Ein Katzentag

 

Morgens, nach dem Aufwachen, wird erstmal ausgiebigst gegähnt, gereckt und gestreckt was das Zeug hält. Es folgt ein orientierender Blick in die Runde, ob denn noch alles da ist wo es hingehört. Anschließend schnell dem Menschen und der anderen Katze Köpfchen geben, denn…

…jetzt wünschen die Herrschaften ihr Frühstück. Aber ein bisschen Beeilung bitte, sie haben heute noch viel vor!

Nach dem Essen müssen allerdings zuerst die vorderen Pfoten und der Kopf gesäubert werden, am besten auf einem exponierten Platz, der hell, warm, etwas weiter oben und zentral gelegen ist. Und lieber Mensch, mach jetzt bitte nicht so viele Geräusche, die uns Katzen in unserer Konzentration stören könnten.

Der erste Kontrollgang des Tages ruft. Steht alles wirklich noch an seinem Platz? Auf jeden Fall muss jede Ecke neu kratzmarkiert werden, damit hier niemand auf dumme Gedanken kommt!

maja235300Einer erfolgreichen Überprüfung des Reviers folgt der Abbau überschüssiger Energie. Dazu rennt und tobt Katze durch die ganze Wohnung. Rauf aufs Sofa und wieder runter, um die Ecke in den Flur und wieder zurück, den Kratzbaum hinauf, kurz innehalten um die Krallen zu schärfen und ein lautes “miauorgh” auszustoßen und wieder hinunter, abermals übers Sofa und flugs ins Schlafzimmer bis aufs Fensterbrett. Dort wirft Katze einen sekundenschnellen Blick hinaus und weiter gehts.  Katze flitzt dem Menschen vor die Füße und ab in Küche die anderen Katzen über den Haufen rennen.

Durchs Toben auf den Geschmack gekommen findet Katze, dass es nun Zeit ist zu Spielen und teilt dieses ihrem Menschen vehement mit. Es folgt eine Jagd nach dem Band durch die Wohnung, danach wird den geworfen Mäusen hinterher gesprungen. Dem schließt sich der Kampf mit dem Federwedel an und die Maus am Gummiband wird lang gezogen.

Derart animiert rasen jetzt alle Katzen, eine der anderen hinterher. Auflauern, bespringen, den anderen niederringen, sich gegenseitig in den Nacken beißen und wieder und wieder und wieder.

Nach der ganzen Toberei ist Ausruhen angesagt. Zeit zum Dösen und Träumen, denn auch im Traumland warten aufregende Dinge. Der Mensch ist in der Zwischenzeit zur Arbeit gegangen.

Auf das erfrischende Schläfchen folgt die Fellpflege. Es wird ausgiebig jeder Quadratzentimeter mit der Zunge und den Zähnen bearbeitet. Eine Pediküre darf nicht fehlen und der Schlafplatz wird gewechselt. Mal gucken ob Katze hier in der Sonne noch besser schlafen kann. Zwischendurch wird natürlich ab und zu das Katzenklo besucht und ordentlich durchgepflügt. Ordnung muss schließlich sein!

Wenn der Mensch abends mit vollen Tüten nachhause kommt, wird er kurz begrüßt, bevor Katze sich voller Inbrunst auf die Taschen stürzt. Jedes einzelne Stück wird genauestens inspiziert bevor Mensch es wegräumen darf. Katze will ja schließlich informiert sein.

Zeit fürs kätzische Abendbrot. Mmhhh ist das lecker. Und wieder putzen.

Doch was ist das? Der Mensch hat sich vor seinen Computer gesetzt. Das geht doch nicht. Nenenene. Katze zeigt ihm sehr deutlich, dass sie jetzt spielen will. Also spielen. Wie gehabt.

Wenn die Katzen wieder zusammen die Wohnung unsicher machen, darf der Mensch kochen. Ab und zu wird geguckt was er da macht. Riecht ja gut. Sobald das Essen auf dem Tisch steht, muss Katze natürlich schnuppern kommen. Und wird zur allerliebsten Katze auf der Welt. So was Süßes hat Mensch noch nicht gesehen. Doch, gestern Abend, aber eigentlich kein Vergleich. Auf jeden Fall ist es unmöglich die Katze nicht auch mal probieren zu lassen.

lil69x300Später, beim Fernsehen, ist Schmusen angesagt. Katze dreht sich ab und zu, damit wirklich jeder Körperteil drankommt. Der Motor wird angeschmissen und losgeschnurrt. Lieblingsstelle ist natürlich der Bauch. Deshalb ab auf den Rücken, Vorderpfoten hoch strecken zum Luft treteln, Hinterpfoten einknicken. Und schnurren. Das tut gut. Dem folgt wieder eine genießerische Fellpflege, die Menschenhand gleich mit. Bis Katze wegschlummert.

Nachher, bevor der Mensch schlafen gehen will, noch einen letzten Kontrollgang durchs Revier, etwas müde spielen lassen, das Nachtleckerli genießen und ab ins Bett. Mensch liegt ja schon. Also rauf auf die Beine, Kuhle zurecht trampeln und ankuscheln. Mann, war das ein Tag. Und nun schlummern alle behaglich und träumen von ihren nächsten Abenteuern.

(c) Text + Fotos: Katja Tuszynski – little big cat