Durchfall bei Katzen

Es gibt sehr viele verschiedene Ursachen für Durchfallerkrankungen bei Katzen. In diesem Artikel finden Sie einen groben Überblick über die Gängigsten. In der Regel ist der Durchfal “nur” ein Symptom, eine Begleiterscheinung der eigentlichen Ursache. Doch zunächst werfen wir einen Blick auf die Aufgaben des Darms.

Die Funktionen des Darms

Durchfall ist immer nur ein Symptom einer Erkrankung, also eine Reaktion des Körpers auf die Krankheitsursache. Der Darm von Säugetieren wie unseren Katzen oder auch uns Menschen hat viele wichtige Aufgaben, in ihm sitzen ca. 70 % der Abwehrzellen, ein Großteil des Immunsystems. Der Darm von Säugetieren wird von zig Millionen Nervenzellen gesteuert. Sie ähneln in vielem dem ZNS (zentrales Nervensystem), funktionieren jedoch unabhängig von der Steuerung des Gehirns. Deswegen spricht man allgemein auch von „Bauchhirn“. Dieses Bauchhirn steuert und kontrolliert sämtliche Funktionen des Darms. Wenn er durch Durchfall geschwächt wird, kann er seinen wichtigen Aufgaben nicht ausreichend nachkommen:

Verdauungsprozess: Aus der Nahrung werden alle verwertbaren Bestandteile aussortiert und über das Blut an den Körper weiter gegeben, die unverwertbaren werden ausgeschieden.

Immunsystem: Das Immunsystem des Darms produziert Eiweißstoffe (Immunglobuline – IgA), die zur Abwehr von schädlichen Stoffen dienen.

Die Darmflora

In einem gesunden Darm leben Milliarden von Mikroorganismen (z. B. unterschiedlichste Bakterien), sie sind mit dem Begriff Darmflora gemeint. Sie sorgen für die Verdauung und Aufbereitung vieler Nährstoffe, sie bilden Vitamine, schützen den Darm vor Schadstoffen, verhindern Infektionen, sorgen für die Ernährung der Darmschleimhaut und vieles mehr.

Damit die Darmflora all ihre wichtigen Aufgaben erledigen kann, muss ein gesundes Gleichgewicht herrschen. Ungesunde Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, aber auch verschiedene Medikamente können dieses Gleichgewicht stören und Durchfall verursachen.

Die gängigsten Ursachen für Durchfall bei Katzen

Wurminfektionen: Katzen können über die Nahrung (z. B. Beutetiere oder frisches Fleisch) Würmer aufnehmen, die zu verschiedenen Erkrankungen führen können. Wurmbefall bei Katzen

Giardien: sind mikroskopisch kleine Dünndarmparasiten, eine Erkrankung daran ist nicht selten! Giardien bei Katzen

Kokzidien: sind Sporentierchen (Parasiten), die den Darm befallen können. Kokzidien

Toxoplasmose: ist ein einzelliger Parasit, der einen Teil der Darmschleimhaut befällt. Meistens zeigen die Katzen keine Symptome, selten einen leichten Durchfall. Toxoplasmose

Futterumstellung: Es gibt minderwertiges, mittelwertiges und hochwertiges Futter; wenn man von einer Klasse auf die andere umstellt, kann es zu Durchfall kommen. Tipps zur Futterumstellung

Futtermittelintoleranz: Sie liegt vor, wenn eine Katze einen bestimmten Futterbestandteil nicht verträgt (der Körper überreagiert)und kann zu Durchfall führen. Futtermittelunverträglichkeiten

Futtermittelallergie: Sie ist die Steigerung der Unverträglichkeit, der Körper reagiert mit seinem Abwehrsystem. Futtermittelunverträglichkeiten

Falsches Futter: Manche Erkrankungen erfordern bestimmte Diäten, werden diese nicht eingehalten, kann es zu Durchfall kommen.

