. Ähnlich wie beim Hund kann eine Katze bei starker Erregung oder großer Hitze damit beginnen zu hecheln. Durch die Atembewegung verdunstet der Speichel im Rachenraum und sorgt so für Kühlung, welche aber nicht annähernd in ihrem Ausmaß mit der des Hundes beim Hecheln gleichzustellen ist.

1039897_55939694kleinDer Hund besitzt ebenfalls wie die Katze nur wenige Schweißdrüsen im Pfotenballenbereich und kann seine Körpertemperatur auch nicht bei Hitze durch Schwitzen regulieren.  Bei der Hechelatmung kann sich die Atemfrequenz auf bis zu 400 Atemzüge pro Minute erhöhen, wobei der Hund sehr flach atmet. Durch diese Form der Temperaturregulierung verliert der Hund sehr viel Körperflüssigkeit. Damit er nicht dehydriert, muss er trinken, um die verlorene Körperflüssigkeit wieder zu ersetzen.

Hecheln

Reicht Schwitzen und Hecheln nicht aus, suchen die Tiere schattige Plätze auf, legen sich auf kühle Fliesen oder verschwinden sogar im kühlen Keller. Auch ein Belecken (Putzen) des Fells sorgt für eine leichte Abkühlung durch das Verdunsten des Speichels. Hohe Außentemperatur bedeutet eine besondere Belastung für Herz und Kreislauf der Tiere, so dass insbesondere ältere und junge Tiere als auch gesundheitlich beeinträchtigte Tiere bei Hitze stark gefährdet sind, sofern sie keine Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten haben. Frisches Wasser sollte immer bereit stehen, so dass das Tier sich frei bedienen kann.

Ausgiebige Spaziergänge und Training mit dem Hund sollten in die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden verlegt werden, wenn es noch kühler ist. Größere Anstrengungen sollten tagsüber besser vermieden und stattdessen viele kleine Pausen eingelegt werden, in denen sich der Hund ausruhen und vielleicht auch im kühlen Nass abkühlen kann.

Schweiß im Tierreich

Heimtier- und Vogelkäfige dürfen nicht in der prallen Sonne stehen – die Tiere haben so gar keine Chance der Überhitzung durch Sonneneinstrahlung auszuweichen. Ebenso muss man daran denken, dass der Platz, der eben noch schattig war, nur kurze Zeit später ungeschützt in der Sonne liegt, da diese am Himmel wandert.

974073_89525375kleinEiner besonderen Gefahr ist der Hund im Auto ausgesetzt. Die Temperatur im Autoinnenraum kann binnen kürzester Zeit – auch im Schatten – auf Temperaturen von 60°C und höher steigen. Ist ein Hund diesen Temperaturen ausgesetzt, ist seine Gesundheit in größter Gefahr: es kann schnell zu Hitzeschäden mit Todesfolge kommen! Auch ein geöffnetes Fenster kann die Hitzeansammlung im Wageninnenraum nicht kompensieren. Jedes Jahr passiert es, dass ein Hundehalter bei Rückkehr zu seinem Wagen nur noch ein totes Tier auffindet. Das wird er sich ein Leben lang nicht verzeihen.

Passanten, die ein offensichtlich leidendes Tier in einem in der Sonne parkenden Wagen sehen, sollen die Polizei oder Feuerwehr anrufen, um den Hund befreien zu lassen. Unverantwortlichen Haltern droht nach §17 Tierschutzgesetz eine Geldstrafe bzw. eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren.

Artikel zu §17 des Tierschutzgesetzes

Woran erkennt man einen Hitzschlag?

Apathie, aber auch Unruhe, Taumeln sind bereits erste Anzeichen für einen Hitzschlag (Hitzeschock). Darauf können Erbrechen, Durchfall und Bewusstseinsbeeinträchtigungen auftreten, die in Krämpfen, Atemnot und Bewusstlosigkeit übergehen können. Tierärztliche Hilfe ist sofort nötig!

Sofortmaßnahmen bei Hitzschlag

Bei Hunden und Katzen bedeutet Hitzschlag und Sonnenstich immer einen Notfall. Blasse Schleimhäute, rasender Puls, schnelle Atmung sind hierfür Anzeichen. Es kann auch Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder sogar Krämpfe auftreten.

  • Bringen Sie das Tier sofort aus der Sonne an einen schattigen, kühlen Ort.
  • Versuchen Sie die Körpertemperatur des Tieres zu senken: feuchte Tücher auf Beine, Rumpf und Kopf des Tieres. Besprühen mit Wasser. (Achtung: nicht zuviel / zu schnell, denn das plötzliche Abkühlen eines erhitzen Körpers kann zu Kreislaufkollaps führen!)
  • Massage der Gliedmaßen, um den Kreislauf anzuregen.
  • Bieten Sie ihm Trinkwasser in kleinen Portionen und leicht angewärmt an.

Reisen mit dem Tier im Auto

Als Reisezeit eignen sich aufgrund der Temperaturen später Abend, die Nacht und der frühe Morgen besser als der sonnige Tag. Sofern es möglich ist, sollten Sie dies bei der Reiseplanung berücksichtigen. Sorgen Sie bitte dafür, dass ausreichend Trinkwasser mitgenommen wird, welches während der Fahrt angeboten werden kann. Eine Box oder ein Hundegitter ermöglichen es, dass Türen und Fenster während Pausen ganz offen gelassen werden können, so dass für eine bessere Luftzirkulation gesorgt ist. Setzen Sie während der Fahrt Ihr Tier keiner Zugluft (offenes Fenster) aus, denn es kann schnell  zu Augenentzündungen durch die Zugluft kommen. Während der Fahrt kann auch ein feuchtes Handtuch, welches über die Transportbox gehängt wird (ohne die Box komplett zuzuhängen – Luftzirkulation!), für ein wenig Abkühlung sorgen.

Denken Sie bitte während der Sommerzeit immer daran, dass das Wohl Ihres Tieres nicht unter der Hitze leiden muss!

Wie helfen Sie Ihren Tieren, wenn es so heiß ist ?

(c) Jill Peters

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Quellen Fotos: http://sxc.hu/