Hundstage – Vorsicht: Hitzestau!

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564772_80465030klein1Wenn das Thermometer in diesen Tagen langsam immer weiter hinauf klettert, die 25°C-Marke übersteigt und die Sonne erbarmungslos vom Himmel lacht, freut sich manch Mensch, doch unsere Haustiere in der Regel nicht. Im Körper des Tieres entsteht schnell ein Wärmestau, der sich rasch zu einem für das Tier lebensgefährlichen Hitzschlag wandeln kann.

Katzen besitzen nicht – wie wir Menschen – am ganzen Körper Schweißdrüsen. Sie haben lediglich zwischen Sohlen- und Zehenballen Schweißdrüsen, welche vornehmlich zum Markieren (Duftstoff) eingesetzt werden. Katzen können, wenn es heiß ist, nicht so sehr wie Menschen schwitzen, um Hitze abzugeben. Ähnlich wie beim Hund kann eine Katze bei starker Erregung oder großer Hitze damit beginnen zu hecheln. Durch die Atembewegung verdunstet der Speichel im Rachenraum und sorgt so für Kühlung, welche aber nicht annähernd in ihrem Ausmaß mit der des Hundes beim Hecheln gleichzustellen ist.

1039897_55939694kleinDer Hund besitzt ebenfalls wie die Katze nur wenige Schweißdrüsen im Pfotenballenbereich und kann seine Körpertemperatur auch nicht bei Hitze durch Schwitzen regulieren.  Bei der Hechelatmung kann sich die Atemfrequenz auf bis zu 400 Atemzüge pro Minute erhöhen, wobei der Hund sehr flach atmet. Durch diese Form der Temperaturregulierung verliert der Hund sehr viel Körperflüssigkeit. Damit er nicht dehydriert, muss er trinken, um die verlorene Körperflüssigkeit wieder zu ersetzen.

Hecheln

Reicht Schwitzen und Hecheln nicht aus, suchen die Tiere schattige Plätze auf, legen sich auf kühle Fliesen oder verschwinden sogar im kühlen Keller. Auch ein Belecken (Putzen) des Fells sorgt für eine leichte Abkühlung durch das Verdunsten des Speichels. Hohe Außentemperatur bedeutet eine besondere Belastung für Herz und Kreislauf der Tiere, so dass insbesondere ältere und junge Tiere als auch gesundheitlich beeinträchtigte Tiere bei Hitze stark gefährdet sind, sofern sie keine Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten haben. Frisches Wasser sollte immer bereit stehen, so dass das Tier sich frei bedienen kann.

Ausgiebige Spaziergänge und Training mit dem Hund sollten in die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden verlegt werden, wenn es noch kühler ist. Größere Anstrengungen sollten tagsüber besser vermieden und stattdessen viele kleine Pausen eingelegt werden, in denen sich der Hund ausruhen und vielleicht auch im kühlen Nass abkühlen kann.

Schweiß im Tierreich

Heimtier- und Vogelkäfige dürfen nicht in der prallen Sonne stehen – die Tiere haben so gar keine Chance der Überhitzung durch Sonneneinstrahlung auszuweichen. Ebenso muss man daran denken, dass der Platz, der eben noch schattig war, nur kurze Zeit später ungeschützt in der Sonne liegt, da diese am Himmel wandert.

974073_89525375kleinEiner besonderen Gefahr ist der Hund im Auto ausgesetzt. Die Temperatur im Autoinnenraum kann binnen kürzester Zeit – auch im Schatten – auf Temperaturen von 60°C und höher steigen. Ist ein Hund diesen Temperaturen ausgesetzt, ist seine Gesundheit in größter Gefahr: es kann schnell zu Hitzeschäden mit Todesfolge kommen! Auch ein geöffnetes Fenster kann die Hitzeansammlung im Wageninnenraum nicht kompensieren. Jedes Jahr passiert es, dass ein Hundehalter bei Rückkehr zu seinem Wagen nur noch ein totes Tier auffindet. Das wird er sich ein Leben lang nicht verzeihen.

Passanten, die ein offensichtlich leidendes Tier in einem in der Sonne parkenden Wagen sehen, sollen die Polizei oder Feuerwehr anrufen, um den Hund befreien zu lassen. Unverantwortlichen Haltern droht nach §17 Tierschutzgesetz eine Geldstrafe bzw. eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren.

Artikel zu §17 des Tierschutzgesetzes

Woran erkennt man einen Hitzschlag?

Apathie, aber auch Unruhe, Taumeln sind bereits erste Anzeichen für einen Hitzschlag (Hitzeschock). Darauf können Erbrechen, Durchfall und Bewusstseinsbeeinträchtigungen auftreten, die in Krämpfen, Atemnot und Bewusstlosigkeit übergehen können. Tierärztliche Hilfe ist sofort nötig!

Sofortmaßnahmen bei Hitzschlag

Bei Hunden und Katzen bedeutet Hitzschlag und Sonnenstich immer einen Notfall. Blasse Schleimhäute, rasender Puls, schnelle Atmung sind hierfür Anzeichen. Es kann auch Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder sogar Krämpfe auftreten.

  • Bringen Sie das Tier sofort aus der Sonne an einen schattigen, kühlen Ort.
  • Versuchen Sie die Körpertemperatur des Tieres zu senken: feuchte Tücher auf Beine, Rumpf und Kopf des Tieres. Besprühen mit Wasser. (Achtung: nicht zuviel / zu schnell, denn das plötzliche Abkühlen eines erhitzen Körpers kann zu Kreislaufkollaps führen!)
  • Massage der Gliedmaßen, um den Kreislauf anzuregen.
  • Bieten Sie ihm Trinkwasser in kleinen Portionen und leicht angewärmt an.

Reisen mit dem Tier im Auto

Als Reisezeit eignen sich aufgrund der Temperaturen später Abend, die Nacht und der frühe Morgen besser als der sonnige Tag. Sofern es möglich ist, sollten Sie dies bei der Reiseplanung berücksichtigen. Sorgen Sie bitte dafür, dass ausreichend Trinkwasser mitgenommen wird, welches während der Fahrt angeboten werden kann. Eine Box oder ein Hundegitter ermöglichen es, dass Türen und Fenster während Pausen ganz offen gelassen werden können, so dass für eine bessere Luftzirkulation gesorgt ist. Setzen Sie während der Fahrt Ihr Tier keiner Zugluft (offenes Fenster) aus, denn es kann schnell  zu Augenentzündungen durch die Zugluft kommen. Während der Fahrt kann auch ein feuchtes Handtuch, welches über die Transportbox gehängt wird (ohne die Box komplett zuzuhängen – Luftzirkulation!), für ein wenig Abkühlung sorgen.

Denken Sie bitte während der Sommerzeit immer daran, dass das Wohl Ihres Tieres nicht unter der Hitze leiden muss!

Wie helfen Sie Ihren Tieren, wenn es so heiß ist ?

(c) Jill Peters

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Quellen Fotos: http://sxc.hu/