Campylobacter: Infektionen durch das Bakterium Campylobacter treten inzwischen häufiger als Infektionen durch Salmonellen auf. Durch besiedelte Lebensmittel – auch Tierfutter – wird das Bakterium übertragen. Die Infektion gehört zu den Lebensmittelvergiftungen. Campylobacter

Salmonellen: Salmonellenbakterien gehören auch zu den typischen Auslösern von Lebensmittelvergiftungen. Salmonellen

Clostridium perfringens: Die Clostridiumbakterien sind ein weiterer Auslöser von Lebensmittelvergiftungen. Clostridium perfringens

Yersinien: Diese Bakterien können in kontaminiertem Fleisch oder im Trinkwasser auftreten. Yersiniose

Escherichia coli (E. coli): Die Escherichia coli – Bakterien setzen sich aus vielen verschiedenen Stämmen zusammen. Einige von ihnen bilden die Darmflora von Säugetieren und sind lebensnotwendig. Trotzdem können sie durch ein Ungleichgewicht oder durch nicht körpereigene Stämme Auslöser von Durchfall sein. Escherichia coli

Gastroenteritis: Kurzer Infekt, nennt man im Volksmund auch Magen-Darm-Grippe. Neben den oben schon spezifischer erwähnten Erregern, gibt es noch einige weitere, die so einen Infekt auslösen können. Gastroenteritis

Vergiftung: Neben Lebensmittelvergiftungen können viele Pflanzen oder auch Chemikalien (z. B. Putzmittel) oder Umweltgifte zu Vergiftungen und somit auch Durchfall führen. Vergiftungen bei Katzen

Arzneimittelunverträglichkeit: Viele Medikamente können Nebenwirkungen verursachen, eine davon ist der Durchfall. Arzneimittelunverträglichkeiten

Antibiotika: Antibiotika können nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden, deswegen kann durch die Einnahme auch die Darmflora aus dem Gleichgewicht gebracht werden und der Körper reagiert darauf mit Durchfall. Arzneimittelunverträglichkeiten

IBD: IBD steht für „inflammatory bowel disease“ und ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung die auch bei Katzen vorkommen kann. Die genauen Ursachen sind noch nicht bekannt (Idiopathie), es wird zum einen nach dem Ausschlussverfahren und anhand der Symptome diagnostiziert. Es spricht auch vieles dafür, dass es nicht bei jeder Katze die gleichen Auslöser sind. IBD

Pankreatitis: Sowohl die akute, als auch eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kann neben anderen Symptomen Durchfälle verursachen.Pankreatitis

Pankreasinsuffizienz: Eine nicht ausreichend arbeitende Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert nicht genügend Enzyme, die zur Verdauung gebraucht werden. Eine Folge davon kann Durchfall sein. Exokrine Pankreasinsuffizienz

Panleukopenie (Katzenseuche): Die Panleukopenie kann starke Durchfälle verursachen. Panleukopenie

Felines Coronavirus (FCoV): Dieses Virus kann eine eher milde Darminfektion verursachen. Felines Coronavirus

Feline infektiöse Peritonitis (FIP): Auslöser für diese meist tödlich verlaufende Erkrankung ist eine Mutation des felinen Coronavirus. Es gibt bei dieser Krankheit verschiedene Verlaufsformen bei den es auch zu Durchfällen kommen kann. Feline Infektiöse Peritonitis

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Ihnen ein wichtiger Punkt fehlt, melden Sie sich bitte bei uns im Forum oder per Email: petsnature@petsnature.de

Im Laufe der nächsten Zeit wird es zu jedem dieser Auslöser einen eigenen ausführlichen Artikel geben.

Wie Sie am besten vorgehen, wenn Ihre Katze Durchfall hat, können Sie hier nachlesen:

Durchfall – Wie geh ich damit um?

Auch in unserem Forum stehen wir Ihnen gerne mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature

(c) Katja Tuszynski

Foto: www.sxc.hu

Ist Ihre Katze zu dick?

heide1Für Katzen gilt genauso wie für uns Menschen, dass dick sein nicht gesund ist. Es führt zu vielen gesundheitlichen Schäden, verkürzt sogar die Lebenserwartung. Fangen wir bei den Ursachen für eine dicke Katze an, meistens sind wir Menschen schuld am größeren Umfang unserer Katzen. Es gibt aber auch den einen oder anderen medizinischen Grund.

Oftmals liegt es am Bewegungsmangel oder die Katzen werden nicht ausreichend gefordert. Wenn wir einen Blick auf wild lebende Katzen werfen, ist ganz klar zu sehen, dass diese Katzen nicht übergewichtig werden. Deswegen müssen wir Menschen gerade bei Wohnungskatzen für einen adäquaten Ausgleich sorgen. Dazu später mehr.

Ein weiterer möglicher Grund liegt im falschen Umgang mit Kitten während ihrer Prägephase, ihren ersten Lebenswochen. Wenn kleine Katzen zu gut ernährt werden, dann bildet ihr Körper mehr Fettzellen als notwendig, so dass in der Folge auch mehr Fett als nötig im Erwachsenenalter abgespeichert wird.

Ein anderer wichtiger Punkt liegt im Essverhalten, welches wir Menschen den Katzen anerziehen. Jede Katze nascht gerne, es obliegt aber uns darauf zu achten, was und wie oft sie nascht, beziehungsweise ob wir das auf die normale Futtermenge anrechnen oder nicht. Katzen die unter Bewegungsmangel oder Langeweile leiden neigen in der Folge auch dazu zu viel zu Essen, weil Essen ja auch Aufmerksamkeit vom Menschen bedeutet. Continue reading

Tierarztbesuch – am besten gut vorbereiten!

Gerade mit Katzen ist oftmals ein Tierarztbesuch nicht einfach, da fast jede Katze mit Angst auf das „zwangsweise“ Verlassen ihres Reviers reagiert. Natürlich gibt es die berühmten Ausnahmen, die relativ gelassen den Tierarztbesuch über sich ergehen lassen, doch meistens ist es mit Stress für Mensch und Tier verbunden.

 

Oft sind wir Menschen schon vor dem Termin aufgeregt, weil wir noch vom Ablauf des letzten Tierarztbesuches erschreckt sind oder am liebsten unserer Katze das alles ersparen würden. Das heißt, ein wichtiger Stressfaktor für unsere Katzen können wir selbst sein. Je ruhiger und gelassener wir sind, desto stressfreier wird es auch für die Katze. Eine enorme Hilfe dafür ist ein planvolles Vorgehen. Continue reading

Hundstage – Vorsicht: Hitzestau!

564772_80465030klein1Wenn das Thermometer in diesen Tagen langsam immer weiter hinauf klettert, die 25°C-Marke übersteigt und die Sonne erbarmungslos vom Himmel lacht, freut sich manch Mensch, doch unsere Haustiere in der Regel nicht. Im Körper des Tieres entsteht schnell ein Wärmestau, der sich rasch zu einem für das Tier lebensgefährlichen Hitzschlag wandeln kann.

Katzen besitzen nicht – wie wir Menschen – am ganzen Körper Schweißdrüsen. Sie haben lediglich zwischen Sohlen- und Zehenballen Schweißdrüsen, welche vornehmlich zum Markieren (Duftstoff) eingesetzt werden. Katzen können, wenn es heiß ist, nicht so sehr wie Menschen schwitzen, um Hitze abzugeben. Ähnlich wie beim Hund kann eine Katze bei starker Erregung oder großer Hitze damit beginnen zu hecheln. Durch die Atembewegung verdunstet der Speichel im Rachenraum und sorgt so für Kühlung, welche aber nicht annähernd in ihrem Ausmaß mit der des Hundes beim Hecheln gleichzustellen ist. Continue reading

Die Rolligkeit einer Katze

maja128rollAls Rolligkeit wird bei einer Katze die Phase der Paarungsbereitschaft bezeichnet. In dieser Phase reibt sie sich mehr als sonst an allen möglichen Gegenständen, rollt sich auf dem Boden und streckt ihr Hinterteil in die Luft. Letzteres ist die Aufforderung an den Kater sie zu decken. Viele Katzen maunzen während dieser Zeit auch mehr und lauter als sonst. Manche Katzen neigen auch zum Spritzharnen in dieser Zeit. Viele essen in dieser Zeit auch weniger oder gar nicht.

Eine gesunde Katze kann ihre Geschlechtsreife und damit ihre erste Rolligkeit zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat erreichen. Das hängt nicht nur von den inneren Faktoren des Wachstums, sondern vor allem auch mit den äußeren Faktoren zusammen. Die Rolligkeit – auch bei erwachsenen Katzen -  also ihr hormoneller Zyklus wird auch durch die Länge des Tageslichtes beeinflusst. Bei Tageslichtlängen von über 14 Stunden pro Tag durchläuft sie immer wieder alle Stadien ihres Sexualzykluses (Wikipedia: Sexualzyklus), bei Tageslichtlängen von 8 bis 14 Stunden verlangsamt er sich und bei unter 8 Stunden Tageslicht am Tag fallen Katzen in ihre Geschlechtsruhe. Aus diesem Grund sind Katzen in unseren Breitengraden im Winter nicht rollig. Bei Wohnungskatzen kann aufgrund der künstlichen Beleuchtung diese Geschlechtsruhe nicht stattfinden.

Wichtig: Eine Katze kann nach der Geburt innerhalb von 1 – 4 Wochen wieder rollig werden! Continue reading

Krankenversicherung für Haustiere – Tierkrankenversicherung

Seit einigen Jahren bieten verschiedene Versicherungs-unternehmen Tierkrankenversicherungen an. Über Sinn oder Unsinn kann man streiten, Fakt ist, dass die Tiermedizin heutzutage wesentlich komplexer geworden ist und Tierarztrechnungen bei entsprechender Behandlung durchaus im 4-stelligen Bereich ausfallen können. Im folgenden werde ich die verschiedenen Versicherungsformen vorstellen und das Geschäft der Versicherung an sich darstellen.

Welche Tierkrankenversicherungen gibt es?

Operationskostenversicherung: Diese Versicherungsform tritt nur bei Operationen, die Ihre Katze benötigt in Kraft. Die vorhergehenden Untersuchungen, die zur Diagnosefindung dienen, sind in der Regel nicht enthalten, notwendige Nachuntersuchungen im direkten Zusammenhang mit der Operation schon. Die erforderlichen Medikamente die zur Nachbehandlung gehören, sind in einigen enthalten. Bei manchen Versicherungen wird eine zu zahlende Höchstsumme pro Jahr festgelegt, wenn Sie diese überschreiten, zahlen Sie den Rest selbst. Continue reading

Alternative Heilmethoden für Katzen

Die gleichen Alternativen zur Schulmedizin, die beim Menschen inzwischen erfolgreich eingesetzt werden, können oftmals auch bei Katzen angewandt werden. Manche dieser Praktiken hören sich – wenn man sich im Detail mit ihnen befasst – ziemlich unglaublich an, ihre Erfolge lassen sich aber nicht von der Hand weisen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die gängigsten Heilmethoden, die sich schon zigfach in der Heilung bei Katzen bewährt haben. Gerade bei chronischen Erkrankungen oder Krankheitsbildern wo die Schulmedizin nicht weiterkommt, sind die alternativen Heilmethoden erfolgreich. Das liegt vor allem an dem anderen Herangehen. Nicht wenige Tierärzte und auch Humanmediziner arbeiten inzwischen zum Beispiel mit Homöopathie oder Akupunktur.

Die Schulmedizin betrachtet Erkrankungen und betroffenen Organe oftmals isoliert, in vielen alternativen Heilmethoden wird die Katze als Ganzes betrachtet, ihre individuelle Geschichte, ihre Persönlichkeit, ihr seelisches Befinden und alle körperlichen Auffälligkeiten werden begutachtet und führen zu dem meist individuellen Heilmittel.

Eine wichtige Vorraussetzung dazu ist allerdings ein Profi – jemand der in diesen Methoden ausgebildet wurde -  der sie auch richtig anwenden kann! Wenn Sie sich für eine bestimmte Methode oder generell für die Konsultation eines Tierheilpraktikers interessieren, sind Empfehlungen eines guten THP’s von anderen Katzenhaltern das Beste. Denn so wie es „hervorragende und engagierte“ oder eben „uninspirierte“ Tierärzte gibt, so ist es auch bei allen anderen Heilberufen. Manche sehen es als Berufung, andere als reines Mittel um Geld zu verdienen und sonst nichts. Falls Sie niemanden kennen, der Ihnen jemanden oder einen Verband empfehlen kann, dann ist der einfachste Weg über Katzenforen, dort treffen sich viele Katzenfreunde und tauschen sich über alle Belange rund um die Katze aus, dort hilft man Ihnen auf jeden Fall weiter.

Es gibt Tierheilpraktiker, die sich auf eine einzige der nachfolgenden Heilmethoden spezialisiert haben, andere haben sich im Laufe der Jahre mehrere erarbeitet. Das ist jedoch kein Kriterium der Qualität eines Tierheilpraktikers. Viel wichtiger finde ich persönlich die Einstellung des THP zu seinem Beruf und der Welt des Heilens an sich. Mir sind immer Menschen suspekt, die fast fanatisch auf die Richtigkeit ihres Weges pochen und alles andere ablehnen. Die Welt ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt keine absolute Wahrheit, für die Medizin bedeutet das für mich, dass es meistens mehrere Wege zur Heilung gibt, welcher Weg das ist hängt vom Patienten ab und nicht von der alleinigen Richtigkeit einer Heilungsmethode.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob dieser oder jener Tierheilpraktiker „gut“ oder für Sie der Richtige ist, vereinbaren Sie am besten ein unverbindliches und kostenloses erstes Gespräch, bei dem Sie alle Ihnen wichtigen Fragen stellen können und für Sie zufrieden stellende Antworten bekommen. Es ist für die Behandlung Ihrer Katze immer wichtig, dass Sie verstehen was ein Arzt oder ein Tierheilpraktiker sagt und Ihnen rät.

Homöopathie: Der Begründer der Homöopathie (lat: das Gleichartige) war der deutsche Arzt Samuel Hahnemann. Er setzte erfolgreich seine Theorie um, dass Pflanzen, die bestimmte Erkrankungen beim Gesunden hervorrufen, beim Kranken zur Gesundung führen. Sein Ähnlichkeitsprinzip lautet: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“  Da die Homöopathie dabei einen ganzheitlichen Ansatz hat, wird nicht nur das Symptom, sondern der ganze Mensch, das ganze Tier behandelt. Heutzutage arbeiten auch viele Ärzte zumindest teilweise mit homöopathischer Medizin. Es hat sich gerade bei hartnäckigen und oder chronischen Erkrankungen sehr bewährt.

Es gibt in der Homöopathie verschiedene Richtungen und verschiedene Behandlungsansätze. Von Tierärzten und vielen „Laien“ wird vor allem eine mehr symptomatische Behandlung durchgeführt, klassische Homöopathen arbeiten öfter mit der so genannten „konstitutionellen Therapie“. Meiner eigenen Erfahrung nach ist bei sehr komplexen und/oder schon lange andauernden Erkrankungen ein klassischer Homöopathieansatz oft wirkungsvoller, da er eine gute Chance auf dauerhaften Erfolg hat, vor allem auch bei traumatisierten Katzen.

Hier finden Sie einige Links mit vielen Informationen zur Homöopathie:

Homöopathische Hausapotheke eines klassischen Homöopathen

Katzensprechstunde

Verband Deutscher Tierheilpraktiker

Erklärungsversuch zur Homöopathie

Deutsche Homöopathie Union über Katzen und Homöopathie

Wikipedia zur Homöopathie

Bachblüten: Die zentrale These dieser Therapie ist die Annahme, dass jede körperliche Erkrankung auf einer seelischen Gleichgewichtsstörung beruht. Manche bezeichnen die Bachblüten auch als eine Art „pflanzliche“ Psychopharmaka. Im Gegensatz zur Homöopathie und ihrem Ähnlichkeitsprinzip, bilden die Bachblüten einen positiven Gegenpol zu den „negativen“ Gemütszuständen. Bachblüten werden gerade im psychischen Bereich, zum Beispiel bei Angst- oder Aggressionszuständen der Tiere, eingesetzt. Es hängt allerdings von der Schwere der Verhaltensauffälligkeiten ab, ob eine Behandlung mit Bachblüten oder eine konstitutionelle homöopathische Behandlung sinnvoller ist. Homöopathie wirkt meist intensiver.

Weitere Informationen liefern die folgenden Links:

Bachblüten in der Tierheilkunde

Wikipedia über Bachblüten

Schüßler Salze: Schüßler Salze sind homöopathisch dosierte Mineralsalze. Die Therapie geht von der Annahme aus, das jede gesundheitliche Störung auf einem Ungleichgewicht im Mineralhaushalt des Körpers beruht. Der homöopathische Arzt Schüßler distanzierte sich mit seiner Behandlungsmethode von der klassischen Homöopathie, er beruft sich auf physiologisch-chemische Vorgänge im menschlichen Organismus.

Wikipedia über Schüßler Salze

Schüßler Salze für Tiere

Akupunktur: Sie gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin und basiert auf einer sogenannten Fünf-Elemente-Lehre und der Lehre von den Meridianen im Körper. Sie wird in China schon seit rund 5000 Jahre erfolgreich angewandt, es ist die älteste bekannte Heilmethode. Meridiane sind „Leitlinien“ auf der Haut, in ihnen kreist die Lebensenergie mit ihren Anteilen „Yin und Yang“. Das sind zwei lebenserhaltende Kräfte, die Gegenpole bilden. Sind sie im Ungleichgewicht, wird das Lebewesen krank. Es gibt mehrere Hundert Akupunkturpunkte, die jeweils einem Organ oder einer Körperfunktion entsprechen. Für die Akupunktur werden sehr dünne und feine Nadeln verwendet, in mehreren Sitzungen wird das Gleichgewicht im Körper wieder hergestellt. Beim Menschen zeigen sich besondere Erfolge bei den Behandlung chronischer Schmerzpatienten wie zum Beispiel bei Migräne oder Athritis.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Yin und Yang

Wo kann Akupunktur helfen?

Akupunktur bei Tieren

Tier Akupunktur

Wikipedia über Akupunktur

In der modernen Variante wird nicht nur mit Nadeln, sondern alternativ auch mit einem Laser behandelt und auch in der Tiermedizin besonders bei Pferden eingesetzt:

Akupunktur mit einem Laser

Akupressur: Sie basiert auf den gleichen Prinzipien wie die Akupunktur, nur das statt Nadeln mit den Fingern Druck auf die Akupunkturpunkte ausgeübt wird. Sie kann nach Einweisung des Therapeuten auch zuhause beim eignen Tier gut durchgeführt werden. Sie ist hilfreich bei vielen „Störungen“ der Gesundheit, kann aber „Zerstörtes“ nicht wieder aufbauen.

Akupressur bei Tieren

Tellington Touch: Die Tellington Touch – Methode ist ein  System von sanften manuellen Berührungstechniken am Körper, speziellen Führtechniken und lernfördernden Hindernissen. Sie wurde von Linda Tellington Jones 1975 für eine gewaltfreie Arbeit mit Pferden begründet. Im Laufe der Jahre wurde schnell klar, dass sie bei Hunden, Katzen und Kleintieren auch einsetzbar ist.

Die Tellington Touch – Methode erleichtert die Kommunikation mit den Tieren und wird in den Bereichen des Verhaltens, der Gesundheit und der Ausbildung eingesetzt. Die Tellington Touches bestehen aus verschiedenen Kreisbewegungen und Lifts, die mit den Fingern und der Hand am ganzen Körper ausgeführt werden. Das Ziel liegt in der Aktivierung von Zellfunktionen. Die Folge ist dann eine Lösung der Verspannung, eine Verminderung der Berührungsängste, eine Linderung von Schmerzen und eine beschleunigte Heilung.

Mit dieser Methode kann man seinem Tier mehr Selbstsicherheit geben, unerwünschte Verhaltensweisen verändern, Angstreflexe abbauen, Widerstände reduzieren und seine Beziehung zum Tier vertiefen. Ein Gesamtziel ist das Tier zum agieren zu bringen, anstatt das es zum Beispiel aus Angst nur reagiert.

Außerdem wird noch mit Führtechniken und lernfördernden Parcours gearbeitet. Damit kann das Tier lernen sich effizienter zu bewegen und neue Bewegungsabläufe zu erlernen. Seine Konzentration und sein Focus auf seinen Menschen wird erhöht.

Weitere Information zum Tellington Touch:

Wikipedia über Tellington Touch

Tellington Touch Team

Anwendungsbereiche

Kinesiologie: Diese Alternativmedizin beruht auf der Annahme, dass sich Erkrankungen auf der Schwächung bestimmter Muskelgruppen manifestieren (griechisch kinesis = Bewegung). Teilweise stützt sie sich auch auf die Lehre der Meridiane. Sie wird gerne als zusätzliche Diagnosefindung von Heilpraktikern eingesetzt.

Wikipedia über Kinesiologie

Kinesiologie bei Tieren

Bioresonanztherapie: Diese Therapie geht von der Annahme aus, dass jedes Lebewesen, jedes Organ eigene elektromagnetische Schwingungen hat. Mit einem eigens für diese Therapie entwickelten Gerät, werden diese Schwingungen gemessen. Jedes Störung in der Gesundheit verändert diese Schwingungen, das Gerät kann sowohl ungesunde Schwingungen messen – Diagnoseverfahren – als auch in Form einer Behandlung korrigieren – Heilverfahren.

Wikipedia über Bioresonanztherapie

Bioresonanztherapie bei Tieren

Reiki: Reiki stammt von den japanischen Worten Rei = Kosmos und Ki = Lebensenergie ab. Es ist eine Art Geisteskraft-Behandlung oder auch therapeutische Energiebehandlung, die von seriösen Reiki-Lehrern bei ernsthaften Erkrankungen „nur“ als Zusatzbehandlung eingesetzt wird. Reiki kann Blockaden und Verspannungen lösen, Selbstheilungskräfte anregen und ähnliches. Es wird auch bei Tieren eingesetzt:

Wikipedia über Reiki

Reiki für Tiere

Meine  persönlichen Erfahrungen mit einigen dieser alternativen medizinischen Wege sind sehr positiv und überraschend. Deshalb empfehle ich sie nicht rundweg abzulehnen, nur weil sie mit unseren heutigen wissenschaftlichen Mitteln in ihrer Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden können. Allerdings rate ich von Eigenversuchen und Selbstdiagnostik ab, auch diese ganzen Verfahren bedürfen eines darin ausgebildeten Therapeuten. Schließlich würden wir ja auch nicht zu einem selbsternannten „Arzt“ gehen, der nirgendwo in der klassischen Medizin ausgebildet wurde.

In unserem Forum stehen wir Ihnen gerne für Fragen oder mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature

© Katja Tuszynski

Futtermittelunverträglichkeit

In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der Futtermittelunverträglichkeit, zum einen die Futtermittelintoleranz, zum anderen die Futtermittelallergie. Im Folgenden finden Sie eine genaue Definition der beiden Unverträglichkeiten, Wege der Diagnose und den erfolgreichsten Behandlungsansatz.

Der folgende Artikel wurde zwar speziell für Katzen geschrieben, gilt aber für Hunde gleichermaßen.

Futtermittelintoleranz

Der Begriff „Intoleranz“ meint medizinisch eine Stoffwechselstörung aufgrund unzureichender Verarbeitung zugeführter Substanzen. In Bezug auf eine Futtermittelintoleranz bedeutet es die Störung des normalen Verdauungsprozesses bei Nahrungsaufnahme ohne Beteiligung des Immunsystems.

Futtermittelallergie

Bei der Futtermittelallergie kommt es zusätzlich noch zu einer Immunantwort. Das bedeutet, dass das Immunsystem der Katze den Allergie auslösenden Stoff wie auf einen Krankheitserreger reagiert und es kommt zu einer Überreaktion des Körpers. Continue reading